Buch: Wiener Werkstätte. 25 Jahre TASCHEN | Gabriele Fahr- Becker
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Wiener Werkstätte. 25 Jahre TASCHEN
Gabriele Fahr- Becker
Taschen Verlag
, 2008 - 240 Seiten
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Kunsthandwerk aus Wien
Die
Wiener
Werkstätte
wurde im Jahr 1903 von den Secession - Designern Josef Hoffmann und Koloman Moser sowie dem einflussreichen Bankier Fritz Wärndorfer gegründet. Diese Genossenschaft von Künstlern, Architekten und Kunsthandwerkern orientierte sich in ihrer philosophischen Haltung an britischen Vorbildern wie z.B. an Charles Ashbees Guild of Handicraft. Bereits im Oktober 1903 gab es schon mehrere Werkstätten, wie z.B. für die Silber- und Schmiedekunst, Metallarbeiten, Buchbinderei, Lederbearbeitung und Tischlerei sowie ein Architekturbüro und ein Gestaltungsatelier.
Die Wiener Werkstätten waren bekannt für ihre Sauberkeit. Helligkeit und vorbildliche Behandlung ihrer Mitarbeiter. Die Tischler erhielten sogar für die damalige Zeit fast unerhört und außergewöhnlich einen unbezahlten Urlaub von ein bis zwei Wochen. Die an der Wiener Werkstätte produzierten Designs trugen nicht nur die Monogramme der Gestalter, sondern auch die der Handwerkskünstler, die für die Ausführung der Arbeiten verantwortlich waren. Darin verdeutlicht sich auch das Bestreben der Genossenschaft, Künstler und Kunsthandwerker gleich zu behandeln und als gleichwertig zu betrachten. Vielleicht hat auch das so erzeugte Wir - Gefühl" in Verbindung von gemeinsamer Strebsamkeit und eines intellektuellen Niveaus sowie die positive Arbeitsatmosphäre zum erfolgreichen Gelingen der dort verwirklichten Ideen auf internationaler Ebene beigetragen.
Allerdings lehnten die Mitglieder, vor allem Josef Hoffmann, es ab, zugunsten von Erschwinglichkeit auf Qualität zu verzichten und bestanden auf der Verwendung der besten erhältlichen Materialien. Dieser Anspruch brachte zwar eine zuverlässige Qualität hervor, verhinderte aber letztendlich große finanzielle Erfolge und bedeutete, dass der demokratisierende Einfluss der Werkstätte nicht so stark war, wie er hätte sein können. Von 1903 bis 1932 produzierte die Wiener Werkstätte Möbel, Glas- und Metallarbeiten, Stoffe, Schmuck, Kleidung, Tapeten, Keramiken und Grafiken von über 200 Designern.
Dieses Buch zeigt in entsprechend bezeichneten Kapiteln Möbel, Glas, usw. einen selektierten Querschnitt bezüglich dieser Arbeiten. Einleitend wird die Gründung der Wiener Werkstätte erläutert, auch im Zusammenhang mit dem Einfluss japanischer und britischer Vorbilder. Zu benennen ist dabei vor allem der Jugendstilarchitekt und Designer Charles Rennie Mackintosh.
Der
Taschen
Verlag hat mit diesem Buch in kompakter Weise eine hervorragend illustrierte, detaillierte Geschichte des Gesamtkunstwerks" und der wichtigsten Errungenschaften dieser kreativen Strömung hervorgebracht. Besonders ausführlich betrachtet werden die wenigen, aber international berühmten Gesamtkunstwerk - Projekte. Dazu zählen z.B. das Cabaret Fledermaus ( 1907), das Sanatorium Pukersdorf (1904 - 1906), die Villa Ast (1909 - 1911), die Villa Skywa - Primavesi (1913 - 1915), das Landhaus Primavesi und das berühmte Palais Stoclet in Brüssel (1905 -1911), das typisch für den frühen secessionistischen Stil der Werkstätte ist, der sich durch strenge Klarheit, komplizierte Konstruktionen und luxuriöse Materialien auszeichnete. Obwohl man 1921 Filialen in New York und 1929 in Berlin eröffnet hatte, meldete die Wiener Werkstätte im Jahr 1932 Konkurs an.
Im Anhang des Buchs findet der Leser noch eine kurze chronologische Übersicht zur Geschichte der Wiener Werkstätte und eine biographische Abhandlung über ihrer wichtigsten Köpfe. Zu den wichtigsten und allgemein bekannte Personen zählen z.B. Josef Hoffmann, Gustav Klimt, Koloman Moser, Egon Schiele, Oskar Kokoschka, Carl Witzmann, Josef Urban, Dagobert Peche, Otto Prutscher, Richard Luksch, Eduard Josef Wimmer-Wisgrill, Michael Powolny, Richard Teschner, Carl Otto Czeschka, Franz Karl Delavilla, Alfred Roller, Emil Orlik, Ludwig Heinrich Jungnickel, usw.
Das Buch ermöglicht einen guten und knappen Überblick. Der Lesefluss wird vor allem durch ein ausgewogenes Text-Bildverhältnis begünstigt. Für Personen, die sich auf wissenschaftlicher Ebene mit der Wiener Werkstätte befassen möchten, ist das Buch nach meiner Ansicht weniger geeignet. Da es sich bei dieser Publikation um eine Jubiläumsausgabe des Taschen - Verlags handelt, ist der Preis unschlagbar günstig. - Christoph Erlemeier -
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