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  Memoiren der Zukunft: Deutschland 2050 - ein Rückblick | Herbert Kremp
 
 
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Memoiren der Zukunft: Deutschland 2050 - ein Rückblick
Herbert Kremp

Books on Demand Gmbh, 2003 - 360 Seiten

Kundenbewertung:(4 Bewertungen)
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Die traurige Wahrheit

Dieses Buch handelt von einer Zukunft die schon in der Gegenwart in vielen Teilen Wirklichkeit ist.


Dieses Buch ist ein Ereignis.

Ein Journalist der allerersten Reihe, der auf etwa 60 Jahre persönliche Erfahrung als politisch denkender Mensch zurückblicken kann und sich vor 50 Jahren über Oswald Spenglers ?Der Untergang des Abendlandes" promoviert hat, seitdem als Auslandskorrespondent die Welt kennengelernt, ja selbst Chefredakteur ?Der Welt" war, macht sich Gedanken darüber, wie Deutschland und die Welt sich im nächsten halben Jahrhundert entwickeln könnte. Wer eine spannende Handlung, wie in Orwells ?1984" erwartet, der wird enttäuscht sein. Statt dessen politischer Journalismus vom Feinsten. Der Schuster blieb bei seinen Leisten. An realen Ereignissen der letzten zwei Jahrzehnte ansetzend, werden die heute schon erkennbaren Entwicklungslinien in die Zukunft fortgedacht und ihre möglichen Folgen. Und daraus ergibt sich eine geistige Spannung, die den Leser vorantreibt und immer neue Überraschungen bereit hält. Das Schlimme darin ist, daß es für denjenigen, der aufmerksam nicht nur die deutsche Tagespolitik verfolgt, sondern der mehr auf die harten Daten von Wirtschaft und Bevölkerung schaut, schon keine Überraschungen mehr sind. Auf dem Jahreskongreß der Deutschen Gesellschaft für Demographie in Bielefeld im März 2004 rechneten die Experten z.B. vor (der Rezensent war selbst Zuhörer), das anbetracht der Altersstruktur der Bevölkerung (und zu wenig Geburten seit 1972), bis zum Jahre 2030 die heutige Rentenhöhe entweder halbiert werden muß auf 24% des Nettoeinkommens, also deutlich unterhalb des heutigen Sozialhilfesatzes (wenn die Beitragshöhe beibehalten werden soll) oder der Rentenbeitrag von heute etwa 20% auf 40% verdoppelt werden soll, wenn die relative Rentenhöhe gehalten werden soll. Dazwischen gibt es Mittelwege und schon einsetzende Versuche, die Realität zu verschleiern (wie Überweisung aus der Benzinsteuer in die Rentenkasse). Dem kritisch Denkenden kommen dabei Zweifel, ob das politische System diese Entwicklung unbeschadet überstehen wird. In ?Memoiren der Zukunft 2050" lesen wir dazu, daß es im Jahre 2029 zu ?Altenpogromen" kommen wird, bei denen 150.000 Menschen ermordet werden. Kremp hat auch Zweifel, daß das europäische Haus auf soliden Grundmauern errichtet ist. Der sich fortsetzende Niedergang des Zentrums, d.h. des Willens zur politischen Selbstbehauptung in Deutschland, beeinträchtigt die europäische Gesamtentwicklung und wird zentrifugale Tendenzen der Zerstörung fördern. Nicht alles in dem Buch ist ernst gemeint, sondern vielmehr bittere Ironie. Der Verfasser legt sicher auch keinen Wert darauf, daß die von ihm prognostizierten Ereignisse tatsächlich eintreffen, sondern will vor einer derartigen Zukunft warnen und dazu beitragen, die Trends hin zu Krise und Selbstaufgabe zu brechen. Es ist bezeichnend für die geistige Situation unseres Landes, daß sich ein Mann derartigen Formats - sicher um allen Diskussionen im Vorfeld der Drucklegung aus dem Wege zu gehen - nicht an einen Verlag gewandt hat, sondern das Buch im Selbstverlag als ?Book on Demand" herausgebracht hat. Dieses Buch hat Käufer und Leser und öffentliche Diskussion verdient. Ob es ein Verlag aufgreifen wird? - Als Hintergrund zu Kremps Buch sind zu empfehlen: ?Ist Deutschland noch zu retten?" von Hans Werner Sinn sowie ?Die IQ-Falle" und die ?Die demographische Zeitenwende".


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Interessante Idee, aber zu harmlos

Herbert Kremp hat eine seht tiefgründige Satire verfaßt, die um das Jahr 2050 spielt und in der rückblickend die fiktiven und tatsächlichen Ereignisse der vergangenen Jahrzehnte in der Rahmenhandlung Revue passieren.

Gerade die Tiefgründigkeit ist m. E. aber ein Hauptgrund dafür, daß die Geschichte häufig zu brav und stellenweise langatmig wirkt. So erkennt der Leser u. U. nicht sofort, daß eine gigantische antifaschistische Gedenkhalle verdächtig an Albert Speers Baupläne erinnert. Oder Seitenhiebe auf aktuelle Gegebenheiten, wie das "Sich aus der Verantwortung stehlen" unserer politischen Klasse, dürften ruhig noch bösartiger ausfallen.

Auch sind viele der Zukunftshandlungen zu "denkbar", wie z. B. der Zusammenbruch der EU nach schweren Wirtschaftskrisen oder der Zerfall des Staates Belgien. Dadurch vergißt man häufig beim lesen, daß das nur Satire ist und keine reale Zukunftsprognose.

Das Buch könnte mehr groteske Ironie vertragen wie z. B. die Verwaltung eines Landes durch einen in Luxemburg ansässigen TV-Sender.

Alles in Allem fand ich das Buch nicht schlecht, vom Hocker gerissen hat es mich jedoch nicht.


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Tja ...

Im Grossen und Ganzen fällt es schwer ein Urteil über dieses Buch zu fällen. Auf jeden Fall lag es deutlich unter meinen Erwartungen. Das Thema ist ungemein spannend und der Klappentext hat mich geradezu gezwungen, das Buch zu lesen. Was recht zügig auffällt ist, dass der Autor nicht gerade durch literarische Fertigkeiten besticht. Der Versuch, diese Zukunftsspekulation in einem Roman vorzulegen, wirkt streckenweise mehr als bemüht. Was gerade in der zweiten Buchhälfte mehr und mehr unangenehm aufstösst, sind das mangelnde Wirtschaftsverständnis und eine gewisse Überschätzung der möglichen Entwicklung Russlands. Ich möchte hier nicht mit dem Autor über die Zukunft streiten. Aber ich hatte den Eindruck, dass er seinen Spengler mit ein bisschen Hilfe hier und da einfach in die Realität reinpressen wollte. Viele Entwicklungen, die Kremp vorzeichnet, sind mit grosser Sicherheit Teil unserer Zukunft - ohne Frage. Man wird dadurch unweigerlich mit den drängenden Problemen unserer Zeit und welche Folgen sie haben können, konfrontiert. Diese Aufgabe hat das Buch zumindest erfüllt.
Unterm Strich komme zumindest ich zu dem Fazit, dass sich der Kauf, vor allem im Lichte des sehr hohen Preises für ein Taschenbuch, absolut nicht gelohnt hat. Aber wie man in anderen Rezensionen liest, kann man das wohl auch anders sehen. Insofern möchte es jeder selbst entscheiden und mich nicht darauf verweisen, ich hätte ihn nicht gewarnt.


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