Fiona Duncan und Leonie Glass beherzigen diesen Umstand in ihrem außergewöhnlichen Hotelguide Kleine Hotels mit Charme. Frankreich. Darin beschreiben sie über 325 Hotels und Pensionen, die weder in den touristischen Ballungszentren noch in jedem x-beliebigen Reisekatalog respektive Reiseführer zu finden sind. Es geht einzig und allein um die besondere Atmosphäre, den Charme einer Unterkunft, unabhängig davon, ob das Zimmer nun 90 oder 250 EUR pro Nacht kostet.
Weniger charmant wirkt die Infozeile, in der im Telegrammstil Hinweise zu Lage, Umgebung, Preisniveau, Zimmeranzahl und Kreditkarten gegeben werden. Darauf kann in einer Überarbeitung der Reihe gut verzichtet werden. Aber dass die Macher Interesse an Verbesserungen haben, beweisen sie in diesem Band, bei dem eine Menge Neuerungen gegenüber den Vorgängerbüchern eingeführt wurden: So sind mittlerweile alle Hotels mit einem Farbfoto versehen, die Adresszeile wurde um E-Mail-Adressen und Websites ergänzt. Das gesamte Lay-out ist sehr übersichtlich.
Weniger übersichtlich ist, wie Beschreibungen der "Geheimtipps" zu Stande kommen. Zwar wird an mehreren Stellen darauf hingewiesen, dass unabhängige, nicht bezahlte Tester für die Beurteilungen verantwortlich zeichnen, in den Texten selbst ist aber immer wieder von Leserzuschriften die Rede. Doch die werden hoffentlich nicht bezahlt sein? Denn dann müsste man dem Buch nämlich glatt einen der vielen Sterne abziehen. --Jan König