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  Die Neanderthal-Parallaxe | Robert J. Sawyer
 
 
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Die Neanderthal-Parallaxe
Robert J. Sawyer

Festa, 2004 - 396 Seiten

Kundenbewertung:(10 Bewertungen)
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In einem Neutrino-Observatorium im kanadischen Sudbury ereignet sich ein rätselhafter Unfall. Nach einer Explosion schwimmt plötzlich ein bewusstloser Mann in einem Tank mit schwerem Wasser in der Detektorkammer. Die Wissenschaftler, die zu seiner Rettung eilen, sind verblüfft -- wie konnte der Mann in die fest versiegelte Kammer gelangen? Eine genauere Untersuchung des Fremden macht die Sache noch mysteriöser: Sein stämmiger Körperbau, der abgeflachte Schädel und die Knochenwülste über den Augen verleihen ihm ein eher ungewöhnliches Aussehen. Die Genetikerin Mary Vaughan bestätigt kurz darauf den unglaublichen Verdacht, dass es sich bei dem Mann um einen Vertreter der längst ausgestorbenen Spezies der Neanderthaler handelt.

Als der Fremde wieder bei Kräften ist, erzählt er den staunenden Wissenschaftlern eine haarsträubende Geschichte. Sein Name ist Ponter Boddit und er stammt aus einer Parallelwelt, in der nicht Homo sapiens, sondern Homo neanderthalensis über die Erde herrscht und eine hochentwickelte Zivilisation aufgebaut hat. Bei einem Experiment mit einem Quantencomputer wurde der Physiker Boddit durch einen Unfall in unsere Realität befördert. Als Boddit mehr über die Welt der Menschen erfährt, ist er entsetzt -- Kriege, Hungersnöte und Umweltverschmutzung gehören in seiner Heimat längst der Vergangenheit an. Und auch in zwischenmenschlicher Hinsicht scheinen die Neanderthaler den Menschen einiges voraus zu haben ...

Robert J. Sawyer bedient sich eines klassischen erzählerischen Kniffs des utopischen Romans: Der aus einer Parallelwelt stammende Fremde erlaubt es ihm, einen kritischen Blick auf unsere Gegenwart zu werfen. Der Roman entfaltet sich dabei über zwei Erzählebenen, in denen die Welt der Neanderthaler mit der der Menschen kontrastiert wird. Erscheint die Neanderthaler-Gesellschaft zunächst als erstrebenswertes Ideal, wird schon bald deutlich, dass sie alles andere als idyllisch ist. Obwohl sich Sawyer um eine ausgewogene Darstellung beider Welten bemüht, gerät ihm seine Kritik an der menschlichen Gesellschaft mitunter etwas zu plakativ. Auch die Charakterisierung der Figuren kommt leider zu oft über bloße Klischeebilder nicht hinaus. Seine hohe Ideendichte macht den Roman -- für den Sawyer 2003 mit dem Hugo Award ausgezeichnet wurde -- jedoch zu einer durchaus lohnenswerten Lektüre. Man darf auf die beiden Fortsetzungsbände gespannt sein! --Steffi Pritzens


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Alternativ-Treffen

Zuerst scheint es ein Unfall zu sein, dann wird es für alle Beteiligten sehr verwirrend. In einem eigentlich streng abgeschirmten und abgeschotteten Schwerwassertank schwimmt plötzlich ein Mensch um sein Leben. Die Angestellten und Forscher des Neutrino-Observatoriums sind überrascht und werden noch viel mehr verblüfft, als sie feststellen, dass dieser Mensch ein Urmensch ist, ein Neanderthaler. Wie kommt dieser hier her? Darüber machen sich schon bald sehr viele Leute ihre Gedanken. Nicht alle Überlegungen sind jedoch positiver Natur. Es gibt Ablehnung, Zweifel, Misstrauen aber auch Zuneigung. Gleichzeitig wird in einer anderen Welt ein Wissenschaftler vermisst, und sein Partner wird des Mordes beschuldigt.
Die Geschichte ist gut durchdacht und spannend erzählt. Gleich mehrere Handelsstränge werden miteinander verknüpft. Jeder einzelne bietet Lesespaß. Außerdem gibt es Ideen und Fragen, die zum Nachdenken anregen. Dadurch wird aus diesem Buch noch etwas mehr als nur eine nette Geschichte. Was bedeutet das Menschsein? Wie tolerant sind wir eigentlich? Und was können Vorurteile anrichten. Solches kommt gleichermaßen zur Geltung wie auch gute, solide Unterhaltung.


