Als zentraler Kritikpunkt ist die fehlende Aktualisierung des Sammelbandes anzusehen. Zwar wird der in 2003 erschienene Band als 5. verbesserte Auflage angekündigt, jedoch zeigt der Blick auf die 2. Auflage (2000), dass der vorliegende Band neben geringfügigen Modifikationen des Schriftsatzes, der Autorenprofile und des Buchrückens keine Veränderung erfuhr. So stellt sich die Frage, ob der ver¬besserte Band ?[...] das Zeug zum Standardwerk hat" (vgl. Rezensionsauszug ?acquisa" auf dem Buchrücken). Standardwerke zeichnen sich besonders durch Dauerhaftig¬keit aus, was sich in der relativ jungen Disziplin ?Interkulturelle Kom¬munikation" als sehr schwierig erweist. Denn gerade in interkultu¬reller Forschung und Bildung sind seit Mitte der 1990er Jahre in Deutschland fortlaufend neue Entwicklun¬gen, Arbeitsfelder und Trends festzustellen, die Methoden, Konzepte und Verfahren im Bereich des interkulturellen Lernens ständig erneut in Frage stellen. Vor diesem Hinter¬grund lässt die in 2003 er¬schienene Auf¬lage Referenzliteratur, Forschungsergebnisse und Methoden der aktuellen wissen¬schaftlichen Diskus¬sion vermissen: Insbesondere die dargestellten Aspekte hypermedialer Lernsys¬teme und interkultu¬rellen Lernens sind heute erweiterungsfähig (S. 81ff.), ebenso das be¬schriebene Konzept interkultu¬rellen Coachings (S. 155ff.); ferner sind die zahlreichen statisti¬schen Angaben zur deutschen MBA-Szene überarbeitungswürdig (S. 167ff.) und schließlich ist auch die Diskussion und Verankerung in¬terkulturellen Lernens im deutschen (beruflichen) Bildungssystem weiter vorange¬schritten als in der 5. Auflage abgebildet.
Trotz dieser Kritik ist das Buch mit seinem übersichtlich dargestellten und breiten Themenspektrum als ein Binde¬glied zwi¬schen Wissenschaft und Praxis anzusehen, das eine interessante Fundgrube und zahlreiche Anregungen bietet zur Anwendung und Weiterentwicklung von theoriegeleiteten und pra¬xisrelevanten Konzepten aus den Bereichen ?Lernen", ?Bildung" und ?Entwicklung".