Bordeaux: Ein Roman in vier Jahrgängen | Paul Torday
Bücher:
bordeaux: ein roman ...
Bordeaux: Ein Roman in vier Jahrgängen
Paul Torday
Berlin Verlag
, 2008 - 336 Seiten
Kundenbewertung:
(6 Bewertungen)
großes Bild anzeigen
weitere Infos, Preis & Bestellmöglichkeit
Kauftipp
" Aus Mäßigkeit entspringt reines Glück." (Goethe)
Der britische Schriftsteller Paul Torday erzählt die Geschichte des Softwarespezialisten und Weinliebhabers Wilberforce in Form einer Ich-Erzählung.
Der Protagonist war, wie man seinen retrospektiven Betrachtungen entnehmen kann, schon in der Schule ein Ass in Mathematik und erhielt an der Durham University ein Stipendium für Informatik. Sein Studium schloss er aber nicht ab. Stattdessen baute er eine Softwarefirma auf, in der er alsbald fünfzig Leute beschäftigten konnte. Zehn Jahre lang arbeitete er täglich
vier
zehn Stunden und länger.
Der Workoholic ernährte sich damals primär von Fast- Food, hatte keine Freunde und lebte als Single. Sein gesamtes Engagement galt dem Aufbau seiner Firma. Er arbeitete gerne, auch wenn sein bester Mitarbeiter Andy zu jenen Zeiten sein Tun als zwanghaft bezeichnete.
Andy bewegt ihn immer wieder unter Leute zu gehen und sein Leben bunter zu gestalten.
Das tut er schließlich als er durch Zufall den wesentlich älteren Francis kennen lernt, dem der stattliche Besitz New Castle -Caerylon Hall gehört. Francis wird für Wilberforce zur Vaterfigur, zu der er alsbald starkes Vertrauen hat.
Bei ihm lernt der Softwarespezialist eine Reihe junger Leute aus der Upperclass kennen, mit denen er zukünftig zur Moorhuhnjagd und zu Dinnerpartys geht, doch auf dieses Leben ist er nicht vorbereitet.
Seine Arbeit in seiner Firma delegiert er immer stärker an Andy.
Er verliebt sich in Catherine, die Verlobte eines neuen Freundes. Nach anfänglichen Bedenken, spannt er dem Freund das Mädchen schließlich aus.
Seine Firma veräußert er, um das Anwesen von Francis inklusive 100 000 Flaschen feinsten
Bordeaux
vor dem Zugriff der Bank zu retten.
Francis liegt im Sterben und wünscht sich einen " Erben ", der seine Verbindlichkeiten begleicht. Der alte Lebemann ist hoch verschuldet.
Wilberforce akzeptiert den Deal und erbt Castle -Caerylon- Hall.
Er heiratet jetzt Catherine und lebt fortan mit seiner jungen Frau das Leben eines Frühpensionärs. Im Gegensatz zu seinen Upperclass-Freunden ist er dieses Leben nicht gewöhnt, verliert innerhalb von drei Jahren aufgrund unmäßigen Weingenusses - 5 Flaschen Bordeaux täglich - seine Frau , seine Gesundheit und seines Vermögen.....
Bis zum Schluss meint Wilberforce Wein als Alkohol zu bezeichnen sei unsensibel und grob.
Der Genuss der feinen Grand Crus, ganz zu Schweigen der kostbaren Flaschen Petrus ( er bevorzugt auch in Restaurants stets nur die besten Jahrgänge) ist für ihn eine Art Hochamt, das er fortan ständig feiert.
Wilberforce kann mit den edlen Tropfen nicht umgehen. Sein Habitus ist der eines Neureichen, der nicht genug bekommen kann.
Das gesamte Verhalten dieses Mannes ist ziemlich selbstbezogen. Seine Frau beginnt er erst wirklich zu lieben als sie für nicht mehr erreichbar ist.
Ein fast tragische Gestalt, die den schnellen materiellen Aufstieg ganz offensichtlich nicht verkraftet hat und dessen inneres Wachstum immer noch auf dem Stand eines Pubertierenden ist.
Ein wirklich flüssig geschriebener, nachdenklicher und dabei spannender Text.
Empfehlenswert.
weitere Infos, Preis & Bestellmöglichkeit
Vom Wunsch, irgendwo dazu zu gehören
Wilberforce hat es eigentlich geschafft. In wenigen Jahren hat er eine florierende Softwarefirma aufgebaut. Doch der Erfolg hat seinen Preis; bei 15 und mehr Stunden Arbeit am Tag ist in den letzten Jahren das Privatleben zu kurz gekommen.
