Das Buch zeichnet Lebenswege von Afrikanerinnen und Afrikanern, die in Hamburg leben, nach; es zeigt, wie sie hier leben und wie sie sich in unserer Gesellschaft fühlen. Es erörtert nicht die einschlägigen Debatten um Zuwanderung, doppelte Staatsbürgerschaft und Wahlrecht; diese zentralen Aspekte bleiben aber keineswegs ungeachtet.
Es geht vielmehr um die Frage der Integration und Akzeptanz von afrikanischen Mitmenschen in der Gesellschaft, um Erwartungen von Afrikanerinnen und Afrikanern gegenüber Menschen in Hamburg und umgekehrt. Die größte Gruppe der afrikanischen MigrantInnen in Hamburg bilden die Ashanti aus Ghana. Besonders stellen die HerausgerberInnen die Situation der Haussa aus Ghana dar. Die HerausgeberInnen und ihre Ko-AutorInnen kommen aus den Bereichen der Afrikanistik, der Ethnologie, Soziologie und Politologie, Geschichtswissenschaften, Literatur- und Sprachwissenschaften sowie Religions- und Musikwissenschaften. Dennoch beabsichtigen die Autorinnen und Autoren keine wissenschaftliche Analyse. Die Grundlage dieses Buches bilden Erfahrungen aus der Sozialarbeit und im persönlichen Umgang mit Afrikanerinnen und Afrikanern wie auch Berichte von afrikanischen Mitmenschen und ihre Erfahrungen in Hamburg. Die Erfahrungen sind manchmal positiv, häufig jedoch überschattet von Rassismus und Diskriminierung. Die ?Wurzeln in zwei Welten" werden sehr eindrucksvoll beschrieben. Die Migrantinnen und Migranten bringen ihr ?kulturelles Gepäck" mit. Aus afrikawissenschaftlicher Sicht werden die ökopolitischen Bedingungen, aus denen heraus jemand sein/ihr Land verlässt, brisant aufgezeichnet. Die MigrantInnen befinden sich, besonders im Rahmen einer binationalen Partnerschaft, in einem kulturellen Spagat zwischen ihrer afrikanischen Herkunft und Identität und ihrer Eingliederung in Europa. Die lange Auseinandersetzung mit der Ausländerbehörde in Hamburg zwingt manche zur ?Remigration", z.B. nach Spanien, die anschaulich beschrieben wird, sowie zur Rückkehr nach Afrika.Das HerausgeberInnen-Team erspart uns Details über Abschiebepraktiken undBrechmitteleinsätze; die bekannten Fälle werden jedoch exemplarisch angeführt. Die behandelten Polizeischulungen, die auf Anfrage der Polizei durch das Asien-Afrika-Instituts der Universität Hamburg durchgeführt werden, sind in ihrer Intention fraglich, denn die Seminare zur Förderung der interkulturellen Verständigung können nur bedingt die Gewalt verhindern, der sich Flüchtlinge häufig durch die Polizei ausgesetzt sehen.Die ?Wurzeln in zwei Welten" werden sehr eindrucksvoll beschrieben. Die Migrantinnen und Migranten bringen ihr ?kulturelles Gepäck" mit. Aus afrikawissenschaftlicher Sicht werden die ökopolitischen Bedingungen, aus denen heraus jemand sein/ihr Land verlässt, brisant aufgezeichnet. Die MigrantInnen befinden sich, besonders im Rahmen einer binationalen Partnerschaft, in einem kulturellen Spagat zwischen ihrer afrikanischen Herkunft und Identität und ihrer Eingliederung in Europa. Nach langer Auseinandersetzung mit der Ausländerbehörde in Hamburg ist der weitere Schritt die ?Remigration", z.B. nach Spanien, die anschaulich beschrieben wird, sowie die Rückkehr nach Afrika.Das Buch schafft Verständnis für die Lage der Afrikanerinnen und Afrikaner in Hamburg. Es ist ein Appell, sich mit diesen Menschen und ihren Kulturen und Erfahrungen auseinanderzusetzen und ein Appell an die Medien, das gegenseitige Wissen über die Kontinente zu vertiefen. Besonders zentral für das Thema ?Integration" ist das Kapitel 3: ?Das Leben in Hamburg: Lebensziele - Lebensinhalte", in dem anhand von Statistiken aus dem Amt für Schule Bildungsbarrieren und Bildungschancen für westafrikanische Schülerinnen und Schüler in Hamburg aufgezeigt werden. Maßnahmen zur Integration und Bestandteile der ?multikulturellen Erziehung" werden als grundlegender Baustein innerhalb eines Komplexes des Aufenthaltsverfahrens dargestellt, denn der Aufenthaltstatus, die Arbeitserlaubnis und die Motivation eines afrikanischen Jugendlichen, sich in die deutsche Gesellschaft einzufügen und Deutsch zu lernen, sind voneinander abhängig. Schranken des Rassismus, die zur Separation führen, treiben MigrantInnen in die Isolation.Besonders für Pädagogen und für Alle, die sich im Rahmen der Sozialarbeit mit Afrikanerinnen und Afrikanern befassen, aber auch für Alle, die diesen Mitmenschen aufgeschlossen gegenüberstehen, ist dieses Buch sehr lesenswert.