Der Tod des Iwan Iljitsch | Leo Tolstoi
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der tod des iwan ilj...
Der Tod des Iwan Iljitsch
Leo Tolstoi
Anaconda
, 2008 - 112 Seiten
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Kauftipp
Ganz groß !
Diese für einen russischen Erzähler bemerkenswert kurze Geschichte bringt mit unnachahmlicher Meisterschaft auf den Punkt, wie hilflos der Mensch angesichts seiner Vergänglichkeet doch in Wahrheit ist und wie verlogen und leer die Scheinwelt, die er sich darum herum aufbaut um dies nicht sehen zu müssen.
"Der
Tod
des
Iwan
Iljitsch
" ist ganz große Literatur im kleinen Format und der perfekte Einstieg in die Gedankenwelt Tolstois.
Ja! So muss der Tod wohl sein...
DAS NOBEL-INSTITUT UND NORWEGISCHE BUCHCLUBS RIEFEN NAMHAFTE SCHRIFTSTELLER DER WELT AUF, DIE NACH IHRER MEINUNG 10 WICHTIGSTEN WERKE DER WELTLITERATUR ZU BENENNEN. DIESES WERK WAR EINES DER (AUS DIESEN LISTEN ERSTELLTEN) 100 WICHTIGSTEN BÜCHER DER LITERATURGESCHICHTE.
Es ist verblüffend diese Novelle zu lesen; hier ist zum ersten und einzigen mal in der Literaturgeschichte der Versuch geglückt, die Gedanken- und Gefühlswelt eines Menschen zu beschreiben, der dem
Tod
geweiht ist und weiß, dass er sterben muss. Während ich diese Erzählung las, war ich erstaunt darüber mit welcher psychologischen Plausibilität es Tolstoi gelingt auch diese Lebenserfahrung in Literatur umzusetzen ? die Ängste, das Aufbegehren, das Selbstmitleid... aber vor allem die Beschreibung der Angst des Protagonisten sind meisterhaft gelungen.
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Der Sinn des Lebens
Tolstoi beschäftigt sich hier mit der Frage, ob das Leben mehr ist als nur der Zeitraum zwischen Geburt und
Tod
.
Iwan
Iljitsch
, der ein typisches bürgerliches Leben führt und dabei sehr zufrieden zu sein scheint, durchlebt während seiner sich immer weiter verschlimmernden Krankheit eine vollständige Änderung seiner vorherigen Ansichten. Er erkennt, dass sich niemand für seinen bevorstehenden Tod wirklich interessiert, und dass dieser im Gegenteil von allen anderen verdrängt wird, und fragt sich, warum er Angst vor dem Tod hat. Sehr angetan war ich persönlich von dem vor Zynismus nur so strotzenden Anfang. Man erkennt klar, dass hier ein anderer Tolstoi am Werke ist, als derjenige, der Krieg und Frieden verfasst hat. Ein auf jeden Fall lesenswertes Buch.
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"So ist das also"
Aus der Sicht des Sterbenden erzaehlt Tolstoi die letzten Monate des Staatsanwaltes
Iwan
Iljitsch
, vom Beginn seiner schleichenden Krankheit bis zu seinem
Tod
e.
Die Erzaehlung beginnt, als die Trauergemeinschaft zur Seelenmesse im Zimmer bei dem Toten zusammenkommt. Das erste Kapitel nimmt den Rest vorweg: Der Leser erfaehrt die Gleichgueltigkeit, mit der Iwan Iljitsch Familie und Kollegen seinen Tod aufnehmen. Ein kurzer Abriss ueber Iwan Iljitschs Lebenslauf bringt dem Leser die Figur naeher. Iwan Iljitsch, ein Durchschnittsrusse, fuerht sein Leben ohne besondere Vorkommnisse. Er heiratet "zufaellig", wird Vater mehrerer Kinder, von denen jedoch nur noch zwei zum Zeitpunkt der Handlung leben. Seine Ehe lauft nicht sonderlich gut, er zieht sich zurueck und konzentriert sich auf seine Arbeit, bis er krank wird und schliesslich feststellt, das er dem Ende nicht davonlaufen kann.
Der Kranke findet keinen Trost bei seiner Familie, die seinen Tod scheinbar kuehl hinnimmt. Waehend Iwan Iljitsch immer weiter verfaellt, leben seine Frau und Tochter weiter als waere nichts geschehen. Doch dies nur scheinbar, aus Iwan Iljitsch Perspektive. Seine Frau schickt er aus dem Krankenzimmer, stattdessen erfreut er sich der der Fuersorge seines jungen Dieners. Am Ende seiner schweren Krankheit erst erkennt er die Trauer seiner Angehoerigen.
Meisterhaft bringt Tolstoi den Todeskampf im Kopfe Iwan Iljitschs dem Leser naeher, als haette er diesen Kampf selbst erlebt. Seine Leiden, seine Gedanken und zermuebende Todesangst sind authentisch beschieben, zeitlos, auch das Verhaelten seiner ratlosen Artzte. Iwan Iljitsch verzweifelt ueber sein ploetzliches Ende, dass er nicht wahrhaben will und glaubt sein eigentliches Leben verpasst zu haben.
Sehr lesenswert.
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