counter
 
  Sie nahmen mir nicht nur die Freiheit | Eva-Maria Neumann
 
 
Seiteninhalt:
Suche Bücher:   

sie nahmen mir nicht...

Sie nahmen mir nicht nur die Freiheit
Eva-Maria Neumann

Pendo, 2007 - 300 Seiten

Kundenbewertung:(12 Bewertungen)
großes Bild anzeigen
 weitere Infos, Preis & Bestellmöglichkeit

     Kauftipp  Kauftipp



Ganz am Ende, im Nachwort, bricht die Erbitterung hervor. Nein, sie hatte nicht vor, ein Abrechnungsbuch mit der DDR zu schreiben. Wäre da nur nicht diese grassierende Verklärung in Form ?ultimativer Ostalgie-Shows?, putzige Trabi und Ampelmännchen-Geschichten, die die Köpfe langsam vernebele. Die DDR als spießig heimeliges Spreewaldgurken-Idyll, voll armer, aber fröhlicher Hausgemeinschaften. Selbst die NVA, eine filmische Lachnummer. Die ewigen Fluchtgeschichten haben die Leute inzwischen satt. Dies muss schmerzen. Denn es war genau ihre Geschichte. Eine gescheiterte Flucht. Das sich anschließende Martyrium hat in Eva-Maria Neumann ein anderes Bild ihrer einstigen Heimat eingebrannt. Die ?Republikflüchtige? hat einige der schlimmsten Orte von innen kennengelernt.

?Machense mah denn Gofferraum off!? ?- Das Buch eröffnet mit dem schlimmsten aller Sätze. Kläffende Suchhunde. Waffenstarrende Grenzpolizisten. Der Albtraum war Realität geworden. Eine stundenlange, nervenaufreibende Fahrt, zusammengepfercht mit ihrem Mann und ihrer kleinen Tochter im Kofferraum des Schleuserautos, hatte im Februar 1977 ihr bitteres Ende gefunden. ?Ich bin der Otto?. Das Codewort, das der Schleuser nicht kannte, hätte ein Alarmsignal für die Neumanns sein müssen. Viel später erfuhren sie, dass ihre von langer Hand geplante Flucht durch Verrat aufgeflogen war. Die Familie wurde auseinandergerissen, was folgte, war eine Odyssee wechselnder Haftanstalten, endloser Verhöre, Einzelhaft mit Lichtfolter und unverhohlener Drohungen. Schließlich wurde Eva-Maria Neumann zu drei, ihr Mann Rudolf zu dreieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Nun begann der wirkliche Albtraum!

Quälend ausführlich und in eindringlichem Ton schildert die Geigenlehrerin die grauenvoll entseelte Welt des berüchtigten DDR-Frauengefängnisses Hoheneck (Motto: Lieber zehn Mörderinnen als eine Politische!). Gepeinigt von Schuldgefühlen gegenüber ihrer kleinen Tochter und in ständiger Sorge um ihren Mann, erkrankte Eva-Maria Neumann an schwerem Gelenkrheuma und musste am Ende um ihre Karriere als Geigerin fürchten. Nach eineinhalb Jahren hatte die Marter ein Ende: Die BRD kaufte das Ehepaar frei, sechs Monate später durfte die kleine Tochter ausreisen. Seit 1982 unterrichtet die Autorin an der Städtischen Musikschule Aachen. Das Trauma ist geblieben. Bleibt zu hoffen, dass dank dieser erschüttenden Anklage das DDR-Unrechtssystem nicht so schnell in Vergessenheit gerät oder der Verharmlosung anheimfällt. Eva-Maria Neumann hat dem Terror wieder ein Gesicht gegeben. Ein hässliches! ?Ravi Unger


 weitere Infos, Preis & Bestellmöglichkeit


Ein unglaubliches Buch!