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Faszinierend

Ich bin per Zufall auf dieses Buch gestoßen und diesem Zufall sehr dankbar.
Hätte ich doch sonst einen Science Fiction mit viel Hintergrund verpaßt.
Zur Handlung: In einem Paralleluniversum haben sich die Neanderthaler gegenüber
dem Homo sapiens durchgesetzt. Durch einen Zufall gerät einer der Neanderthaler namens Ponter Boddit in unsere Welt. Der Autor pendelt permanent zwischen den Universen hin und her. Das erzeugt Spannung und Abwechslung. Der Leser braucht allerdings auch einiges an Geduld, da vieles aus der anderen Welt erst spät erklärt wird. In der Zwischenzeit wird Ponter Boddit die Welt der Homo sapiens gezeigt und damit auch dem Leser vor Augen gehalten, was wir hier teilweise mit unserer Erde machen. Ohne viel zu verraten der weise Mensch kommt dabei gar nicht so gut weg. Die verschiedenen Gesellschaftssysteme werden von den
Personen analysiert und gegenübergestellt. Das geschieht auf eine sehr unterhaltsame Art und Weise.
Einen Stern habe ich abgezogen, weil die vielen schnellen Wechsel teils dann doch zu viel sind. Außerdem sind sie rein drucktechnisch nicht gut von einander abgesetzt, was den Lesefluß hemmt.


Mein Fazit: Mich hat das Buch bestens unterhalten und ich warte auf die angekündigte Fortsetzung.



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Wären Neanderthaler die besseren "Menschen"?

Für mich geht die Faszination des Buches von dem Gesellschaftsmodell der in der "quantenmechanischen" Parrallelwelt lebenden Neanderthaler aus.

Auch wenn sich einzelne Personen (und offizielle Stellen) manchmal etwas unglaubwürdig verhalten - der Author schafft eine faszinierende Parallelwelt.

Im ersten Moment war ich versucht dem Buch nur einen Stern zu geben, denn von der Handlung überdeckt kommt auch eugenischen Gedankengut zum Einsatz. Letztendlich gehe ich aber davon aus, dass es sich hier um absichtlich provokatives Gedankengut handelt.

Das Buch regt auf jeden Fall zum Nachdenken über den Weg zum "besseren Menschen" an.


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Schöne Geschichte

Eigentlich passiert nichts dramatisches im vorliegenden Buch, aber wenn beide Welten aufeinandertreffen, die der Neanderthaler und die des Homo Sapiens, kann das den geneigten Leser doch recht nachdenklich stimmen. Wenn etwa der Homo Sapiens dem Neanderthaler gestehen muß das er in den letzten tausenden von Jahren nichts besseres zu tun hatte als ganze Lebensformen auszurotten und sich selbst dabei auch nicht verschont hat ist das schon recht tragisch. Die fiktive Begegnung hält uns Menschen den Spiegel vor und wir sollten uns fragen ob mit der Spezies Homo Sapiens tatsächlich die intelligentere oder doch nur die dümmere dafür aber brutalere Art überlebt hat. Seit Darwin wissen wir ja, das nur der Stärkere überlebt und sei er noch so dämlich.

Sawyer hat einen ruhigen und gemächlichen Schreibstil. Es macht Spaß die Geschichte zu lesen und in die Ereignisse einzutauchen. Die Gespräche von Mary und Ponder sind teilweise recht tiefsinnig, irgendwie lustig wenn Mary versucht -Religion, Gott und Glaube- zu erklären. Durch die Erklärungsversuche gelingt es dem Autor auch den Leser nachdenklich zu stimmen, wie würden wir jemandem der diese Begriffe noch nie gehört hat so etwas erklären? Sawyer klagt in gewissem Sinne die Menschheit an (Ausrottung anderer Spezies) ohne jedoch polemisch zu werden oder gleich die moralische Keule zu schwingen. Er läd einfach zur Hinterfragung der Geschehnisse ein (vielleicht interpretiere ich auch zu viel hinein).

Obwohl es bereits Folgebände gibt, beim Festa Verlag ist das Buch -Der Neanderthal-Transit- bereits in Vorbereitung, handelt es sich bei diesem Buch um eine in sich abgeschlossene Geschichte die für sich alleine gelesen werden kann. Für mich neben Isaac Asimovs Kurzgeschichte -Die Mutter des Neandertalers- ("The Ugly Little Boy", auch herausgegeben als -Kind der Zeit- in einer von Robert Silverberg zu einem Roman erweiterten Fassung) die schönste Geschichte zum Thema Neanderthaler.

Empfehlenswert.
© Detlef Vallenton


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