Bei dieser 3. deutschen Auflage handelt es sich weit mehr als nur um einen Neudruck mit ausradierten Fehlern -- mit dem abgeschlossenen Standardisierungsprozess von C++ haben neue Schlüsselwörter und Konzepte sowie die Standard C++-Library einen Platz im Buch gefunden. Scott Meyers selbst lehrt und forscht rund um C++ -- die 50 Richtlinien seines Buchs stellen die gesammelten Erfahrungen für eine Verbesserung der C++-Entwürfe und -Programme dar, die sich nicht automatisch überprüfen lassen, sondern eine flexible Herangehensweise von jedem individuellen Programmierer erfordern. Was ist wann zu tun und was sollte man wann lieber bleiben lassen -- die Richtlinien beziehen sich dabei nicht nur auf ein bestimmtes Sprachmerkmal, sondern auf das Verständnis der Wechselwirkungen zwischen den C++-Merkmalen. Eine Herangehensweise, die der Arbeit von "kampferprobten" Programmierern entgegenkommt und mit Querverweisen innerhalb des Buchs und einem umfangreichen Index unterstützt wird.
Die einzelnen Lektionen beginnen jeweils mit einem Statement wie "Vermeiden Sie Datenelemente in der public-Schnittstelle", einem einleitenden Text sowie Beispiel, Erklärung und Lösungsangebot. Bei den Themen kommt der Übergang von C zu C++, die Speicherverwaltung, Konstrukturen, Destruktoren und Zuweisungsoperatoren, Klassen und Funktionen (Entwurf und Deklaration sowie Implementation) sowie Vererbung und objektorientiertes Design mit jeweils verschiendenen Lektionen zur Sprache.
Scott Meyers hat sich mit Effektiv C++ programmieren etwas getraut: festgetrampelte Wege zu verlassen. Ein erstaunlich kompaktes Buch für C++-Profis, denen sich zu stellen und letztendlich vor ihnen zu bestehen Mut und Können erfordert. Meyers hat beides zu bieten. Und dazu eine erwähnenswert gute Übersetzung. --Wolfgang Treß
Was passiert wenn man einen eigenen Zuweisungsoperator in seiner Klasse implementiert? Wie verhält sich dieser bei Mehrfachvererbungen? Wie funktioniert überhaupt der vom Compiler automatisch generierte operator= ? Antworten auf diese Fragen und viele weitere findet man in diesem Buch. Sehr empfehlenswert!
Scott Meyers gibt in seinem Buch 50 einfache -- bzw. einfach klingende -- Ratschläge, wie man gutes C++ schreibt.
Das Schöne an dem Buch ist, dass Meyers die Regeln immer als Faustregeln versteht und nicht als endgültige Weisheit. Oftmals prallen bei "Regeln für gutes C++" ja ganze Philosophien aufeinander, die teilweise recht dogmatisch vorgebracht werden. Meyers dagegen gibt sich große Mühe, dem Leser zu vermitteln, warum diese Regel Sinn macht, so dass man danach in der Lage ist, situationsbedingt selbst zu entscheiden, wann man eine der Regeln anwenden sollte oder nicht.
Ein anderer großer Pluspunkt ist, das jeder der Ratschläge so erklärt wird, dass man ihn wirklich versteht. Ich habe selten bei einem Buch so viele Aha-Erlebnisse gehabt. Das Buch geht schon in die Tiefe und bescreibt auch, warum C++ mit seinen manchmal schrullig scheinenden Verhaltensweisen so ist, wie es ist.
Das Buch ragt desweiteren aus der Masse von C++-Büchern durch seine sehr lockere Schreibweise heraus. Humorvoll, stellenweise ironisch -- so macht das Lesen wirklich Spaß. Und trotzdem schafft es Meyers, immer knapp, sachlich und informativ das Wesentliche zu sagen. Eine wahre Wohltat, verglichen mit manch anderem unsäglichem C++-Buch.
Manche Ratschläge entspringen einfach "gesundem Menschenverstand" (was auch immer das sein soll), aber viele der Richtlinien haben mir wirklich die Augen geöffnet dafür, was C++ ist, was es sein soll und wie man es besser verwenden kann.
Kurzum: Ich halte dieses Buch für eine einmalige Bereicherung eines jeden praktischen C++-Programmierers. Jeder, der sich bemüht, sicheres, flexibles und verständliches C++ zu schreiben, sollte es wenigstens einmal lesen. Er wird danach gerne hin und wieder einen Blick hineinwerfen. 5 Sterne.