Bemerkenswert ist auch der Abschnitt, in dem die Autorin auf die Bedeutung des Anschreibens hinweist. Da es in der Regel der einzige individuelle Teil der Bewerbung ist, kann es sicher als wesentliches Element der Selbstdarstellung gelten und als erste Arbeitsprobe angesehen werden. Bislang fehlen jedoch jegliche Standards, die ermöglichen, diese Arbeiten vergleichend zu beurteilen. Daraus folgert die Autorin zu Recht: ?Welche laienhaften psychologischen Schlussfolgerungen [der Personaler] hier zum Einsatz kommen, lässt sich nur vermuten?. Von Transparenz und Nachvollziehbarkeit also keine Spur. Und beim Lebenslauf gilt: gute Zeugnisnoten, Lückenlosigkeit und Vollständigkeit werden meist hoch bewertet, häufiger wechselnde Beschäftigungsverhältnisse dagegen gedanklich schon in die Zukunft fortgeschrieben. Dass es sich hierbei um Induktionsschlüsse handelt, die durch nichts zu rechtfertigen sind, sollte Personalern eigentlich zu denken geben. Die Aussage vieler Personalchefs dürfte jedoch lauten: ?Ich habe eigentlich immer die richtigen Entscheidungen getroffen?. Was sollten sie auch sonst sagen? Sie haben schließlich keine Vergleichsmöglichkeit.
Fazit: Ein wichtiges Buch, das einen Anstoß dazu geben kann, bei der Personalbeschaffung neue, sinnvollere Wege zu gehen.