Aus dem Leben eines Taugenichts | Joseph von Eichendorff
Bücher:
aus dem leben eines ...
Aus dem Leben eines Taugenichts
Joseph von Eichendorff
Anaconda
, 2006 - 127 Seiten
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so schön kann es sein...
Ja, wenn man den "
Taugenichts
" liest, glaubt man wirklich wieder daran,
dass es schön sein kann, das
Leben
.
Vom Vater quasi rausgeworfen in die "Wirklichkeit", getreu dem Motto
"lieg mir nicht auf der Tasche rum, such dir eine Arbeit, dann wirst du
sehen, wie ernst das Leben ist", zieht Taugenichts in die Welt hinaus.
Mit mehr Glück als Verstand bekommt er eine Anstellung und verliebt sich in die "schöne Fraue".
Aus Liebeskummer "schmeißt" er seinen Job jedoch hin und macht sich stattdessen auf den Weg
nach Italien. Auf seiner Reise lernt er allerlei "lustige Gesellen" kennen und erlebt auch so einiges.
Immer dabei: seine Fidel, die er munter und zu fast jeder Gelegenheit spielt.
Am Ende wird alles gut: Die Liebenden finden zueinander und offene Fragen werden
geklärt. Hat ein bisschen was von einem Shakespeare-Stück, das Ende.
Das Buch ist in einem herrlichen Deutsch geschrieben. Es macht Freude zu lesen.
Man hat das Gefühl, Taugenichts säße einem gegenüber und erzählte von seinen
Erlebnissen. Man hört fast schon sein lustiges Gefidel...
Man kann auch nicht anders als diesen kuriosen Charakter ins Herz zu schließen.
Ein bisschen naiv, ein bisschen zu sorglos, aber immer höflich, mit
Sonne im Herzen und scheinbar grenzenlosem Gottvertrauen schlägt, nein, singt er sich durchs Leben.
Dazu noch ein guter Schuss Romantik. So macht Lesen Spaß.
Und am Ende wünscht sich gewiss mancheiner, auch ein bisschen was von diesem
Taugenichts zu haben. Das Leben kann soooo schön sein.
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Schön und romantisch
Wer gerne liest und sich dabei das Herz erwärmen lassen möchte hat mit diesem Werk seine wahre Freude. Dieser
Taugenichts
erlebt das, was man von einer romantischen Figur erwarten kann. Sehnsucht, Liebe und mehr... Zu empfehlen!
alle Leichtigkeit des Seins
Nichts ist ihm so fremd und so verhasst, wie ein
Leben
, orientiert an Sicherheit und eignem Vorteil. Der
Taugenichts
verkörpert nichts anderes als die Sehnsucht nach Ferne, die Leichtigkeit des Seins, die sich in Träumereien zeigt und die erst durch den Unmut des Vaters zum Handeln aktiviert wird. "Ich kann dich nicht länger füttern", dieser Satz ist der Startschuss zum Lauf hinaus in die Welt. Eine fröhliche und gesangs- orientierte Wanderung, die dann in erzählender naiver Sprache zu einem Märchen wird, wo nur "holde Frauen" und "weiße Schlösschen" ihm begegnen und letztendlich nur die Unerreichbarkeit der schönen Damen und das Weiter-Sehnen, ihn auf der Wanderschaft zu halten scheinen. Über Wien führt ihn der Weg nach Rom, eine Stadt, die ihn im hellen Schein begrüßt, als ob Engel dort stünden und sängen. Die Stadt, die aber auch ihr säkularisiertes Bild in Form von Verführung zeigte. Der Taugenichts konnte der Verführung widerstehen.
Eichendorffs Novelle könnte in ihrer naiven Art als Revolte gegen das Philistertum der Zielstrebigkeit gesehen werden. In jedem von uns, und der Taugenichts als Mensch ohne Namen scheint jeden von uns als Spiegelbild verkörpern zu sollen, sind beide Seiten. Der Gefahr, ausschließlich der Leichtigkeit des freien Lebens zu dienen oder anderseits der zwecklosen, inhumanen Geschäftigkeit des modernen Lebens sich hinzugeben, dieser Gefahr entgeht er durch die Liebe. Und hier erlebt der Leser Romantik pur, die Liebe entfaltet in der Überhöhung ihre Kraft. Aurelia, die der Taugenichts heiratet, ist ihm eine Offenbarung, "wie ein Engel, der leise durch den tiefenblauen Himmelsgrund zieht."
1826 geschrieben, hier in der Originalausgabe in alter Schreibweise und alten Begriffen. Alles sorgfältig erklärt am Ende des Buches. Ein Schatz. Und der anfänglich noch kritisch beäugte naive Stil Eichendorffs gewinnt zunehmend und integriert den Leser in diese Erlebniswelt der Novelle.
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