Für jeden, der die Oper und den Don Giovanni liebt, ist der Krimi das reinste Vergnügen, da viele Probeszenen und Diskussionen über die richtige Interpretation des Don Gionvanni geschildert werden und der Opernfan einiges von dem erfährt, was er schon immer einmal über die Geschehnisse hinter den Kulissen wissen wollte. Davon abgesehen handelt es sich hier um eine spannend erzählte Geschichte mit einem Finale, das der Höllenfahrt des Don Giovanni ebenbürtig ist. Der etwas kauzige Kilian ist ein Sympathieträger und auch alle anderen Figuren sind so lebhaft und individuell beschrieben, daß man sich fast schon als Teil der Theatergemeinde begreift.
Eigentlich wollte Kommissar Kilian seine Auszeit von Polizeidienst und privaten Beziehungen nur kurz unterbrechen und schnell wieder in seine italienische Oase verschwinden als mitten in den Proben zu Mozarts Don Giovanni der Regisseur unter nicht ganz eindeutigen Umständen Selbstmord verübt. Kilians alter Kollege und Freund Heinlein bittet so nachdrücklich um Mithilfe, so daß Kilian nachgibt und verspricht, bis zur endgültigen Aufklärung in Würzburg zu bleiben. Nach und nach ergründen die beiden den Alltag einer Opernbühne mit all ihren kleinen und großen Stars, Eitelkeiten und manchmal tödlichen Intrigen. Die Don Giovanni Inzenierung steht unter ungeheurem Erfolgsdruck, denn die Bühne soll eigentlich den bayerischen Sparmaßnahmen zum Opfer fallen. Starregisseur Raimondi soll dieses Wunder vollbringen und geht auch mit Temperament und Autorität ans Werk, indem er bei der ersten Probe kurzerhand den textschwachen Don Giovanni feuert. Dieser wird bei weitem nicht das einzige Opfer von Raimondis unbedingtem ehrgeizigen Erfolgswillen bleiben, der sich damit natürlich auch jede Menge Feinde schafft.