Die schöne Diva von Saint-Jacques. SZ Krimibibliothek Band 10 | Fred Vargas, Tobias Scheffel
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die schöne diva von ...
Die schöne Diva von Saint-Jacques. SZ Krimibibliothek Band 10
Fred Vargas
,
Tobias Scheffel
Süddeutsche Zeitung / Bibliothek
, 2006
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Auch Diven kommen abhanden
Wenn eine Schriftstellerin drei Historiker und einen ehemaligen Kommissar zu einer Wohngemeinschaft zusammenwürfelt, ist damit der Boden für einen Krimi geschaffen, den manche den Touch-Vargas nennen. Vor allem wenn alle vier ein gemeinsames Hobby besitzen: das Herumschnüffeln in andrer Leuts Angelegenheiten, das Aufdecken von Geheimnissen. Wer wäre da als Zielobjekt geeigneter als eine
schöne
Nachbarin, die darüber hinaus auch eine Opernsängerin ist und einen Baum im Garten entdeckt, den sie nicht zu pflanzen veranlaßt hat. Mit ihrem Verschwinden setzt das kriminalistische Spiel ein, das nicht wie in anderen Vargas Romanen vollends überzeugt. Es steckt viel Lokalkolorit in dieser Geschichte und man läßt gerne nach Paris entführen,, aber in ihrer Verschrobenheit wirkt die Wohngemeinschaft allzu konstruiert und auch der Fall an sich besitzt wenig von dem Raffinesse der späteren Romane.
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DIE SACHE MIT DEM BAUM
Dies ist VARGAs zweiter Kriminalroman. Ich habe ihn als Dritten von ihr gelesen. VARGAS ist hier - wie in ihrem ersten Kriminalroman - noch dabei, ihre "Krimiwelt", für die sie bekannt geworden ist, zu finden. Allerdings kann man dieses Buch als Start der "VARGAs-Welt" sehen; es spielt - im Unterschied zu IM SCHATTEN DES PALAZZO FARNESE - bereits in Paris. Und genau wie ihr erster Krimi ist auch dieser bereits von herausragender Qualität und mit den "VARGAs-Attributen" gespickt.
DIE STORY:
3 befreundete Geschichtsstudenten beziehen gemeinsam mit dem Onkel von einem von ihnen in Paris ein heruntergekommenes Haus. Visavis wohnt eine ehemalige Opernsängerin mit ihrem Mann. Als eines Morgens in ihrem Garten ein Baum steht, der zuvor dort noch nicht stand, bittet die "
Diva
" die "Evangelisten", wie die Studenten wegen ihrer Vornamen genannt werden, am Baum zu graben, um zu sehen, ob darunter etwas versteckt ist ... ohne Erfolg; es wird nichts gefunden. Kurz darauf verschwindet die "Diva" spurlos. Onkel (= Ex-Bulle) und die 3 Evangelisten machen sich auf die "Suche"...
FAZIT:
Story und Typen dieses Romans sind originell und genial. Das ist es, was die Bücher dieser Autorin so erfrischend von den üblichen Kriminalromanen abhebt. Weil gerade die Story und die Schrulligkeit der Protagonisten das Besondere an den Büchern VARGAs ausmacht, darf nicht mehr verraten werden, um eben gerade den Spaß daran nicht zu verderben. Ich kann eigentlich nur jedem empfehlen, einmal seine eigene - unvoreingenommene - Erfahrung mit dieser sehr interessanten Autorin zu machen...
... viel Spaß dabei!
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Skurriler, leicht abgedrehter Krimi mit theaterähnlicher Atmsophäre
In einem ihrer ersten Bücher gelingt Fred Vargas eine sehr anschauliche Beschreibung des Milieus, die in ihrer Dichte und ihrer szenenartigen Abfolge auch ein Theaterstück sein könnte.
Die drei Evangelisten Lucien, Marc und Matthias - so genannt von Marcs Patenonkel, ein Expolizist, welcher ebenfalls einzieht - ziehen in eine Baracke ein und renovieren diese, nur um von ihrer besorgten Nachbarin, die bald darauf verschwindet, gebeten zu werden, eine Buche zu untersuchen, die rätselhafterweise in ihrem Garten gepflanzt wurde.
Die drei äußerst skurrilen Evangelisten, die alle auf verschiedene Epochen spezialisierte Historiker sind (was zu einigen witzigen Wortspielen und Sottisen führt), erforschen den Baum ergebnislos und gehen dann dem Verschwinden der Nachbarin nach, deren Vergangenheit als ruhmreiche Sängerin eine immer größere Rolle spielt. Die Suche fördert immer mehr Leichen und Spuren in die Vergangenheit zutage und endet einem rasanten, überraschenden Showdown.
So gut mir die Ortsbeschreibung und die Charakterisierung der schrulligen Hauptpersonen gefällt und so sehr ich den versteckten Witz in vielen Dialogen schätze, so verwickelt und übertrieben ist dann das Ende. Hier wird um der Überraschung willen zuviel an Plausibilität verschenkt, wenn man die Auflösung nachträglich rekonstruiert. Deshalb von mir 'nur' 4 Sterne, trotzdem großer Lesespaß!
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