Zum Beispiel die: ?Wie erzähle ich die ganze Sache Ricarda, meiner Beziehung? Denn jeder Mann weiß, dass Frauen über einen für Männer hochgefährlichen Lückendetektor verfügen. Und deshalb die Unfall-Szene samt der jungen, attraktiven Frau schnell rekonstruiert wäre. Horst Schroth, der kleine Böse unter den Kabarettisten, bewegt sich souverän von dieser Geschichte weg und stellt weitergehende, existentielle Fragen. Im ?Katerfrühstück? gibt Schroth wie in seinem erfolgreichen ?Herrenabend?-Programm erschöpfend Auskunft über den Mann an sich und seine Beziehung zu Frauen und Hunden. Einige Dinge scheinen festzustehen, sind unverrückbar: Erstens lieben Männer keine Fragen, zweitens gehen sie nicht ? so wie alle Frauen ? gerne einkaufen und drittens wohnen sie. Das Wohnen allerdings scheint eines der letzten Geheimnisse zu sein. Oder wussten Sie von der Vorliebe der Männer für das Wohnen, welches wohl nichts anderes als ein Synonym für rumsitzen und nichts tun zu sein scheint.
Was wäre das Thema Frauen und Männer ohne das standardmäßig auseinanderklaffende Fremd- und Eigenbild. Dass Männer sich immer für einen Adonis halten, liegt einfach daran, dass sie sich mit zwanzig in den Spiegel schauen. Danach nie wieder! Frauen hingegen sind notorisch unzufrieden mit ihrem Äußeren, legen sich unters Messer, lassen das ganze Programm über sich ergehen und verlieren dann ihren Schutzengel. Warum? Ganz einfach, weil er sie nicht mehr wiedererkannte. Diesen bitterbösen Hieb auf die Frauen verschärft Schroth noch. Denn wirklich interessieren tun sich Männer nicht für Frisuren oder ähnlich künstliche Verschönerungen. Nein, sie sind nur auf den Arsch scharf! Und sie wissen auch ganz genau, ?dass eine Frau so alt ist, wie sie vor dem Frühstück aussieht. Oder wie lange sie braucht, bis sie vor dem Frühstück erscheint.?
Schroth verteilt im ?Katerfrühstück? die Hiebe ziemlich gerecht: Die etwas minderbemittelten Männer mit ihrer Aussprechsperre kriegen ihr Fett genauso wie die notorisch nölenden und alles wissen wollenden Frauen. Hunde (der Kabarettist hat selbst zwei) schneiden in seiner Beurteilung als Partner sehr gut ab. Mit viel Effekt und manchen Übertreibungen präsentiert der Schroth eine kluge und vergnügliche Analyse der Geschichte zwischen Mann und Frau. Witzig, frech, bitterböse treffend und unterhaltend! Live -Mitschnitt aus dem Theater ?Die Wühlmäuse? in Berlin. Kabarett, O-Ton, Spieldauer: ca. 75 Minuten, 1 CD. -- culture.text