Da ist es schon beinahe schicksalshafte Fügung, als er eines Tages auf den Weinladen von Francis entdeckt und dort die Bekanntschaft eine Clique junger, reicher Menschen macht, die diesen zu ihren gemütlichen Treffpunkt gewählt haben. Schnell wird er aufgenommen und lernt eine ihm fremde Welt kennen, in der es um alles, nur nicht um Arbeit geht. Bald wird der gut sortierte Weinkeller von Francis zum neuen Mittelpunkt von Wilberforces Leben. Und als dieser in Gefahr gerät, ist Wilberforce bereit, zu seiner Rettung jeden Preis zu zahlen. Um am Ende doch alles zu verlieren.
Torday erzählt diese tragisch-komische Geschichte von der Sehnsucht nach Zugehörigkeit in umgekehrter zeitlicher Reihenfolge mit wunderbarem britischem Humor in der Tradition von Oscar Wilde und Stephen Fry. Es ist die Geschichte von der Angst vor der Einsamkeit und der einer großen Leidenschaft; der Weine aus
Bordeaux
. Ein Buch, zu dem man eigentlich ein gutes Glas Rotwein trinken sollte.
weitere Infos, Preis & Bestellmöglichkeit
Noch besser als erwartet
Ich schließe mich meiner Vorrezensentin Anja Quandt an, denn auch ich habe aufgrund des recht freundlich gestalteteten Einbands und des Buchtitels "
Bordeaux
" eine heitere und muntere Erzählung eines Menschen zum Thema Wein erwartet. Es ist aber ganz anders und viel besser.
Denn hier wird die Geschichte des tragischen Protagonisten Francis Wilberforce erzählt. Gegliedert ist dieses Buch in 4 Abschnitte, wobei die Struktur nicht wie üblich die normale Reihenfolge einhält, sondern von hinten beginnt. Die Reise fängt im Jahre 2006 an und führt uns dann 4 Jahre in die Vergangenheit. Auf der einen Seite weiß der Leser also, was mit Wilberforce geschieht, auf der anderen Seite allerdings nicht, wieso. Denn schnell wird klar, das dieser junge Mann einst ein sehr erfolgreicher Programmierer war. Er hatte seine eigene Software-Firma, schrieb Millionen-Umsätze und stand kurz vor dem ultimativen Durchbruch. Was ist also passiert?
Eines Tages entscheidet er sich, sich in seiner Umgebung umzusehen, da er sein bisheriges Leben fast nur mit Arbeiten verbracht hat. Er setzt sich in seinen neuen Range-Rover und fährt drauf los. Schnell wird er fündig, denn tief im Wald versteckt liegt Caerlyon-Hall, ein riesiges Anwesen mit eigenem Weinkeller. Hier lernt Wilberforce den passionierten Weinkenner Francis Black kennen. Diese neue Bekanntschaft führt Wilberforce in neue Kreise, er lernt neue Freunde kennen, auch seine Frau, und gestaltet sein Leben neben der Arbeit neu. Es geht ihm gut, er genießt seine Freizeit und erfreut sich an den neu gewonnenen Bekanntschaften. Etwas später jedoch stirbt Francis Black, ein schwerer Schlag, denn zwischen beiden entwickelte sich bis dahin eine feste Freundschaft. Kurz vor Blacks Tod hatte Wilberforce ihm das Versprechen gegeben, sein Anwesen samt des Weinskellers zu kaufen. Der Preis dafür ist aber sehr hoch, denn er verkauft nicht nur seine Firma sondern fällt auch immer mehr in den Bann des Weines. Dieser dramatische Lebenslauf hat viele Höhen und noch mehr Tiefen......
Alles in allem ein sehr schönes Buch welches auch für Weinlaien leicht verständlich ist. Es werden Fachbegriffe verwendet, die allerdings im allgemeinen Sprachgebrauch auch bekannt sind. Selbst die vielen Weinsorten, welche beschrieben und getrunken werden, stören nicht und verleihen der ganzen Geschichte mehr Tiefe und eine gewisse Atmosphäre.
Ich für meinen Teil fand dieses Buch toll und kann es jedem weiterempfehlen. Denn eine gewisse Pointe gibt es auch, die fast schon belehrend wirkt und gut auf unsere Gesellschaft projeziert werden kann.
weitere Infos, Preis & Bestellmöglichkeit
Schade das es nur 5 Sterne gibt...