Eva-Maria Neumann, Geigerin aus Leipzig, versucht im Februar 1977 im Alter von 26 Jahren zusammen mit ihrem Mann und ihrer damals 3jährigen Tochter im Kofferraum eines Mercedes aus der DDR zu fliehen. Die Flucht scheitert jedoch und sie und ihr Mann kommen zunächst nach in den Stasiknast nach Hohenschönhausen. Ihre Tochter kommt zunächst in ein Kinderheim und kurz darauf glücklicherweise zu den Eltern von Eva-Maria Neumann. Das Strafmaß wird für sie auf 3 Jahre und für ihren Mann auf 3 1/2 Jahre festgesetzt; sie wird während ihrer Haftzeit erst nach Leipzig (ihre Heimatstadt), sodann nach Hoheneck verbracht, während Rudolf Neumann die meiste Zeit in Cottbus absitzen muss.
Eva-Maria Neumann muss während ihres Gefängnisaufenthaltes Zwangsarbeit leisten, obwohl sie zwischenzeitlich an Gelenkrheuma erkrankt ist, ihre Finger kaum noch bewegen kann und eigentlich haftunfähig ist (was natürlich verschwiegen und geleugnet wird).
Im September 1978 werden beide von der Bundesrepublik nach etwa der Hälfte ihre Haftzeit freigekauft. Im März 1979 darf auch endlich Tochter Constanze zu ihren Eltern in die Bundesrepublik. Eltern und Tochter sehen sich nach über zwei Jahren Trennung das erste Mal wieder und können sich in die Arme schließen.
Ich (in der DDR 1979 geboren und bis zur Wende dort aufgewachsen) setze mich schon eine ganze Weile mit diesem Thema der Deutsch-Deutschen Geschichte auseinander und bin also, was dieses Thema betrifft, nicht mehr ganz unbedarft. Ich habe schon vieles darüber erfahren und gelesen, aber was ich in diesem Buch las, hat mich schockiert!
Das Leben und die schulische Bildung in der DDR werden sehr realistisch dargestellt.
Mit dem Geschriebenen erreicht Eva-Maria Neumann es nicht nur, dass man das Buch gar nicht mehr weglegen möchte, weil man unbedingt wissen will, wie es weiter geht, sondern es entsteht auch der Eindruck, als wäre man direkter Beobachter ihrer Erlebnisse - man möchte eingreifen, kann aber nichts tun! Man fühlt sich als Leser irgendwie hilflos .
In Zeiten der beschönigenden weichspülenden Ostalgieshows und immer wieder aufflammenden Verharmlosung und Rechtfertigung der DDR-Diktatur durch ehemalige Stasimitarbeiter, erinnert dieses Buch an die andere, kaum beachtete Realität!
Spannend, mitreisend, (be)rührend ... - ein unglaubliches Buch!


 weitere Infos, Preis & Bestellmöglichkeit


Das wahre Gesicht des real existierenden Sozialismus

Beklemmend, authentisch und packend wird der Lebensweg von Eva-Maria Neumann beschrieben. Hat man dieses Buch einmal in die Hand genommen, so lässt es einen nicht mehr los. Wenn man die Zeit dazu hat, aber auch so findet man die Zeit um dieses Buch in einem Ritt durchzulesen. Auch nach der Lektüre des Buches lässt es einen nicht mehr los. Gerade wenn man, auch wie ich, in den Fängen der Stasi und der Willkür des DDR-Regimes ausgesetzt war, kann man das Geschriebene gut nachvollziehen und weiß, dass nichts übertrieben dargestellt wurde. Ich habe zum Glück, nie die Schreckensherrschaft des 3 Reiches erlebt und ich weiß, dieser Vergleich hinkt, aber das Regime der DDR ist auch über Leichen gegangen. Ich möchte der Autorin für den Mut zum schreiben dieses Buches danken und wünschte mir, dass diese Buch zur Lektüre aller Menschen in Ost und West wird. Es ist aktueller denn je, denn gerade in unserer heutigen Zeit, wo durch mehrere Umbenennungen der SED, diese wieder salonfähig geworden ist, wo ein Herr Gysi skrupellos vor dem Bundestag sprechen kann (aber auch das ist Demokratie) und wo in den Medien das Leben in der DDR verniedlicht wird und wo die Täter von einst sich als Opfer hinstellen und die wahren Opfer verhöhnt werden, wird einen Angst und Bange. Währet den Anfängen, nie wieder Braun, nie wieder Rot. Wenn diese Buch dazu beiträgt, wäre es das größte Kompliment an die Autorin, der ich wünsche, ihre seelischen und physischen Wunden zu überstehen.


