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  Der kleine Bruder | Sven Regener
 
 
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Der kleine Bruder
Sven Regener

Eichborn, 2008 - 281 Seiten

Kundenbewertung:(23 Bewertungen)
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das Finale - konsequent umgesetzt

Man hätte es ahnen können. Mit dem Abschluss der Herr Lehmann - Trilogie treibt Sven Regener seinen eigenen Schreibstil auf die Spitze. Nachdem wir im ersten Buch Herrn Lehmann kennen und lieben gelernt haben und im zweiten Teil detailliert erfuhren, wie aus Frank ein Herr Lehmann wurde, spielt die Story nun im abschließenden dritten Teil eigentlich keine große Rolle mehr. So liegt das größte Manko von "Der kleine Bruder" sicherlich darin, dass man nichts mehr wirklich Neues, Wesentliches erfährt und auch der rote Faden des Buches - die Suche nach Manfred, dem großen Bruder - bleibt mehr oder weniger hinter den Erwartungen und auch den Möglichkeiten des Autors zurück. Im Vergleich zu den Vorgängern bleiben vor allem die Nebenfiguren seltsam farblos, insbesondere in "Neue Vahr Süd" gelang es meines Erachtens Sven Regener deutlich besser, die diversen Figuren mit Leben zu füllen.
Andererseits sind auch dieses Mal köstliche Dialoge voller skurriler und aberwitziger Pointen zuhauf zu entdecken, welche den dritten und letzten Teil der Geschichte um Herrn Lehmann vor allem für die Liebhaber der ersten beiden Teile unverzichtbar machen und am Ende dennoch für ein äußerst kurzweiliges Lesevergnügen sorgen.
Ale Neueinstieiger muss ich jedoch unbedingt darum bitten, zunächst die ersten beiden Teile zu lesen, denn "Der kleine Bruder" erfordert es definitiv, bereits vorab Herrn Lehmann kennengelernt zu haben, sonst bringt das alles nichts ;-)


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dann is ja gut

Nicht mehr ganz so stark wie Neue Vahr Süd, aber immer noch gut genug.
Das Ganze spielt sich innerhalb weniger Tage ab, das Eintreffen von Frank Lehmann in Berlin, seine Suche nach dem großen Bruder, die dabei gewonnenen Eindrücke, neue Bekanntschaften mit einer Reihe von sehr spezieller Typen der jeweiligen Szenen in einem Kreuzberg der besetzten Häuser.
Man erfährt den recht knappen Handlungsstrang wie gewohnt aus Gesprächen und aus jeder Menge Gedanken von Frank. Er ist únd bleibt mir sehr sympatisch im Umgang mit sich selbst, seinem Umfeld und den jeweils Beteiligten. Ich habe genug Überraschendes und jede Menge Witz gefunden, um am Ende sagen zu können: dann is ja gut.
Das Hörbuch und die hektische, nuschelige Art des Vorlesenes von Sven Regener waren erneut ein Genuss.
Die nicht wenigen Negativ-Kritiken kann ich nicht nachvollziehen. Vielleicht liegt das daran, dass ich die Erzählung um Frank Lehmann mit Neue Vahr Süd begonnen, Herrn Lehmann noch vor mir habe und Der Kleine Bruder einfach nur erfrischend anders, äußerst humorvoll ist und mich teilweise an meine eigene Jugend erinnert, ohne dem Ganzen einen Kult-Status abzuverlangen. Einfach nur eine Geschichte.



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Wie - keine Ahnung?

Es scheint echt so, als hätte in diesem Roman keine Figur eine Ahnung, jedenfalls nicht bei der wichtigsten Frage: Wo ist Manni, äh Freddie? Frank , der jüngere der beiden Brüder, hat sich nach Berlin aufgemacht, um seinen Bruder Manni (der in Berlin nur Freddie heißt) zu besuchen und dort irgendwie neu anzufangen. Der ist aber verschwunden und keiner weiß wohin. Das ist dann die Hefe in der ganzen Handlung: Findet Frank seinen Bruder? Ist was passiert mit ihm? Andeutungen lenken den Leser in diese Richtung. Des Rätsels Lösung wird hier auch nicht verraten, nur soviel: das ganze Personal rund um Freddie weiß mehr als zugegeben, und das Raffinierte daran: jeder glaubt, nur er weiß etwas! Bruder sucht Bruder ist ja nun kein ganz neues Sujet, aber die Art, wie Regener das macht, ist schon bemerkenswert. Das wirklich Faszinierende an diesem Roman ist für mich, wie der Autor Sprache und Sprechen dieser merkwürdigen Typen da in Berlin präsentiert. Da wird gelabert ohne Ende, dann wieder fast valentinesk alles wortwörtlich genommen, gute Fragen, clevere Antworten, aber oft stimmt auch: "Du redest doch nur Scheiße!" Sowieso: die Worte Arsch und Scheiße haben kräftig Oberwasser. Mir fällt kein anderer Autor ein, der so authentisch diese Sorte von Figuren, Hausbesetzer, echte und falsche, Künstler, echte und falsche, Punks, meist echte, Hippies, echte und falsche usw. usw. durch ihre Sptache charakterisieren kann. Da ist Regener ganz große Klasse. So nebenbei gehts auch dem Kunstbetrieb an den Kragen: Herrlich, was wir da alles aufgetischt bekommen, z.B. : "Es ist Kunst, wenn einer sagt, daß es Kunst ist"; sagte Karl ... Und dann muß ich noch mindestens einen finden, der mir das glaubt. Dann ist es Kunst." Tja. Bei all dem wie es scheint perspektivlosen Gerede und Getue wäre es schade, zu übersehen, dass viele Figuren facettenreicher sind als sie es vielleicht selber merken. Wie sich diese verkrachten Typen dann doch wieder umeinander kümmern, Verantwortung zeigen, Gefühle schüchtern andeuten, ja sogar ganz kleinbürgerlich auf das Zauberwort "Bitte!" achten, das ist anrührend, gerade weil es nicht dick aufgetragen daherkommt. Es zeigt auch den Respekt des Autors vor seinen Figuren, und das ist gut so. Man muss diesen Roman nicht mögen. Wie - nicht mögen? Ach keine Ahnung, ich mein, er is einfach gut oder so!


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48 Stunden

Zuerst hat Sven Regner Frank Lehmann erfunden und den Roman "Herr Lehmann" genannt, vermutlich ohne zu wissen, dass es sich um den Abschluss einer Trilogie handeln würde. Dann wurde in "Neue Vahr Süd" ein Teil der Vorgeschichte des Helden erzählt. Und jetzt kommt also die Mitte, das Bindeglied. Die Idee, die ganze Handlung auf 48 Stunden einzudampfen, ist sicher gut. Die Idee, zu der zeitlichen Einschnürung die örtliche hinzuzutun, nämlich die Reise in die Mauerstadt Berlin, ist ebenso gut. Aber das, was sich dann innerhalb von zwei Tagen und Nächten in der eingemauerten Szene abspielt, bleibt seltsam uninspiriert. Okay, die Dialoge haben mir gefallen. Nicht, weil sie so inhaltsvoll waren, sondern weil sie flockig und spritzig daherkamen. Auch die Wiederbegegnung mit Frank Lehmann freut den Leser natürlich. Aber alle anderen Figuren? Ein bisschen flach, ein bisschen flau. Haben mich nicht so überzeugt, auch nicht besonders neugierig gemacht.
Insgesamt ein amüsanter, aber irgendwie doch ziemlich beliebiger Roman, längst nicht so gut wie die beiden anderen.


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reviews: page 1, 2, 3, 4, 5



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