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  Zwei Wege aus Ostpreussen: Erinnerungen | Fritz Bonin, Inge Bonin
 
 
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Zwei Wege aus Ostpreussen: Erinnerungen
Fritz Bonin, Inge Bonin

Monsenstein und Vannerdat, 2008 - 296 Seiten

Kundenbewertung:(2 Bewertungen)
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Geschichte "Ostpreussen" einmal anders

Das Buch "Zwei Wege aus Ostpreussen" konnte ich - einmal angefangen - kaum noch aus der Hand legen, so sehr beschäftigte es mich. Ich war ständig hin und hergerissen zwischen weiterlesen, weiterlesen, weiterlesen und doch mal zur Seite legen, durchpusten, sacken lassen und das Gelesen verdauen".

Obgleich ich schon zahlreiche Lebensgeschichten von prominenten, aber auch unbekannten Zeitzeugen gelesen habe, hat mich dieses Buch so sehr berührt, bewegt und beeindruckt wie sonst kaum ein anderes. Manche Passagen, in denen so eindringlich Erlebnisse, Gedanken und Gefühle geschildert und beschrieben sind, liessen mir mir die Tränen in die Augen schiessen (so z.B. wie Inge Bonin den Tod ihres geliebten Opas beschreibt, oder aber wie es eine Freundin nicht mehr schafft, zur Flucht in den Zug zu steigen, weil sie ihren jüngsten Sohn noch holen muss und dabei ihre beiden Töchter verliert, die sich bereits im überfüllten Zug befinden; und das sind nur einige Momente, die mich wirklich ganz tief berührt haben).

Ich empfinde die vorliegenden Memoiren von Inge und Fritz Bonin als wirklich beeindruckendes Zeitzeugnis. Der Gedanke und die Vorstellung, dass ihre (Lebens)-Geschichten ja bei weitem kein Einzelfall war, sondern es Millionen Menschen so erging wie ihnen, liess mich so manches mal erschaudern. Für mich ist es immer wieder mehr als beachtlich, wenn ich erfahre, wieviel Leid und Not die Menschen damals in der Lage waren zu ertragen. Das Gottvertrauen, das auch den beiden in dieser schlimmen Zeit immer wieder fast die einzige Hoffnung bot, ist für mich absolut beeindruckend. Ich ziehe vor dieser Lebensleistung meinen Hut.

Dieses Zeugnis gelebter und erlebter Geschichte ist nicht nur für die Generation interessant, die diese Zeit selbst durchlebt hat, sondern zeigt auch allen nachfolgenden Generationen auf außergewöhnlich eindringliche Art und Weise, was der 2. Weltkrieg für die Menschen in Ostpreussen ganz konkret bedeutete.

Dass sich das Autorenehepaar entschlossen hat, ihre Geschichte nicht nur für sich selbst, ihre Kinder und Enkel aufzuschreiben, sondern auch Unbekannte an ihren Erlebnissen und den damit verbundenen, ganz persönlichen und tief bewegendenen Gefühlen teilhaben lassen, ist eindeutig eine goldrichtige Entscheidung gewesen. Es ist ein spannendes und außergewöhnliches Zeitzeugnis entstanden, dessen Lektüre eine wahre Bereicherung ist. Zweifellos ein Buch, das man nie wieder vergessen wird!



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Ostpreussen im Spiegel der "Oral History"

Liebliches Ostpreussen in Kindheitserinnerungen wie bei Christine Brückner, schreckliche Flucht und Vertreibung aus dem Paradies wie bei Walter Kempowski.

Während das Erlebte bei Brückner und Kempowski literarisiert wird, treffen wir hier auf Nichtliteraten, die einige ihrer Lebenserinnerungen für ihre Enkel aufschreiben. Es ist alles schrecklich konkret und real und so banal und so fantastisch wie das Leben.

Wie alle Autoren der Tradition der "Oral History" handelt es sich bei Fritz und Inge Bonin mitnichten um Menschen wie Du und ich. Vielmehr lernen wir in der Bewährungsprobe der harten Zeit aussergewöhnlich sympathische und kluge junge Menschen kennen, die sich mit ihrem Flüchtlingserlebnis später nicht in der rechtslastige Ecke der Vertriebenenverbände begeben haben, sondern am andern Ort ein neues erfülltes Leben führten, das ihnen erst im Ruhestand ermöglichte, auf Bitten ihrer Nachfahren so viel von sich selber zu erzählen. Diesen Nachfahren, den Herausgeberinnen Gabriela und Sonja Bonin verdanken wir, dass dieses Buch über den Leserkreis der Verwandtschaft hinaus im Print-On-Demand-Verfahren zugänglich wurde.

Wer sich unter solchen Umständen seine Ideale der Humanität bewahren kann, wie die Autoren dieses Berichts über die letzten Tage des deutschen Ostpreussens, dem folgt man mit grossem Vergnügen und Interesse auf den verschlungenen Pfaden des grossen Trecks.


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