 weitere Infos, Preis & Bestellmöglichkeit


Lebendiges Geschichtsdokument

Dieses Buch war wirklich ein Glücksgriff !
Als ehemalige DDR-Bürger, 1984 mit Ausreiseantrag ausgereist, standen auch wir mit einem Bein im Gefängnis. Wir haben Ängste ausgestanden, ob die DDR-Behörden uns unsere damals 5-jährige Tochter wegnehmen würden. Nun wissen wir, was uns hätte passieren können !
Das Buch der Autorin Eva-Maria Neumann ging uns sehr unter die Haut. Beswundernswert fanden wir, wie sie einerseits ihre Trauer, Wut und Verzweiflung schildert, andererseits aber zeigt, daß sie ihren Humor nicht verloren hat.
Wir finden das Buch sehr empfehlenswert, zumal wir aus eigener Erfahrung wissen, daß es nicht nur ein "Tal der Ahnungslosen" gab...


 weitere Infos, Preis & Bestellmöglichkeit


Das sollte für Ost und WEST zur Pflichlektüre werden

Endlich mal ein Buch was sehr realistisch das Leben und die Schulbildung in der DDR darstellt.Es wäre gut wenn dieses Buch auch viele mitmenschen aus den alten Bundesländern lesen um vieleicht von den Klischee von uns OSSIS runterzukomen.
Es war ein Vergnügen es zu Lesen


Gute Beschreibung einer gescheiterten Flucht

In ihrem Buch beschreibt die Autorin ihr Leben und ihre Gründe, die sie, gemeinsam mit ihrem Mann dazu veranlassen, in den späten 70ger Jahren die DDR mittels einer Fluchthelferorganisation verlassen zu wollen. Leider werden sie geschnappt und geraten dadurch in die Mühlen der Stasi und DDR Justiz.
Für die junge Frau beginnt ein Martyrium, welches sie mit ihrer Gesundheit und Psyche bezahlen muss. Es endet erst mit dem Freikauf durch die Bundesrepublik und die Ausreise ihrer Tochter, welche während der Hftzeit der eltern bei den Großeltern aufwuchs.

Eine gelungene Aufarbeitung ohne Glorifizierung der Vergangenheit und gegen das Vergessen.


 weitere Infos, Preis & Bestellmöglichkeit


reviews: page 1, 2, 3



Folgende Artikel könnten Sie interessieren




Empfehlungen

Dunkle Kapitel der Deutschen Geschichte
Deutsch-Deutsche Geschichte
interessant


freiheit


Die vier Versprechen: Ein Weg zur Freiheit und Würde des Menschen
Das Handwerk der Freiheit: Über die Entdeckung des eigenen Willens
Einbruch in die Freiheit
Der reichste Mann von Babylon: Die Erfolgsgeheimnisse der Antike. Der ...
Die Brücken der Freiheit



nahmen


Sie nahmen mir nicht nur die Freiheit
Sie nahmen mir die Mutter und gaben mir ein Gewehr: Mein Leben als ...
Sie nahmen mir nicht nur die Freiheit: Die Geschichte einer ...
Die Liebe meiner Mutter: Sie nahmen ihr die Freiheit. Sie nahmen ihr ...
Daß sie in unserem Nahmen beywohnen: Kommunale Repräsentation auf den ...



nicht


Die Weisheit des Feuers. Eragon 03.: Band 3
Feuchtgebiete
Das Spiel des Engels
Mieses Karma
Die Märchen von Beedle dem Barden



Suche nach Büchern
freiheit, mir, nahmen, nicht, nur


aktuelle Kategorie: Bücher
Bücher
Zeitschriften
Elektronik
Kamera und Foto
Computer Hardware
moderne Musik
klassische Musik
DVD
VHS Video
Software
PC- und Videospiele
Spielwaren
Heimwerken
Küche und Haushalt
Garten und Freizeit
Bad und Körperpflege





zufällig ausgewählt


Buch: Unschärferelationen; Uncertainty Principles