Für Arabella beginnt ein neues Kapitel im Leben, als sie mit ihrer Mutter gemeinsam in das Land des Vaters fährt. Ihm, der in Bonn studiert hatte, folgte die Mutter einst nach Ghana. Doch die Beziehung zerbrach, das gemeinsame Kind Arabella wächst in Deutschland bei der Mutter auf. Erst mit Ende dreißig, den Zenit ihrer TV- Karriere überschritten, ?fühle ich, als würde ein zweites Herz -- mein afrikanisches -- in mir zu schlagen beginnen.?
In diesem Fall ist es nicht nur die bekannte und verständliche Suche eines nur bei einem Elternteil aufgewachsenen jungen Menschen, der eine tiefe Neugier nach seinen beiden elterlichen Wurzeln entwickelt. Hier springt eine junge Frau zudem auch in eine andere Kultur, wird konfrontiert mit einer fremden Welt, einer ungewohnt großen Fülle an Verwandten, einer exotischen Stammesgeschichte -- und den Problemen eines anderen Kontinents.
All das erzählt Arabella Kiesbauer, als säße man beim Kaffee neben ihr, plastisch, stellenweise munter und humorvoll, dann wieder sehr intim, privat, persönlich. Sie lässt teilhaben und zeichnet damit ein so ganz anderes Bild von sich, als das, was kesse, oft so flüchtige und platte Talkshows und freche Moderation hinterlassen haben: da ist eine fein empfindende Frau, jemand, der aufmerksam, wissbegierig und absolut offen einer neuen Welt entgegentritt und -- wenn auch spät -- den Vater als wichtige Person in ihr Leben integriert. Daneben ist es eine rührende Mutter-Tochter-Geschichte, eine besondere Beziehung, die Arabella Kiesbauer deutlich herausstellt. Doch für sie, so gesteht Arabella, beginne ein anderes Kapitel jetzt erst, schließlich kenne sie noch längst nicht alle Verwandten großväterlicherseits. ?Das sollen auch noch einmal zweihundert Tanten, Onkel, Cousins und Cousinen sein.? --Barbara Wegmann