Das Silmarillion | John Ronald Reuel Tolkien
Bücher:
das silmarillion
Das Silmarillion
John Ronald Reuel Tolkien
Dhv der Hörverlag
, 2008
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Kauftipp
Essentiell für ein tieferes Verständnis von Tolkiens Welt - wenn man sich darauf einlässt
Vorweg: Dieses Werk wird sicherlich nicht jedermanns Sache sein - kann es eigentlich auch gar nicht. Man sollte auf jeden Fall vor dem Kauf bedenken, dass es sich hier nicht um ein Buch im Stil von "Herr der Ringe" handelt. Das ist auch gar nicht möglich, da Christopher Tolkien das Gesamtwerk aus Notizen und Fragmenten seines Vaters zusammengestellt hat. Daraus ergibt sich schon die Voraussetzung, dass dieses Kompendium nichts für zwischendurch ist, sondern nur Leser ansprechen kann und will, die sich tiefer mit J.R.R. Tolkiens Welt befassen wollen. Dafür sollte man beim ersten Versuch es zu lesen auf jeden Fall Geduld mitbringen. Man wird sehr oft zum angefügten Namens- und Ortsregister greifen müssen, um der Handlung folgen zu können. Nach einigen Seiten hat man sich aber daran gewöhnt und schafft es kaum noch, das Buch aus der Hand zu legen. Noch besser liest es sich beim zweiten Versuch, wenn man die meisten der Schauplätze und Personen bereits kennt. Dann steht einem Lesevergnügen nichts mehr im Wege, das dem von "Herr der Ringe" ebenbürtig ist.
Abschließend kann man vielleicht in einige der hier angeführten Kritikpunkte etwas Licht bringen. An und für sich sollte man zunächst das Vorwort von Christopher Tolkien lesen, das erklärt, warum das Buch so und nicht anders aufgebaut und geschrieben ist - einige der Kritiker scheinen das nicht getan zu haben.
Ja, das Buch liest sich ähnlich und ist in einem ähnlichen Stil geschrieben wie die Bibel. Das hat allerdings durchaus seine Berechtigung. Man muss Tolkiens Welt nämlich als Ganzes betrachten - und so versteht sich dieses Werk: ebenso wie "Herr der Ringe" ist es eine Erzählung, die in einer in sich geschlossenen Welt stattfindet. Das Buch, in dem man liest, ist aber nicht nur in unserer Welt, sondern auch in Mittelerde körperlich vorhanden, genauso wie es der Leser in den Händen hält. Klingt etwas verwirrend, ist aber auch bei "Herr der Ringe" so, wie man an diversen "Quellenangaben" erkennen kann.
Das "
Silmarillion
" berichtet aus einer Zeit, die lange vor den Geschehnissen des Ringkrieges liegt - im ersten Zeitalter von Mittelerde. Ähnlich wie in unserer Welt ist auch in Mittelerde die Sprache der Vergangenheit entsprechend altmodischer. Dadurch ergibt sich der Schreibstil wie von selbst. Man muss sich in die Lage versetzen, ein Werk zu lesen, das nicht von J.R.R. Tolkien sondern von einem elbischen Historiker geschrieben wurde, ebenso wie man in "Herr der Ringe" Andeutungen findet, dass das Buch von Frodo Beutlin geschrieben wurde. Gleiches gilt für "Der Hobbit", das von Bilbo Beutlin unter dem Titel "Hin und Zurück" verfasst wurde. Nur wenn man sich diese Dinge vor Augen hält, kann man wirklich in die Welt von Mittelerde eintauchen und die Geschichten nicht nur zur Unterhaltung lesen, sondern als das was sie wirklich sind verstehen: Die komplette Erschaffung einer eigenständigen Welt, mit tiefgründigen Figuren, eigenen Sprachen und einer eigenen Geschichte.
Das "Silmarillion" ist essentiell für ein besseres Verständnis des Gesamtkomplexes. Es enthält neben der eigentlichen Entstehung der Welt (eine Schöpfungsmythologie die ihresgleichen sucht) auch die Geschichten vom ersten Erwachen von Elben, Zwergen und Menschen, den Kampf gegen den ersten dunklen Herrscher Morgoth (gegen den Sauron ein Nichts ist) und vielen, sehr vielen, damit verbundenen Erzählungen von großen Helden und bitteren Niederlagen am Schluss auch die Vorgeschichte und den Übergang zum "Kleinen Hobbit" und damit auch zum "Herrn der Ringe". Ein Pflichtkauf also für alle, die nicht nur auf Unterhaltung aus sind, sondern sich wirklich in eine andere Welt hineinversetzen möchten.
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superkalifragilistiscexpialigetisch!
Das Wort Superkali... hab ich zwar wahrscheinlich falsch geschrieben, aber wuarscht. Also das Buch ist sagenhaft toll; bin ganz furchtbar empört darüber, dass es Leute gibt, die das Buch "grauenhaft" finden.
Mir hat das
Silmarillion
sehr gut gefallen, kann es nur weiterempfehlen.
Kleiner Tipp: Man sollte beim Lesen keine Wochenlangen Pausen einlegen, da man sonst leicht vergisst, was zuletzt passiert ist.
Viel Spaß noch beim Lesen!!!
Schwere Kost?
