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  Nachtzug nach Lissabon | Pascal Mercier
 
 
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Nachtzug nach Lissabon
Pascal Mercier

Dhv der Hörverlag, 2007

Kundenbewertung:(270 Bewertungen)
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Plötzlich war Schluss. Raimund Gregorius, von seinen Schülern liebevoll ?Mundus? genannt, Lateinlehrer und Altsprachengenie an einem Berner Gymnasium, war unzweifelhaft aus dem Tritt geraten. Er war sich nicht einmal sicher, ob die Frau, die heute Morgen auf der Brücke im strömenden Regen einen Brief zerknüllt hatte, wirklich hatte springen wollen. Gregorius, auf das Schlimmste gefasst, war zu Hilfe geeilt. ?Português?, hatte sie zerstreut auf seine Frage nach ihrer Muttersprache geantwortet und dem Verblüfften eine Telefonnummer auf die Stirn gekritzelt. Die Fremde verschwand so schnell, wie sie in sein Leben getreten war. Eine Idee blieb zurück. Wenig später war Mundus, die ?museale Gestalt?, dieser in Ehren ergraute Ausbund an Korrektheit und Tüchtigkeit, für immer aus dem Klassenzimmer geflohen.

?Wenn es so ist, dass wir nur einen kleinen Teil von dem leben können, was in uns ist -- was geschieht mit dem Rest?? Die Worte des portugiesischen Arztes und Poeten Amadeu de Prado, gefunden in einem Antiquariat, hatten Gregorius wie einen Schlag getroffen. Erneut wies die Spur nach Portugal. Der Nachtzug nach Lissabon sollte ins Licht führen. Fortan würde Gregorius die Gedankenwelt des Arztes und Widerstandskämpfers gegen das Regime Salazars nachempfinden. Lebenserfahrungen und unbequeme Fragen, die wie an Gregorius persönlich gerichtet klangen. Tiefer und tiefer geht die Reise -- und führt schließlich in die gefährlich eisigen Grenzregionen der Persönlichkeitsspaltung.

Wählte Martin Walser in seinem Werk Der Augenblick der Liebe den geschmähten Philosophen La Mettrie zum Sprachrohr seiner innersten Befindlichkeit, so benutzt Mercier die geschliffenen Existenzfragen de Prados als Motor seines Romans. Vergleiche mit Nabokov und Kafka wurden bereits angestellt. Auch an Umberto Eco fühlen sich einige erinnert, hat doch der Berner Peter Bieri, der seine Erfolgsromane Der Klavierstimmer und Perlmanns Schweigen als Pascal Mercier zeichnete, in Berlin einen Lehrstuhl für analytische Sprachphilosophie inne.

Sprache, die das Innerste aufschließt. Mercier ist ein Roman von betörender und träumerischer Schwere gelungen, angesiedelt im Tropengebiet der Melancholiker. Die Rückfahrt wird nicht leicht werden. --Ravi Unger


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Sehr theatralisch

Mir wurde das Buch geschenkt und ich habe es auch empfohlen bekommen. Die ersten ca. 60 Seiten habe ich mich durchgebissen, dann wurde es etwas interessanter um mir dann in seiner Theatralik auf den Nerv zu gehen. Die letzten ca. 30 Seiten habe ich nur noch so überflogen.

Merciers Sprache ist wunderschön, die Romanidee auch sehr gut aber diese quälende, weil zu sehr gewollte, Introspektion des Protagonisten ist ein Elend. Das Buch reicht bei Weitem nicht an "Die Glut" von Sándor Márai heran, das ebenso von Freundschaft, Loyalität und Liebe handelt.

Wenn man beide Bücher gelesen hat, dann merkt man wie sehr sich Mercier bemüht, was Marai mit Eleganz und Tiefe auf weniger Seiten gelingt.


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Mitreißende Langeweile

Die Story an sich ist recht interessant und hat ein hohes Potenzial als Erzählstoff. Doch der Roman verliert recht stark aufgrund stilistischer Schwächen: Dauernd klingelt Gregorius an irgendwelchen fremden Türen, keiner macht auf, er dreht sich um - und dann geht die Tür plötzlich doch auf. Der Erzählstil ist ziemlich oft auf diesem Niveau. Auch die Texte des Autors Prado wirken oft etwas kitschig. Und manche Zufälle lassen die Story gar zu oft unrealisitsch erscheinen.
Trotz dieser (und vieler anderer) Schwächen, die jedoch oft nur "handwerklicher" Natur sind, hat mich dieses Buch mitgerissen. Die Atmosphäre und die Gefühlswelt Gregorius? zogen mich in ihren Bann und ließen mich über etwaige Schwächen gern hinwegblicken.


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Nachdenken über sich selbst und den eigenen Lebensweg

Die Geschichte des Gregorius Raimund ist eine spannende Reise in das Leben eines anderen Menschen und in sein eigenes. Gregorius lernt auf dieser Reise viel über sich selber kennen, vor allem aber fängt er an ans ich und seinem gewählten Lebensweg zu zweifeln und stellt auch einiges in Frage. Obwohl die Geschichte einige kleine Höhepunkte hat, ist dennoch kein richtiger typischer Spannungsaufbau, wie man ihn aus anderen Romanen kennt, vorhanden. Was aber nicht bedeutet, dass dieses Buch langweilig ist. Es ist ein philosophisches Buch, das sich mit den wichtigen Themen unseres alltäglichen Lebens beschäftigt: Freundschaft, Liebe, Beruf, Tod, Eltern. Ein schöner, stilistisch dennoch nicht besonders hervorzuhebender Roman, der eine perfekte Sommerlektüre darstellt.


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reviews: page 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10



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