Karl Valentin: Sie sind ein witziger Bold - Eine Audiographie
Bücher:
karl valentin: sie s...
Karl Valentin: Sie sind ein witziger Bold - Eine Audiographie
RH Audio
, 2007
Kundenbewertung:
(3 Bewertungen)
großes Bild anzeigen
weitere Infos, Preis & Bestellmöglichkeit
Schönes Porträt mit kleinen Schwächen
Einer der - laut Booklet - 10 000 Gründe für dieses Porträt ist es, ein für alle Mal klarzustellen, dass man den Münchner
Karl
Valentin
mit Vogel-V spricht und nicht, wie es etwa 90 Prozent der Deutschen (und gefühlte 100% der Nicht-Bayern) tun, mit Vasen-V. Und doch rutscht dem Vorleser Peter Lohmeyer irgendwann der "Walentin" heraus...
Das ist vielleicht die eigentliche Schwäche bei diesem ansonsten sehr gelungenen Porträt: Dass sich Nicht-Bayern an Karl Valentins und Liesl Karlstadts sprachlichen Verrenkungen und Absurditäten abmühen müssen. So mag der Kölnischen Rundschau das angeblich breite Bayerisch von Edi Jäger gefallen haben. Ein Münchner kann sich an dem in Wirlichkeit deutlich hörbaren österreichischen Tonfall Jägers allerdings gar nicht freuen. Valentins Bayerisch war ein auch heute noch typisch münchnerisches gestelztes Hochdeutsch, das so gerne vornehm wäre und dennoch seine Herkunft aus den Glasscherbenvierteln der damaligen Münchner Vorstädte nicht verleugnen kann. Da hat der Klang des österreichische Dialekts nun gar nichts zu suchen.
Außerdem werden die Texte in verteilten Rollen von Edi Jäger und ChrisTine Urspruch hauptsächlich vor-gelesen, weniger vor-getragen und so gut wie gar nicht vor-gespielt. Da geht dann leider viel von der absurden Genialität Valentins und Karlstadts verloren.
Aber wie sagt Valentin selbst: Ich bin froh, dass es so ist, denn wenn ich nicht froh wäre, dann wäre es auch so.
Drum wollen wir nicht herummäkeln, sondern gnädig über die Schwachpunkte hinwegsehen und uns an dem Porträt des Komikers von der traurigen Gestalt freuen.
weitere Infos, Preis & Bestellmöglichkeit
Gauleiter Mutschman hat gelacht,
aber wie Klaus Gronenborn im Katalog zur
Karl
Valentin
Ausstellung deutlich macht, konnte Valentin sich mit dem von der Reichsschriftstumskammer geforderten Humor nicht anfreunden. Und die sich nicht mit seinem.
Obwohl man ihm gute Verdienstmöglichkeiten als Klamaukdarsteller bot, trat er entnervt aus der aus der Reichschriftstumskammer aus; lange nachdem er angefragt hatte, ob er wie Heinz Rührmann erst ein fremdrassige Dame heiraten müsse, um an bessere Aufträge zu kommen.
Schon vorher hatte er seinen gehassten Kollegen Walter Wucherpfenning boshaft der falschen Abstammung geziehen, was die Kammer, ins Mark ihrer Kompetenz getroffen, empört zurückwies.
Und so lässt uns Klaus Gronenenborn, wenn er Karl Valentins Briefwechsel mit der Reichsschrittumskammer ins Licht stellt, tief in den Bodensatz der Kunstproduktion im Dritten Reich blicken und bietet einen so authentischen Einblick, wie man ihn selten findet.
Was Valentin an der Kammer störte, war also nicht deren Einsatz gegen Künstler bestimmter Abstammung, sondern die Einschränkung seiner Kunst. Die Entrechtung anderer Künstler juckte ihn vermutlich so wenig wie ihn und andere die Verfolgung der Ernsten Bibelforscher, die als erste große Gruppe sogar für tatsächlich geleisteten Widerstand eingeknastet und ermordet wurde. Die ernsten Bibelforscher heute Zeugen Jehovas lehnen nämlich das Töten von Menschen generell ab, was tatsächlich den Nerv dieses auf kriegerische Eroberung eingestellten Systems traf und auch in DDR Und BRD wider zu Verfolgung Anlass bot.
Auch Valentin kam auf seine Weise mit dem System nicht klar.
Seine Komik war nicht aufbauend und stieß auf keine Gegenliebe vom damaligen Oben. Auch wenn er meldete, Gauleiter Mutschmann hat gelacht, die Reichsschrifttumskammer war nicht amüsiert. Valentinsche Hungergestalten waren nicht die, mit denen sich der an die Macht gekommene Anhänger des Deutschen Sozialismus a la Wilhelm Börger identifizieren sollte.
So war sein Austritt aus der Kammer letztendlich konsequent. Er konnte und wollte sich nicht arrangieren und sein Leben im Belanglosen verbringen. Leider währte es nicht lange. In wichtige Höhepunkte und Niederungen dieses zu kurzen Schaffens bietet der Katalog von Klaus Gronenborn einen ausgezeichneten Einblick.
weitere Infos, Preis & Bestellmöglichkeit
Ein wirklich lustiger Bold
Karl
Valentin
hätte 2007 seinen 125. Geburtstag gefeiert. Dieses Hörbuch erzählt aus seinem wild bewegten Leben. Was hat dieser Mensch nicht alles ausprobiert! Einen Musikapparat mit über 30 Instrumenten hat er gebaut, Plastikpalmen verkauft, zweimal ein Museum gegründet, und er war der erste Filmproduzent Münchens. Geendet ist sein Leben trotz aller Pläne und Erfolge traurig, nach dem Krieg wollte ihn niemand mehr hören. Schön, dass zumindest in seinem Geburtstagsjahr noch an ihn gedacht wird, z.B. mit diesem tollen Live-Hörbuch. Peter Lohmeyer erzählt das Leben von Karl Valentin und Edi Jäger (großartig!) spricht gemeinsam mit Christine Urspruch Dialoge, die auch heute noch wahnsinnig komisch und aktuell sind.
weitere Infos, Preis & Bestellmöglichkeit
Folgende Artikel könnten Sie interessieren
witziger
SOAP: Morgen wird doch alles anders.....
Noch witziger gefilzt: Filzen mit der Nadel
Manfred Rommels Schwäbisches Allerlei: Eine bunte Sammlung pfiffiger ...
Karl Valentin: Sie sind ein witziger Bold - Eine Audiographie
Fun for One: Jede Menge ausgefallener, witziger und aufregender ...
karl
Lexikon des Überlebens. Handbuch für Krisenzeiten
Terror und Traum: Moskau 1937
Buch der Sehnsüchte
The Secret - Das Geheimnis
Über den Umgang mit Menschen
Suche nach Büchern
audiographie
,
bold
,
karl
,
valentin
,
witziger
zufällig ausgewählt
Buch:
Die 50 besten Lebensmittel für Ihre Gesundheit
Bitte aktivieren Sie JavaScript, damit diese Seite korrekt funktioniert!