Ja und nein. Sicher, man braucht am Anfang etwas Geduld, Konzentration und Durchhaltevermögen bis man sich "eingelesen" hat. Hat man sich an die Namensflut und den Schreibstil gewöhnt, öffnet sich jedem Ringe-Fan eine wunderbare und höchst komplexe "Zauberwelt", die aufgrund der Unverfilmbarkeit des Stoffes wohl auf ewig nur im eigenen Kopf durch "eigene" Kulissen und Gesichter lebendig wird.... Und das ist gut so.
Jeder Tolkien-Fan, der sich ausführlich über die Entstehung Mittelerdes infomieren und komplett in Tolkiens Welt eintauchen will, findet hier das passende Buch. Mir hat das ständige Geblätter im Namens- und Ortsregister richtig Freude bereitet, auch wenn ich zugeben muss, dass ich mehr als einen Durchlauf benötigt habe, bis mein Hirn diese Masse an Informationen und die daraus fast zwangsläufig abgeleitete Bilderflut verarbeitet hatte....;o)) Tolkiens Kosmos ist wahrlich gigantisch... Ein grandioses Werk.
Wer allerdings einen schlichten Roman erwartet oder den HdR nur aus dem Kino kennt, sollte besser einen Bogen um das
Silmarillion
machen...
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Erzählerisches Meisterwerk
Für mich ist, wie für viele andere Menschen auch, der Herr der Ringe die großartigste Geschichte aller Zeiten. Wie großartig diese aber wirklich ist, wurde mir erst richtig durch das
Silmarillion
klar. Hier wird erzählt, wie die Welt Arda erschaffen wurde, und wie durch die Wirren der Historie die Länder und Kulturen Mittelerdes letztendlich zu dem wurden, als das man sie aus dem Herrn der Ringe kennt.
Das Buch besteht aus vielen Kapiteln, die eine Geschichte von einigen Jahrtausenden überbrücken. Dabei wird die Welt, wie sie gerade ist, manchmal einfach beschrieben, oder es wird in großen Schritten der Verlauf der Geschehnisse erzählt und immer wieder hat sich Tolkien einzelne Figuren herausgepickt, um anhand derer (oft sehr dramatischen) Lebensgeschichten das Bild dieser Zeiten darzustellen. Meine persönlichen Highlights daraus sind die Geschichte um Beren und Luthien sowie Der Untergang von Numenor. Sprachlich alles kunstvoll, elegant und auf allerhöchstem Niveau - Tolkien eben.
Wer also eine klassische Roman-Erzählung erwartet, mit einer psychlogisch ausgearbeiteten Hauptfigur, die den Leser von Anfang bis Ende mitfiebern lässt, wird hier sicher enttäuscht.
Wer aber mehr über die Vorgeschichte des Herrn der Ringe wissen möchte, sich ein wenig für Mythologie begeistert und Freude findet an den philosophischen und weltanschaulichen Aspekten, die man hier zwischen den Zeilen finden kann, der hat im Silmarillion ein Buch fürs Leben. Ich hatte den Erstkontakt durch das Hörbuch, gelesen von Achim Höppner (deutsche Synchronstimme des Film-Gandalf), der ohnehin ein begnadeter Vorleser war und zudem eine wunderschöne Aussprache der elbischen Worte liefert. Ich besitze aber auch das Buch und der episodenhafte Stil dieses Werks lädt dazu ein, sich immer wieder mit seinen Lieblingsgeschichten auf die Couch zu legen. Ich selbst mag Sagenerzählungen sehr gerne, u.a. auch, weil sie den Einsatz der eigenen Phantasie fordern - etwas, das in unseren multimedial überfrachteten Zeiten immer schwerer zu verlangen wird (Dass hier so viele Leute 1-Sterne-Bewertungen abgeben, die überhaupt keinen Bezug zu mythologischen Erzählungen herstellen können, ist übrigens äußerst sinnfrei ...).
Auch wenn das Silmarillion die Vorgeschichte zum Herrn der Ringe ist, würde ich doch empfehlen letzteres zuerst zu lesen. Der Herr der Ringe ist halt der packende Roman und das Silmarillion eine (zusammenhängende) Geschichtensammlung, die Hintergründe erläutert, mit denen man sich einfach besser identifizieren kann, wenn man die Hauptgeschichte kennt. Aber nach dem Silmarillion kann man die Geschichten um Frodo, Gandalf und Aragorn wieder aufs Neue genießen - und zwar mit ganz anderen Augen!
Was zur epischen Bandbreite und Atmosphäre von Tolkiens Erzählung vom Ringkrieg sehr stark beiträgt, ist die eigene glaubwürdige Mythologie, über die die Bewohner Mittelerdes verfügen. Viele Aussagen des Herrn der Ringe werden daher um einiges bedeutungsschwerer, wenn man das Silmarillion kennt. Wer sind diese Herren von Numenor, von denen Aragorn abstammt? Woher kommt Sauron? Wer ist diese Luthien, mit der Arwen verglichen wird? Wieso segeln die Elben in den Westen? Und wohin? Was ist das Besondere an dem weißen Baum? Und sehr vieles mehr. Das Silmarillion zeigt auch, dass Tolkien nicht nur ein großer Schöpfer von Geschichten, Mythen (ja, er hat eine komplette Mythologie erschaffen!) und Sprachen war, sondern auch ein begnadeter Dramatiker.
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