Kurt Beck begreift sich als Mann des Volkes. Als Arbeiterkind entwickelte der Pfälzer früh ein Gespür für Ungerechtigkeit. Da Beck in der SPD ehrlich und pflichtbewusst seine Aufgaben erledigte, stieg der Genosse Sprosse für Sprosse die politische Karriereleiter hinauf. Dabei ist Beck sicher keiner, der beleidigt reagiert, wenn man ihn als prinzipientreuen Parteisoldaten bezeichnet. Vielmehr stört es den rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten, wenn ihn jemand ?König Kurt? nennt, denn das ist ihm zu abgehoben.
Neben einem Streifzug durch sein Leben stellt Beck in diesem Buch aktuelle politische Forderungen. Dazu zählen die Einführung eines Mindestlohns von EUR 7,50 sowie flexible Rentenübergänge. Zudem liegt ihm ein gutes Verhältnis zu den Gewerkschaften am Herzen, gleichzeitig verteidigt Beck Schröders Agenda 2010 vehement. Der Türkei gesteht der Pfälzer unter hohen Hürden eine EU-Beitrittsperspektive zu. Angela Merkel hält er für einen ?kühlen Machtmenschen?, den Saarländer Lafontaine schimpft der Pfälzer einen Populisten.
Kurz nach Becks Rücktritt als SPD-Vorsitzender erschien das vorliegende Buch. Darin gerät seine sicher zum Schluss verfasste Einleitung zur nachgereichten Grundsatzerklärung seiner gut zweijährigen Amtszeit als SPD-Chef. Und auch wenn der ehemalige Parteivorsitzende im weltläufigen Berlin nicht immer eine glückliche Figur abgab -- in Rheinland-Pfalz könnte der fleißige Mann aus Steinfeld mit seiner bodenständigen und aufrichtigen Art noch lange eine tragende Rolle spielen.--Herwig Slezak