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  Thetis. Anderwelt. Fantastischer Roman | Alban N. Herbst
 
 
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Thetis. Anderwelt. Fantastischer Roman
Alban N. Herbst

Rowohlt, Reinbek, 1998 - 894 Seiten

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Europa ist nur durch eine Schutzmauer vor den reißenden Fluten des Thetismeers geschützt, das nach der Klimakatastrophe längst fast alle anderen Landmassen überflutet hat. Vor der Strahlung schützt ein energetisches Kraftfeld, eine Kuppel aus Hodna, die auch die Verwendung von Simulakren ermöglicht. Doch diese energetisch erzeugten, humanoiden Wesen sind mit ihrem Dasein als Arbeitssklaven nicht zufrieden und hoffen auf eine ihnen angemessene Art des Daseins.

Die Armut der Flüchtlinge im Osten und der Reichtum im Westen führt zu neuen Ausbeutungen und Krankheiten in den Slums. Kulte und Religionen, Amazonenstämme bildeten sich und bieten den Armen eine Zufluchtstätte in der unwirklichen Realität dieser Zukunftsvision.

Aber Thetis. Anderswelt ist kein einfach zu lesender Science-fiction-Roman, sondern eine literarische Melange von SF-Versatzstücken mit phantastischen Elementen, Märchen und Parabeln. Und so findet man als Leser keine lineare Handlung vor, sondern wird mit fließenden Übergängen zwischen den Ebenen des Romans konfrontiert, die den virtuellen Übergang der Hauptperson Hans Deters so auch erzähltechnisch widerspiegeln. Alban Nikolai Herbst verändert dafür als Autor auch die Sprache und paßt sie den Bedürfnissen des Romans an.

In seiner Verwendung von SF-Elementen erinnert der Roman an die Romane und Kurzgeschichten von Ady Henry Kiss (Manhattan II, Baker's Barn und Atlantic City, oder Norman Ohlers Die Quotenmaschine.

Thetis. Anderswelt wurde im September 1999 mit dem Phantastik-Preis der Stadt Wetzlar ausgezeichnet. --Florian Breitsameter


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Bedrückend-beeindruckend!!!

Der ganz minimale Wermutstropfen vorab: Ein professioneller Lektor würde am vorliegenden Buch sicherlich noch ein bisschen herumdoktern: Rechtschreibung und Zeichensetzung bedürften an einigen Stellen des Buches einer Korrektur, zudem wäre ein professioneller Satz sicherlich ansprechender

Das tut aber weder der Wichtigkeit noch der Spannung dieses Buches einen Abbruch (daher auch die maximale Sternzahl).
Birgit Schlicke erzählt autobiographisch, wie sie mit der brutalen Diktatur der DDR aneinander geriet. Ein Ausreiseantrag, einige Briefe ins "westliche Ausland" und an die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte in Frankfurt waren für das SED-Regime Grund genug, nicht nur ihren Vater, sondern auch sie selbst in Stasi-Untersuchungshaft zu nehmen (sie hatte die Briefe auf ihrer Schreibmaschine getippt). Dort erlebt sie widerwärtigen Zynismus und ungeheuren psychischen Druck. Von der Rechtsstaatlichkeit, die die DDR nach außen hin so gern vorgaukelte, keine Spur - was auch in ihrem Gerichtsverfahren deutlich wird. Das Urteil entspricht exakt der Forderung des Staatsanwaltes, sogar als Urteilsbegründung wird die Anklageschrift weitestgehend übernommen. Als "Langstraferin" mit einer Haftstrafe von mehr als 2 Jahren ohne Bewährung kommt Birgit Schlicke in einen Knast für Schwerverbrecherinnen. Die folgende Zeit ist für sie die Hölle. Was hat sie, die doch nichts weiter wollte als ihr Land zu verlassen, unter Mörderinnen und Räuberinnen zu suchen?
Erst die Wende am Ende des Jahres 1989 bringt für sie die lang ersehnte Entlassung aus der politischen Haft der grausamen Diktatur.

Ich habe dieses Buch in zwei Tagen durchgelesen - und in dieser Zeit jede freie Minute zum Lesen genutzt. Die autobiographischen Schilderungen von Frau Schlicke sind ungeheuer spannend und gleich in mehrfacher Hinsicht ein beeindruckendes Zeugnis: Ein Zeugnis der Widerwärtigkeit der Diktatur, aber auch ein Zeugnis ihres stellenweise unglaublich starken Willens und der Kraft, die ein Mensch auch in der scheinbar ausweglosesten Situation aus dem christlichen Glauben ziehen kann. So werden die Schilderungen abgerundet durch Zitate aus der Bibel und prominenter Glaubenszeugen wie Theresa von Avila oder Dietrich Bonhoeffer.

