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  Der nächtliche Lauscher | Armistead Maupin
 
 
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Der nächtliche Lauscher
Armistead Maupin

Rowohlt Tb., 2004 - 351 Seiten

Kundenbewertung:(15 Bewertungen)
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"Ich schreibe, um laut gelesen zu werden", bekannte einst der Kultautor Armistead Maupin in einem Interview. "Ich beende nie ein Kapitel, ohne sicherzustellen, dass es mir mühelos über die Lippen kommt. Ich komme von einer südlichen Tradition des Erzählens her, und ich glaube, dass Lesen wie ein anregender Waldlauf sein sollte, und zwar ohne hinderliche Holzklötze am Bein". Wer die Möglichkeit hatte, Rufus Becks fulminant polyphonen Parforceritt durch Maupins Meisterwerk Stadtgeschichten zu hören, der weiß, wie gut dem Autor aus San Francisco dies gelungen ist.

Die "konzertante Fassung" seines Werks sei wohl die angemessenste Form der Darbietung, bemerkte Maupin weiter, und so nimmt es nicht Wunder, dass sein nach acht Jahren erster neuer Roman Der nächtliche Lauscher, bevor er noch in Buchform erschien, vom Autor gelesen und in voller Länge von einem Radiosender im Internet übertragen wurde. Diese ungewöhnliche Art der Erstveröffentlichung machte auch thematisch Sinn: Erzählt Der nächtliche Lauscher doch die durchaus auch autobiografische Geschichte vom homosexuellen Radio-Talker und Autor Gabriel Noon aus San Francisco, der inmitten einer Lebens- und Beziehungskrise den erschütternden Roman des 13-jährigen, aidskranken Pete Lomax zugespielt bekommt. Zwischen dem Kult-Moderator von Noon@Night und dem misshandelten Jungen entwickelt sich eine Art familiäre Beziehung, die zunächst nur über die Stimme, per Telefon, funktioniert. Als Noon mehr wissen will, droht die Situation zu eskalieren.

So kitschig der Plot von Der nächtliche Lauscher auch klingen mag: Maupin bewältigt sein Thema einmal mehr auf unnachahmlich spannende, leichtfüßige Art. Anders als seinem beizeiten von Stimmproblemen geplagten Protagonisten nämlich ist ihm Der nächtliche Lauscher einmal mehr leicht über die Lippen gekommen. --Thomas Köster


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Die Suche nach dem Fan, der vielleicht nie war

Maupin erzählt aus dem Leben eines schwulen amerikanischen Autoren, der seine Werke im Radio vorliest. Einer seiner Hörer ist der ans Bett gefesselte Teenager, von dem man bis zum Schluss nicht weiß, ob es ihn wirklich gibt.

Das schwule Leben, die Beschreibung des schwulen Lebens wirkt nie aufgesetzt oder manieristisch sondern wird mit einem unerschütterlichen Selbstverständnis dargestellt.

Die langsame und schmerzhafte Trennung des Autoren von seinem Freund und sein Schritt ins Ungewisse, als er sich auf die Suche nach seinem jungen Fan macht, ist mit viel Gespür für Menschlichkeit erzählt, ohne dabei penetrant auf die Tränendrüse zu drücken.

Schön auch, dass es hier einmal um ältere Schwule geht, die nicht als alternde Diven beschrieben werden, die jungen Männern nachgieren.
Und auch schön, dass Maupin mit seiner Erzählerstimme das vage Verhältnis zwischen seinem erwachsenen Protagonisten und dem aidskranken Teenager, der in seiner Kindheit sexuell mißbraucht und vermietet wurde, nie ins bittersüß-ekelige abrutschen ließ. Moralisiert wird hier nicht, was mir sehr gut gefällt. Und Maupins Stimme ist so unaufdringlich und leise, dass man ihm einfach nicht widerstehen kann.