Es gibt Bücher, auf die man durch eine gute Rezension aufmerksam wird. So wie bei diesem hier. Dann hielt ich das Buch in der Hand:
Bordeaux
rotes Leinen mit Golddruck, schöner Schutzumschlag mit Goldbuchstaben in Reliefdruck. Na, hoffentlich ist das keine Mogelpackung, dachte ich! Von wegen... Seit langem habe ich kein Buch mehr mit einer derartigen Begeisterung gelesen. Ein einzigartiges Psychogramm eines Trinkers, anders als alle anderen Versuche, die Sucht nach Alkohol zu beschreiben. Mit Szenen und Personen, die bisweilen an Oscar Wilde gemahnen (im positiven Sinn), mit einer Handlung, die genauso ungewöhnlich ist wie die Erzählperspektive: Nämlich in Ich-Form von hinten nach vorne. Man weiss nie so genau, ob man Mitleid oder Verachtung für den Weinfanatiker Frankie Wilberforce empfinden soll, am Ende ich es wohl eine Mischung aus beidem. Überraschende Wendungen, warmer, menschlicher Humor und ein mitreissender Erzählstil machen dieses Buch für mich zu DER Neuerscheinung des Jahres, die es auf Anhieb in die Liste meiner Lieblingsbücher geschafft hat. Ein toller Wein
roman
, aber längst nicht nur für Weintrinker...
weitere Infos, Preis & Bestellmöglichkeit
Tiefgründiger Roman nicht nur für Weinliebhaber!
Weinkenner wissen es schon lange, und der Laie weiß es spätestens nach der Lektüre von
Bordeaux
": Es ist ein edles Getränk mit einer weit in die Vergangenheit zurückreichenden Geschichte, die Herstellung und Veredlung sind eine Wissenschaft für sich. Autor Paul Torday hat mit "Bordeaux" einen ganz besonderen
Roman
erschaffen, in den der Leser mit dem Protagonisten Wilberforce tief in die Gruft der Weinlagerung eintauchen kann und dabei seinen Untergang erlebt.
Unbemerkt lernt der Leser wie man einen Wein dekandiert, dass der Wein atmen muss, um seine Vollmundigkeit entfalten zu können, oder auch wie ein Wein gelagert werden sollte. Geschickt verpackte Weinkunde in einem spannenden Roman, derart präsentiert sich das Buch dem Kenner als auch Nichtkenner der hohen Kunst des Weintrinkens.
"Bordeaux" ist ein kurzweilig geschriebenes Buch, das einen mit einem ganz besonderen Flair umfängt, wissenswertes rund um die verschiedenen Weinsorten vermittelt und einen in die Abgründe der Abhängigkeiten, der Verdrängung und auch in die tiefe Liebe bis zum Tod einsehen lässt. Paul Tordays Roman endet für den Leser etwas konfus, und es überkommt einen im ersten Moment ein etwas eigenartiges Gefühl, gerade so, als ob man eine Begegnung gehabt hätte und der Gegenpart einfach verschwunden wäre. Doch vielleicht wollte der Autor sich dadurch die Chance auf einen Fortsetzungsroman offen halten...
weitere Infos, Preis & Bestellmöglichkeit
reviews
:
page 1
,
2
Folgende Artikel könnten Sie interessieren
jahrgängen
Numex Münzenkatalog Deutschland ab 1871 (23. Auflage). Gesamt- ...
Drinking History - Erzählungen von Weinen und Jahrgängen - Teil 1 - ...
Bordeaux: Ein Roman in vier Jahrgängen
Simplicissimus. Die besten Witze aus den Jahrgängen 1896-1898
Bordeaux: Ein Roman in vier Jahrgängen
bordeaux
Schriften der Essener: Die Lehren der Essener: Essener Meditationen: ...
Bordeaux: Ein Roman in vier Jahrgängen
Tod in Bordeaux: Kriminalroman
La Vie de Chateau: Eine Weinprobe in Bordeaux
Duden Französisch 7. Klasse: Übungen zu Grammatik, Wortschatz und ...
roman
Gebieterin der Dunkelheit: Roman
Die Henkerstochter
Wer bin ich - und wenn ja wie viele?: Eine philosophische Reise
Die Entscheidung der Hebamme
Gegensätze ziehen sich aus: Roman
Suche nach Büchern
bordeaux
,
jahrgängen
,
roman
,
vier
zufällig ausgewählt
Korkenzieher 'Lift'
Bitte aktivieren Sie JavaScript, damit diese Seite korrekt funktioniert!