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  Pastetenlust: Palinskis erster Fall | Pierre Emme
 
 
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Pastetenlust: Palinskis erster Fall
Pierre Emme

RADIOROPA Hörbuch, 2008

Kundenbewertung:(4 Bewertungen)
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Ob wohl ein Wiener "Kriminologe" mein Herz erobern kann?

... das habe ich mich vor Lektüre dieser Neuentdeckung gedacht. - Nun bin ich schlauer und zugleich Palinski-, bzw. Emme-süchtig!

"Pastetenlust" ist im wahrsten Sinne des vom Autor gewälten Titels, ein Wiener Krimi-Leckerbissen. Das hat der in Wien lebende Autor, Pierre Emme, sich schlau ausgedacht. Sein Protagonist, Mario Palinski - mehr Krimi-Literatur-Fan und Lebenskünstler als Detektiv - ist genau das, was ich im Heimatslang als "A g'miatlicha Zecka" bezeichnen würde. Zu hochdeutsch: Ein mordssympathischer Kerl; noch dazu mit fein geschultem Sinn für Kriminalistik - und gutes Essen!

Ausgerechnet auf "seiner" Parkbank wird ein Toter gefunden. Also damit hat Mario Palinski am frühen Morgen nicht gerechnet. Seinem guten Freund dem Polizei-Inspektor Wallner steht der "Privatkriminologe" Palinski von Stund an mit Rat und Tat zur Seite. Der Tote stellt als bekannter Schauspieler heraus, der am Abend zuvor sogar in einer Fernsehshow mit dem (Zitat:) "Goldenen Viktor - als bester was auch immer" ausgezeichnet wurde.
Pierre Emme haucht "diesem" Palinski auf unaufdringlich-humorvolle und dennoch selbstkritisch wirkende Art - im Schnelldurchgang - Leben ein; so dass ich ihn sofort ins Herz geschlossen habe. Vor allem gewährt der Autor in "Zwischenkapiteln" den teilweise wirren, authentisch wirkenden, Gedanken von Mario Palinski ihren eigenen Raum; in Form von kursiver Schrift.
Neben dem erwähnten Inspektor (Wallner) spielt noch ein weiterer Freud im Bunde - und mit ihm ein weiterer Fall! - eine wichtige Rolle: Ministerialrat Dr. Michael Schneckenburger - kurz "Miki" genannt. Ein hysterisch-chaotisch bis unsischer-unselbständig nervöser großer "Lackl", bei dem man sich ständig fragt: "Wie kommt SO EINER, zu SO EINEM Job?" - Wie auch immer, "Miki" hat jedenfalls alle Hände voll zu tun, denn in einem Erpressungsfall gegen einen bekannte Ladenkette gab es bereits zwei Tote und die eilig einberufene SOKO "Vergiftetes Müsli" untersteht immerhin dem Bundesinnenministerium. Somit dem Innenminister, Dr. Josef Fuscheè, dessen "rechte Hand" unser lieber "Miki" ist.

Alleine die beamtenösterreichischen Gespräche mitsamt Behördengeltungsdrang und Freunderlwirtschaft zauberten mir beim Lesen mehrmals ein süffisantes Grinsen auf's Gesicht. Sympathisch kritisch - ohne bissig oder bösartig aufdringlich zu wirken.
Was für eine herrlich skurrile Krimi-Posse! Sympathischere Wiener habe ich seit Kottan und seinen planlosen Kollegen nicht mehr kennen gelernt. Mehr davon!!!

PS. "Mehr davon!", gibt's bereits. Aktuell sind fünf "Palinski-Fälle" veröffentlicht. Und ich kenn'se auch schon alle! :-)



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Tolle Wiener Story !

Ein toller Krimi mit Wiener Blut. Über die Story braucht nicht mehr viel geschrieben werden, das haben meine Vorredner schon zu genüge getan ! Wer sich an dem sprachlichen stört: So reden halt die Österreicher bzw. Wiener !! Wer diese Art sich auszudrücken nicht mag, sollte dieses Buch nicht lesen. Ich werde auf jeden Fall die ganze Palinski Reihe lesen. Tolle Bücher ! Es ist halt ein Krimi im Tatort Stil und kein Thriller. Die Hauptfigur Palinski wurde super rübergebracht.


Das kommt davon, wenn man nächtens mit einer Blondine....

Palinski ist, da er sein Studium aus Prüfungsangst nie abgeschlossen hat, im titelgeilen Österreich (eigentlich) eine gescheiterte Existenz. Dass er damit seinen potientiellen Schwiegereltern einstens nicht recht war, versteht sich von selbst - was ihn allerdings nicht daran hinderte, deren Tochter zweimal zu schwängern. Inzwischen ist diese Tochter arrivierte Französisch-Professorin; die beiden Kinder sind (fast) erwachsen - und geheiratet hat Palinski seine Lehrerin nie. Ganz im Gegenteil, aktuell wohnt er in einer ehemaligen Hausmeisterwohnung im Parterre, seine Familie über ihm.
Palinski lebt vom Schreiben von "Groschenromanen" (sehr erfolgreich - in eineinhalb Jahren 13 Millionen Leser, trotzdem darf es niemand wissen) und von einer riesigen Datenbank zu fiktiven und echten Mordfällen, die er im Internet anbietet. Gestört wird diese Idylle eines Morgens, als ein echter Toter auf einer Bank vor Palinskis Wohnung liegt. Die Aufklärung kann beginnen - und Palinskis Inspiration kann die Wiener Polizei, gleichzeitig einen Fall von Erpressung bearbeitend, der offensichtlich mit dem Toten zusammenhängt, gut gebrauchen....
Pierre Emmes (ein Pseudonym für einen Wiener Juristen) Erstling ist so typisch ein österreichischer Krimi: humorvoll und schräg; viel Lokalkolorit (auch und besonders im Sprachlichen) - dabei aber unkonventionell und spannend. Ein sehr gelungenes Debüt!


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