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  Storytelling | Dieter Herbst
 
 
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Storytelling
Dieter Herbst

Uvk, 2008 - 220 Seiten

Kundenbewertung:(3 Bewertungen)
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Über wie wirkmächtige Kraft von Geschichten - auch für die Außendarstellung kleiner sozialer Gruppen und Verbände geeignet

Immer wieder haben die Menschen im Verlauf der Kulturgeschichte Geschichten erzählt. Unser Kulturkreis ist insbesondere beeinflusst und nach wie vor geprägt, auch wenn viele das längst vergessen haben, von der jüdisch-christlichen Tradition, die seit fast 3000 Jahren immer wieder existentielle Erfahrungen von Leid, Schuld und Glück, von gelingendem und verpasstem Leben, von Gerechtigkeit und Unrecht, von Krieg und Frieden in Geschichten gefasst hat. Geschichten, die für sich selbst sprechen und mehr aussagen, als ihre einzelnen Wörter mitteilen.

Nun gibt es seit vielen Jahren insbesondere im Bereich der Public Relation eine Wiederentdeckung der geheimnisvollen und wirkmächtigen Kraft von Geschichten. "Storytelling", wie das neudeutsch genannt wird, wird eingesetzt in der Werbung, bei Präsentationen und Vorstellungen.
Unternehmen, so wird berichtet, die eine "Geschichte" haben und entwickeln, werden Mitarbeiter haben, die sich stärker mit dieser Geschichte verbinden und motiviert sind, für die Zukunft an der Weitererzählung dieser Geschichte mitzuwirken. Journalisten, denen man eine "Story" bieten kann, werden viel lieber darüber berichten als über ein trockenes" Thema oder Unternehmen ohne eine solche.

Dieter Herbst, eine der ausgewiesensten PR-Berater und Honorarprofessor an der Universität der Künste in Berlin und Gastprofessor an der Lettischen Kulturakademie in Riga, hat die Vielfalt der Veröffentlichungen zum Thema in diesem 200 Seiten umfassenden Buch für die Praxis gut zusammengefasst.

Neben einer ausführlichen Erklärung dessen, was mit Storytelling gemeint ist, zeigt eine Fülle von Anschauungsmaterial, wie es in der Praxis sinnvoll und gewinnbringend angewandt werden kann. Geschichten in der PR sind aber entgegen einem weitverbreiteten Vorurteil "keine lockeren Plauderein, schönfärbende Gefälligkeiten oder gar Erfindungen. Sie sollen zeigen, wofür das Unternehmen steht, welchen Nutzen es bietet, welche Visionen es hat."

Auch Menschen, die in kleineren sozialen und gesellschaftlichen Einheiten arbeiten und dort für die Außendarstellung verantwortlich sind, etwa in Städten und Kommunen, großen Vereinen oder religiösen Gemeinden, können von der Lektüre dieses Buches profitieren.



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Erstmals unter einem Dach

Die Literatur zum Thema Storytelling lässt sich zwar noch einigermaßen überblicken, hat aber doch einen Umfang angenommen, der manchen interessierten Leser überfordert. Aber zum Glück gibt es in Berlin noch einen Professor, der das Problem erkannte und mit diesem Buch löst. Denn Dieter Herbst hat alle bedeutenden Publikationen gesichtet und die wesentlichen Erkenntnisse in ein nachvollziehbares System gebracht. Das Inhaltsverzeichnis mag auf Leser abschreckend wirken, die kaum Berührungspunkte mit wissenschaftlichen Arbeiten haben. Aber keine Angst, da der Autor auch ein Mann der Praxis, gefragter Redner und selbständiger PR-Berater ist, kann er sich sprachlich so ausdrücken, dass ihn Leser ohne akademische Titel bestens verstehen. Und wem die Quellenangaben oder Querverweise schnuppe sind, kann sie auch einfach überlesen, ohne dadurch das Wesentliche zu verpassen. Zudem verliert sich der Autor ja nicht im Theoretischen, sondern veranschaulicht jeden wichtigen Punkt durch Beispiele aus dem ganz realen Alltag.

Eingeteilt ist dieses Kompendium zum Storytelling in zehn Kapitel. Nachdem der Autor den Begriff klärt, eine kleine Chronik von Geschichten gibt und das heutige Einsatzgebiet aufzeigt, stellt er die wichtigsten Wirkmechanismen des Storytelling vor. Als PR-Spezialist geht er danach auf die Bedeutung von Geschichten in seinem Fachgebiet ein. Wie wir Geschichten ableiten, seine Kernelemente herausarbeiten und ein Konzept entwickeln können, erfahren wir in den nächsten drei Kapiteln. Unter der Überschrift Anwendungsbeispiele bietet der Autor genügend Anschauungsmaterial, um Analogien zum gewünschten Einsatzgebiet zu knüpfen. Für alle, die daran interessiert sind, wie Menschen von Geschichten lernen, ist das nächste Kapitel reserviert. Und die Wirkung von Geschichten auf gedankliche Präsenz, klare Vorstellungsbilder, Vertrauen und Verhalten, beschreibt Dieter Herbst in seiner letzten Ordnungseinheit. Das zehnte und letzte Kapitel "Wie wir zu guten Geschichtenerzählern" werden, verantwortet der Rezensent selber, weshalb denn diese Besprechung alles andere als neutral ist. Im Anhang finden sich Links, Studien, Literatur und Index.

Mein Fazit: Obwohl ich durch meine marginale Beteiligung an diesem Buch vorbelastet bin, bewerte ich es ohne Hemmungen mit fünf Sternen. Denn Dieter Herbst erspart dem an Storytelling interessierten Leser nicht nur eine Menge Arbeit, sondern bringt weit Verstreutes in eine Ordnung, die das Verständnis erleichtert und auf die viele gewartet haben. Der Leser profitiert davon, dass der Autor sowohl in der Wissenschaft als auch in der Praxis zuhause ist und nebst vielem anderen auch die Kunst des Schreibens beherrscht.



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