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Über das einsame Altern

Wieder einmal ein sehr interessantes Psychogramm um Einsamkeit, die Angst, nicht geliebt zu werden, und das Altern.
Gabriel Noone (Maupins Namensfindung ist für sich schon fünf Sterne wert!) begegnet in Donna einem extremeren Bild seiner selbst - jemandem, dessen Leben genauso wie seines nur aus Märchen und Geschichten besteht, und der sich in eine Scheinwirklichkeit flüchtet, sich daran festklammert, bis er es selbst für die Wahrheit hält. Beide Menschen sind unfähig, sich der Wirklichkeit zu stellen, wobei Donna psychotisch ist, Gabriel hingegen nur eine verletzte Seele hat.
Gabriel erkennt schließlich seine Situation und ist gewillt, etwas daran zu ändern. Donna hingegen macht vermutlich genauso weiter.
Für Leute, die Dramen um das Menschsein und die Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit mögen, zu empfehlen.
Maupin scheint einiges autobiographisch verbraten zu haben, wie aus seiner Danksagung am Ende durchsickert, und ich hatte den Eindruck wegen der merkwürdigen Darstellung von Noones Familie. Der - übrigens empfehlenswerte und leider viel zu wenig beachtete - Film zeigt eine Realität und führt den Faden konsequent zum Ende. Das Buch hingegen ist unglaublich subtil, es macht uns weis, dass Noone uns seine wahre Geschichte erzählt, und dabei ist es genau dieselbe Fantasie, die er stets ins Radio geplaudert hat.
Maupins Stil ist dabei so locker und doch intensiv, wie man es von ihm gewohnt ist, mit pointierten Dialogen, die man sich auch gut im Theater vorstellen kann. Man merkt: Er liest sich seine Texte laut vor. The Night Listener ist ein sehr reifes, ernsthaftes Werk, ganz anders als die Stadtgeschichten, und doch ganz Maupin. Sehr schön auch die kleine Brücke zu den Stadtgeschichten mit dem Auftreten der Buchhalterin Anna, der einen Hälfte der "Chinesenzwillinge".


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like father and son

Armistead Maupin ist der Verfasser der tollen Stadtgeschichten, die in San Francisco spielen. "Der nächtliche Lauscher" ist ein Roman über einen 13-jährigen Jungen, der angeblich jahrelang sexuell missbraucht wurde von seinen Eltern und an andere Männer sexuell verkauft wurde. Nach Jahren zeigt er seine Eltern bei der Polizei an und findet in Donna eine neue Mutter,die ihn adoptiert und ihm hilft. Er schreibt seine bisherigen Lebensjahre auf und sein Verlag kontaktiert Gabriel Noone, einen berühmten Autoren, der eine mitternächtliche Radiosendung hat, da der Junge ein Fan von Noone ist. Noone soll einen Klappentext zu dem Buch schreiben. Es entsteht ein Telefonkontakt zu dem Jungen und seiner Mutter und Noone ist immer mehr begeistert und eingenommen von dem Jungen und seinem Schicksal. Doch was von dem Schicksal ist wirklich die Wahrheit? Um das herauszufinden macht sich Noone schliesslich auf, den Jungen zu besuchen, für den er eine Art Vaterrolle angenommen hat. Nebenbei erfährt man viel aus dem Leben des schwulen Protagonisten, sein Verhältnis zu seiner Familie, seinem Lebenspartner, der ihn gerade verlassen hat. Ein tolles Buch, man möchte unbedingt wissen was nun die Wahrheit ist und kann es kaum weglegen. Zudem schildert Maupin das Geschehen so plausibel und feinfühlig, das man meint, der Protagonist Noone ist vielleicht in Wirklichkeit Maupin. Toller Plot, der gerade verfilmt wurde.


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....uuund?

"Der naechtliche Lauscher" ist ein Buch, das ich innerhalb von wenigen Stunden geradezu verschlungen habe. Es hat eine tolle Story, die einen einfach so reinzieht...doch das Ende ist gnadenlos enttaeuschend. Vielleicht liegt es daran, dass ich keine offenen Enden mag... aber auch so ist das Ende des Buches einfach voellig unzusammenhaengend und fraglich. Ich weiss nicht genau, was ich dazu sagen soll.

Ansonsten finde ich die Idee mit der Story aus der Sicht eines schwulen Radiomoderators ganz toll. Haette mir nur mehr aus seinem Privatleben gewuenscht, sein Partner wird ja auch mehrmals erwaehnt, aber leider nicht sehr im Detail... Aber das ist ja auch nicht der Punkt des Buches.

3 Sterne, weil das Buch an manchen Stellen sehr unzusammenhaengend ist und das Ende den Leser nervlich eigentlich voellig fertig machen kann, weil man total in der Luft haengt.


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reviews: page 1, 2, 3



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