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  Ecce Homo: Wie man wird, was man ist | Friedrich Nietzsche
 
 
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Ecce Homo: Wie man wird, was man ist
Friedrich Nietzsche

Anaconda, 2007 - 126 Seiten

Kundenbewertung:(10 Bewertungen)
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Warum ich eine gute Rezensionen für dieses Hörbuch schreibe

Das Zitat einiger der Überschriften des "Ecce homo" - "Warum ich so weise bin", "Warum ich so klug bin" und "Warum ich so gute Bücher schreibe" sollen genügen, um den Ton des Buches zu würdigen.

Dieses Hörbuch ist ein guter Ersatz für die Lektüre des Buches. Denn als Volltextlesung auf vier Cds bietet es den gleichen Inhalt wie die mir vorliegende Textfassung.

Die Stimme des Sprechers Axel Grube klingt nicht so, wie ich es nach dem Hören von dem, von Otto Clemens gesprochenen, Zarathustra erwartete hatte. Während Clemens als Zarathustra kraftvoll und erweckend spricht, brachte Grubes sanfte und monotone Stimme mich anfangs eher zur Müdigkeit. Auch ist die Stimme nicht so klar und erfordert mehr Konzentration, welche die aus der Monotonie stammende Müdigkeit noch fördert. Vielleicht hat Grube auch nur den von Nietzsche im Vorwort zitierten Ausspruch: "Die stillsten Worte sind es, welche den Sturm bringen, Gedanken, die mit Taubenfüßen kommen, lenken die Welt." Es ist dem Werke also vielleicht eine angemessene, gemessene Stimme.

Die Gestaltung des Hörbuches ist sehr ansprechend gelungen - die Cds liegen von Pergament getrennt im Sammet einer massiven zurückhaltenden grauen Schachtel.


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Fast unertraeglich, historisch allein relevant

Ich habe schon sehr viel von Nietzsche gelesen, liebe und verehre seinen Zarathustra und erfreue mich gerne immer wieder an seinen Aphorismen in "Menschliches, Allzumenschliches", auch die Dionysos-Dithyramben finde ich teilweise bezaubernd.
Dass ich diese Hinweise meiner Rezension voranstelle liegt daran, dass ich "Ecce Homo" kaum ertragen habe.
Dieses Buch wird oft als Nietzsches "Autobiographie" bezeichnet, deswegen hatte ich es schliesslich gekauft (und diese Ausgabe hier ist besonders schoen!).

Ecce Homo ist eine Abrechnung mit seiner Mutter und Schwester, mit Wagner und all den Menschen, die sein Leben begleitet haben.
Liest man eine Biographie ueber Nietzsche, dann erkennt man, dass die Veroeffentlichung von "Ecce Homo" in seine spaete Zeit faellt, in der schon alle Enttaeuschungen des Lebens ihn gepraegt hatten (der Bruch mit Wagner, den er so sehr verehrt hatte, in der gemeinsamen Liebe zu Schopenhauer und in der mystischen Musik, die gescheiterte Liebe zu Lou Salome, was auch seine Schwester mitzuverschulden hatte, auf die Nietzsche aber zeitlebens angewiesen war). Ein zerrissenes Leben hat Nietzsche hinter sich, als er dieses Dokument verfasst, ueberdies gepraegt von immer weiter zunehmenden Kopfschmerzen und Organkrankheiten.

Liest man den Ecce Homo als ein Dokument Nietzsches Enttaeuschung, vielleicht sogar im Rahmen einer Biographie, oder parallel zu einer Biographie ueber Nietzsche (und hier empfehle ich Fischer-Dieskaus herrliches Werk) dann wird Ecce Homo zu einem wertvollen historischen Dokument. Anders aber ist es nur eine bissige Abrechnung mit dem Leben und der Welt.
Insofern also, wenn man sein Bild vo Nietzsche vervollkommnen will, ein interessantes Dokument, sonst aber sehr negativ und keinesfalls eine allgemein nuetzliche oder allgemein lebenstaugliche philosophische Abhandlung.


