Die Armut der Flüchtlinge im Osten und der Reichtum im Westen führt zu neuen Ausbeutungen und Krankheiten in den Slums. Kulte und Religionen, Amazonenstämme bildeten sich und bieten den Armen eine Zufluchtstätte in der unwirklichen Realität dieser Zukunftsvision.
Aber Thetis. Anderswelt ist kein einfach zu lesender Science-fiction-Roman, sondern eine literarische Melange von SF-Versatzstücken mit phantastischen Elementen, Märchen und Parabeln. Und so findet man als Leser keine lineare Handlung vor, sondern wird mit fließenden Übergängen zwischen den Ebenen des Romans konfrontiert, die den virtuellen Übergang der Hauptperson Hans Deters so auch erzähltechnisch widerspiegeln. Alban Nikolai Herbst verändert dafür als Autor auch die Sprache und paßt sie den Bedürfnissen des Romans an.
In seiner Verwendung von SF-Elementen erinnert der Roman an die Romane und Kurzgeschichten von Ady Henry Kiss (Manhattan II, Baker's Barn und Atlantic City, oder Norman Ohlers Die Quotenmaschine.
Thetis. Anderswelt wurde im September 1999 mit dem Phantastik-Preis der Stadt Wetzlar ausgezeichnet. --Florian Breitsameter