Das Buch ist unschätzbar wichtig und sollte jedem zu lesen gegeben werden, der die DDR immer noch für das "bessere Deutschland" hält.
Die Tatsache, dass sich für dieses beeindruckende Buch offenbar kein Verlag fand und es daher bei "Books on demand" erschienen ist, ist nichts weniger als eine Schande für das deutsche Verlagswesen. Auch und gerade deshalb würde ich für das Buch von Birgit Schlicke am liebsten noch einen sechsten Stern vergeben. *



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Verfolgung in der DDR

Dieses persönliche Buch ist sehr bewegend und beschreibt auf eindringliche Art die Stasi-Verfolgung und die Zustände im Frauengefängnis Hoheneck. Ich empfehle das Buch allen, die sich für die Zustände in der DDR bis 1989 interessieren und auch vor allem jenen, die die DDR heute (wieder) durch eine rosa Brille wahrnehmen.


Sehr zu empfehlen

Die Autorin hat mit sehr beeindruckender Sachlichkeit und Detailiertheit Ihre Erlebnisse im Zuchthaus Hoheneck niedergeschrieben.
Fuer mich ein Meisterwerk des Details...
Auch ich war in politischer Haft in einem ostdeutschen Zuchhaus, und auf einmal hatte ich den Zuchthausgestank wieder in meiner Nase, hoerte ich das Rasseln der Schluessel beim Aufschliessen der Zellen, fror wie sie waehrend der Transporte und spuerte die Ohnmacht und Hilflosigkeit innerhalb der Mauern der Grausamkeit.


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dieses buch macht etwas mit einem...

...dieses buch fordert etwas - es fordert dies aber auf eine ziemlich klare art und weise, es will erarbeitet werden, dass ist etwas, was bis jetzt noch kein text auf diese art und weise von mir verlangt hat. ich habe die angewohnheit, von einem buch grundsätzlich immer zuerst die erste und die letzte seite zu lesen - bei diesem buch erzeugte dieses vorgehen ein ziemlich ambivalentes und zugleich ahnendes gefühl. zwischen der ersten und der letzten seite ergab sich für mich nicht nur sofort ein kontext, der sich sofort spannte - glasklar war mir die erkenntis und auch das gefühl, dass alles, was auf diesen vielen seiten geschrieben stand, zwischen dem ersten und dem letzten satz dieses buches gesagt war. gerade dieses gefühl ist immer ein mir sehr eigenes, es stellt sich nur sehr selten wirklich gleich nach dem lesen der ersten und letzten seite ein. ich hielt dieses buch in der hand und wusste sofort, dass ich alles, was sich zwischen der ersten und letzten seite verbarg, lesen wollte.

es war schwer für mich - an manchen passagen biss ich mir die zähne aus, ich versuchte so oft, den anfang einer passage zu lokalisieren, bis ich begriff, dass dieses buch nur einen einzigen anfang hat, nämlich den auf der ersten seite. und noch etwas ist klar, wenn man den letzten satz nach lesen des buches gelesen hat, weiß man, dass es nicht zu ende ist.

nun das dritte mal dieses buch lesend, fange ich jetzt endlich an, ohne zeitschleifen erfassen wollend lesend mich in dieser unendlichkeit treiben zu lassen und im inhalt zu versinken... ohne grund zu versinken. ja, es gibt keinen grund* für dieses buch... keinen mit dem normalen verstand fassbaren, man will auf die herkömmliche art und weise greifen und begreifen, hier ist aber nichts zu (be)greifen. hier existiert keine hoffnung und auch nicht die sicherheit einer matrix - denn hier findet existentielles leben statt. zwar ein fiktives, aber ein wahres... was innen außen geschrieben steht, wird wahr, denn eigentlich lebt der mensch verkehrt herum.

*norminative bücher haben immer einen erklären wollenden hintergrund als grund, der als verständliche für die allgemeinheit gültig erklärte grundlage eben für dieses buch gelten soll. dies ist aber kein normales buch!. wahrheiten, die man finden will, bauen letztendlich immer auf dem einem eigenen grund auf, hier gibt es aber keinen grund und boden für die eigene wahrheit. eine geschaffene nicht norminative anderswelt im eigenen norminativ determiniert geschaffenen universum. die kollisionen sind galaktisch. Alban Nikolai Herbst kann erwarten, dass jeder leser sich seinen eigenen inhalt selbst erarbeitet... ein buch, welches 4 1 /2 Jahre brauchte, um eine anderswelt zu werden, ist eben nicht in einem halben jahr in der eigenen wirklichkeit erarbeitet. dieses buch erfordert eine eigene gut entwickelte denkfähigkeit jenseits des determinierten vorstellungsvermögens - aber gerade die verlieren wir immer mehr.

es hat stellen in diesem buch gegeben, da saß ich einfach nur mit diesem buch in meinem sessel, die füße wurden kalt, der rücken frierte... die wirbelsäule schlief über dem steißbein ein. ich bewegte mich nicht mehr, und hielt einfach nur dieses buch in der hand.



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Erwartungen nicht erfüllt.

Bei allem Respekt vor der Autorin,dem Thema und der Tatsache das es sich hier um einen Tatsachenbericht und keinen Roman handelt.

Ich hätte mir mehr Details, mehr Tiefe gewünscht. Mehr Informationen über Tagesablauf, Zustand und die handelnden Personen im Hoheneck.
Der Bericht ist doch sehr allgemein gehalten.
Mein Favorit zu dieser Thematik ist R.Grave "Unter Mördern" wo meiner Meinung nach ein sehr komplexes Bild über die Zustände und Insassen im DDR-Knast gezeigt wird.



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