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  Sommer der Züge | Stewart ONan
 
 
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sommer der züge

Sommer der Züge
Stewart ONan

Rowohlt Tb., 2000 - 476 Seiten

Kundenbewertung:(4 Bewertungen)
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Wunderschönes Buch

Das Buch hat eine wunderschön getragende, und dennoch direkte Sprache. Die Situation der Familie kann man bis ins kleinste Detail nachempfinden. Sehr schön sind die immer wieder wechselnden Perpekiven, aus der heraus es geschrieben ist. Durch den ganzen Roman zieht sich eine traurige Stimmung, die man nur allzu gut nachempfinden kann. Das macht das Buch so lesenswert.


Schwer verdauliche Tristess

Ich habe lange an diesem Buch gelesen. Gerade sein Realismus macht das Lesen zu einer Art Qual. Düster, grau und ausweglos, aber gerade deswegen doch so lesenswert.


Etwas zu schwermütig

Sprache und Schreibstil sind wunderschön und lassen einen auch nicht los, bis man das Buch zu Ende gelesen hat. Insgesamt finde ich das Buch zu schwermütig und teilweise auch langatmig - aber durchaus lesenswert, wenn man Geduld und Ruhe mitbringt. Am Anfang ist es zudem recht schwer, sich zu orientieren, weil die Handlungen und Sichtweisen der Personen sehr verschachtelt sind.


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Anrührend erzählt, aber zuviel Stoff für einen Roman

O'Nan's Roman ist, wie seine anderen Werke auch, geprägt von sensibel dargestellten Menschen und deren nicht erfüllten Sehnsüchten und den damit einhergehenden Katastrophen.

James und Anne, seit zwanzig Jahren verheiratet, haben zwei Söhne. Rennie hatte den Kriegsdienst verweigert - wir sind im Jahre 1943 und es ist Krieg. Als er verhaftet, gesellschaftlich geächtet und in ein Arbeitslager gekommen ist, meldet er sich als Sanitäter, nachdem sein Zimmergenosse auf dem Weg nach Afrika ums Leben gekommen war. Die Familie vermutet ihn im Südpazifik, man erfährt dann, dass er in Alaska in Kämpfe mit den Japanern verwickelt ist, von deren Gräueltaten die Familie erfahren hat. Der kleinere Jay leidet unter Albträumen. Er wird von der Angst um den geliebten Bruder gepeinigt und davon, dass die Familie, nachdem sie soeben das Sterben von Annes Vater begleitet hat, nun auf dem Wege zum nächsten sterbenden Großvater ist - anläßlich der anschaulich-einfühlsam beschriebenen Fahrt an der nächtlichen Küste von Long Island entlang durch verdunkelte Städte führt der Autor in das Innenleben der Familie ein. Das eheliche Leben von James und Anne wird überschattet von James Affäre mit seiner 16jährigen Schülerin Diane. Schon auf der ersten Seite erfahren wir, dass die beiden seit Wochen nicht mehr miteinander geschlafen haben. James trauert Diane immer noch nach, was Anne spürt. Eifersüchtig schleicht sie sich nachts zu Diane's Haus, um die ehemalige Geliebte des Mannes zu sehen. Später hat sie selbst eine Affäre mit Martin, die sie resigniert aufgibt, als sie merkt, dass sich auch mit Martin ihre Vorstellung von Glück nicht realisieren läßt. Das ist nicht nur für O'Nan's Figuren typisch: wenn sie merken, dass das größere Glück auch nicht klappen will, resignieren sie und kehren zum vertrauten Unglück zurück, verharren an dem Ort, von dem sie schon wissen, dort finden sie nicht, was sie eigentlich suchen (Ausnahme Arthur Parkinson in „Engel im Schnee", der was dagegen tut, und nicht vergebens). James hat wegen der Affäre mit der ehemaligen Schülerin seine Position als Lehrer verloren und arbeitet in einer Fabrik, in der Flugzeuge für den Krieg hergestellt werden, was niemand wissen darf.

Soweit die von unbewältigten Konflikten und anstehenden Katastrophen belastete familiäre Ausgangsposition. Das ist einfühlsam, teilweise in anrührender schöner Sprache, aber auch spannend erzählt. Man will wissen, wie es weitergeht mit der Familie: Können James und Anne noch glücklich werden, wie übersteht Jay das alles, was wird aus Rennie, wie ist es, den sterbenden Großvater zu erleben. Aber man will nun nicht noch die ebenfalls nicht gerade simplen Lebensumstände von Rennie's Kameraden, Fecho, Mowry, Burger, erfahren, man muß nicht auch noch das Innenleben seiner schwangeren, noch nicht zwanzigjährigen Frau Dorothy und ihr Umfeld, Maureen, Velma, Eileen, ihren in Italien befindlichen Bruder Robert, oder ihre Eltern kennenlernen, die Rennie bis zu seiner Verhaftung mochten, während Dorothy von James und Anne zunächst nicht akzeptiert wird. Dann gibt's noch Jame's Schwester Sarah, die den Vater pflegt, obwohl dieser sie nicht mag. Sie hat ihre Beziehung zu Terry, einem Säufer, beendet, traut sich vorsichtig an etwas Neues heran und wird bald schon wieder verlassen. Nicht zu vergessen Win, der Zeitungsjunge in Jay's Alter, der ausgerechnet auf dem Grundstück der Familie einen schweren Unfall hat, worauf Jay seine Tour übernimmt, später, nach Win's Genesung, teilen sie sich die Arbeit, werden Freunde. Stoff also für mindestens einen weiteren Roman; hier aber führt das dazu, dass man sich zwischen einzelnen brillant geschriebenen Passagen langweilt, weil es einfach zuviel wird; man kann nicht zu so vielen Personen das erforderliche intensive Interesse entwickeln. Trotz solcher als störend empfundener Kapitel kann man aber nicht loslassen von der weiteren Entwicklung, weil die Figuren von O'Nan so einfühlsam dargestellt werden, dass sie, was jedenfalls die zu Beginn dargestellten Hauptfiguren aus der Famillie angeht, einem nahetreten und man mit ihnen fühlt, und nicht zuletzt wegen der wiederholt anrührenden Passagen. Das gilt nicht nur für Anfang und Schluß, als Rennie zwar merkt, dass nichts mehr so sein wird, wie es war, aber allein die Hoffnung darauf gibt ihm genügend Sicherheit für die weiteren Jahre des Heranwachsens. Auch die Resümees, die die Protagonisten immer wieder mal ziehen, machen das Buch überaus lesenswert, zumal man nicht alle Tage so viel erfährt vom Leben während des zweiten Weltkrieges in Amerika. Und der melancholische Zug, der den ganzen Roman prägt angesichts der Unmöglichkeit der Handelnden, zu ihrem Glück zu finden, rührt an, und man kann sich durchaus fragen, was könnte ich in einer ähnlichen Situation anders machen, damit es mir besser ergeht.


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