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Ecce homo - Wie man sich zu dem macht, was man sein möchte

Das Wichtigste nun mal zu allererst: Irgendwie sind hier die Rezensionen ein wenig verwirrend. Hinter dieser ISBN steht meines Wissens nach ein Buch - kein Hörbuch. Ich habe auf jeden Fall ein gedrucktes Buch bekommen.
Inhalt des Bandes sind Nietzsches 'Ecce homo' ist, sowie ein Vorwort von Raoul Richter und ein Nachwort von Ralph-Rainer Wuthenow. Im Vorwort, welches quasi historisch ist, erfährt man einiges über die Entstehung der vorliegenden Textfassung, da der Ecce-homo-Text nicht druckfertig wurde, bevor Nietzsche seinen Zusammenbruch erlitt. Dies ist für den Erstleser insofern möglicherweise hilfreich, als dass er so einen Einblick in die Umstände der Entstehung des Werkes bekommt. Für Leser die tiefer in die Materie eingearbeitet sind können sich eventuell interessante zeitliche Zusammenhänge auftun und wer keinen Nerv für Vorwörter hat, verpasst auch nichts, wenn er es überspringt ...
Nietzsches Leben bestand aus ständiger Selbstbeobachtung und Beschreibung. Schon als Jugendlicher schrieb er autobiografische Texte. Kurz vor seiner geistigen Umnachtung versuchte sich Nietzsche hier noch einmal selbst zu erklären. Aber, hier ist vorsicht geboten: Der Autor nimmt hier durchaus keine Rücksicht auf historische Korrektheit. Nietzsche, der sagte man müsse an einer Seite Text wie ein Bildhauer arbeiten, arbeitet hier an seinem Leben wie ein Bildhauer um jeder relevanten Begebenheit das Pathos eines Kunstwerks zu verleihen und alles Makelhafte zu beseitigen beziehungsweise vergessen zu lassen. Beinahe witzig, aber eher aberwitzig lobt sich Nietzsche hier in höchsten Tönen (und damit meine ich 'höchste Töne' - er hebt sich mitunter auf eine Stufe mit den Göttern) und erklärt warum er sich so lobenswert findet. Anschließend betreibt er noch nachträgliche Korrekturen an seinen alten Schriften, in dem er deren Bedeutung und wichtigsten Inhalt quasi nochmal zusammenfasst. Das alles geschieht aber aus der aktuellen Perspektive, indem er die Inhalte schlicht umdeutet. Trotz aller inhaltlichen Absurdität schafft es Nietzsche durchaus, auf Grund seiner überlegenen Rhetorik, den Leser zu faszinieren und zu beeindrucken. Sein Stil ist unvergleichlich und begeisternd im wahrsten Sinne des Wortes. Besonders zu gefallen weiß das letzte Kapitel 'Ruhm und Ewigkeit', welches ganz großartig den 'euphorischen Tenor', welcher sich die ganze Zeit am Rande zur Lyrik befindet entgültig in Lyrik verwandelt. Nietzsche ist für mich eher Poet als Philosoph. Als esoterische Lebenshilfe eignet sich Ecce homo allerdings eher nicht. Nietzsches Beschreibungen, was gutes Klima ist und vor allem was gute Ernährung entbehren nicht einer gewissen Lächerlichkeit!
Das Nachwort dann bildet einen schroffen Bruch zum Ton des Primärtextes und wirkt befremdlich sachlich nach der Lektüre. Trotzdem war es für mich ein echtes Highlight, da Wuthenow weiß wovon er redet und quasi den Text seiner schönen stilistischen Maske entledigt und somit den kritisch einen Blick auf den Inhalt wirft. Ich möchte dem hier allerdings nicht vorgreifen.
Mit Fazit: Schöne Ausgabe mit gutem Nachwort. Allerdings eher für Nietzsche-Interessierte. Einsteiger sollten vielleicht an anderer Stelle in den faszinierenden Gedankenkosmos Nietzsches einsteigen.


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Trostreich

Wer mal wieder von der Unfähigkeit seiner Umwelt und der Verderbtheit der Gesellschaft die Schnauze voll hat, der greife zu Nietzsche. Und hier am besten zu Ecce Homo, denn hier breitet der Philosophendichter nochmal seine gesamte Gedankenwelt aus.
Die Stimme des Sprechers ist gut, genüsslich die Betonung der aphorismenreichen Prosa. Die Aussatttung des Hörbuchs ist ein Traum: vollständige Fassung, edelste Verpackung.


reviews: page 1, 2



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