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Häfen: Eine literarische Kreuzfahrt

Eichborn, 2008 - 186 Seiten

Kundenbewertung:(5 Bewertungen)
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Liebevolle Retro

Liebevolle Retro die hier geschmackvoll aufgemacht in abwechselnd blauem und schwarzem Layout die Texte der Empfindungen von Vicky Baum,Francoise Sagan und anderen Schriftstellern des vergangenen Jahrhunderts aufleben lässt.
Für mich waren vor allem die Bilder der entsprechenden Häfen wie Triest und Marseille aus den 20zigern des vergangenen Jahrhunderts ansprechend.
Hier bekommt man einen Eindruck wie Jules Verne,Salgari oder auch Paul Bowles beim Schreiben ihrer Bücher die Welt gesehen haben.Leider sind die Fotos nicht sehr zahlreich,dagegen ist die Qualität bzw.Selektion dieser hervorragend.



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Ein wunderbares Buch mit wunderbaren Texten und Bildern für Menschen, die gerne reisen, aufbrechen oder ankommen

Der Eichborn Verlag in Berlin setzt mit diesem wunderbaren Buch seine erfolgreiche Reihe der "literarischen Führer" fort. War schon in der Vergangenheit Lis Künzli als Herausgeberin den Spuren von Schriftstellern in Hotels und Bahnhöfen gefolgt, unternimmt nun der junge Autor und Texter Florian Beckerhoff zusammen mit 23 verschiedenen Schriftstellern ein literarische Kreuzfahrt durch die Häfen dieser Welt.

Dabei geht er besonders der tiefer liegenden Bedeutung von Häfen nach, als einem Ort, der nach einer Fahrt durch das tobende und gefährliche Meer Ankunft und Sicherheit verspricht und auch bietet. Nach einer langen Zeit wieder einmal festen Boden unter den Füßen zu spüren, tut gut.

Doch wehe, wenn man übersieht, dass ein Hafen eine direkte Fortsetzung des Meeres ist, weniger wankend vielleicht, aber nicht weniger gefährlich und erregend.

Es verwundert also nicht, dass die Schriftsteller ganz unterschiedlicher Zeiten sich immer wieder mit dem Hafen auseinandergesetzt haben und dem, was er für sie ausstrahlt. Ob Italo Svevo fast verliebt der Hafen von Triest beschreibt, Günter Grass der Erinnerung Ausdruck gibt an die Tausende von Menschen, die vom Danziger Hafen aufgebrochen und geflüchtet sind, Ernest Hemingway im Hafen von Havanna spazieren geht oder Anna Seghers dem rettenden Hafen Marseille für viele Flüchtlinge aus Nazideutschland ein bleibendes Denkmal setzt, alle waren und sind sie begeistert und angezogen von der Atmosphäre der Häfen, in denen sie angekommen oder von denen sie aufgebrochen sind.

Auffällig ist, das in der Reihe der 23 Schriftsteller neben der schon erwähnten Anna Seghers lediglich noch zwei weitere Frauen erzählen von Häfen, nämlich Vicki Baum und Marguerite Duras. Ich möchte es nicht weiter interpretieren, aber auffällig bleibt es doch.

Ein wunderbares Buch mit wunderbaren Texten und Bildern. Ein geeignetes Geschenk für Menschen die gern reisen, aufbrechen oder ankommen.



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Hafenromantik in der Literatur

Ankommen und Abschiednehmen, Schiffsromantik und harte Arbeitswelt, Technik und Schicksale - kurz, Häfen "geben etwas her", das haben auch schon zahlreiche Literaten erkannt. Von Piräus bis Saigon, von Günter Grass bis Jack London - auf 180 Seiten hat der Herausgeber mehr als 20 "Hafen Szenen" der Weltliteratur zusammengestellt und mit historischen Abbildungen illustriert. Auch für Binnenländer ein höchst angenehm zu lesendes Büchlein.


Durchaus Empfehlenswert, jedoch ...

... gibt es da doch etwas.

Habe das Buch geschenkt bekommen und mich sehr darüber gefreut. Die Auswahl der Schriftsteller und der vorgestellten Häfen ist harmonisch und gut getroffen.

Was mir nicht besonders gefällt sind die kleinen Portraitfotos der Autoren. Die großen und teilweise mächtigen Namen (z. B. Hemingway, Grass oder Marquez) gehen beinahe unter durch die Mini-Darstellungen.

Teilweise sind einige der Fotoaufnahmen sehr blau, was o.k. ist, aber nicht jedem gefällt.

Der Preis von knapp 25 Euro ist etwas hoch; besser (angemessener) wären max. 20 Euro.

Insgesamt 4 Sterne - Durchaus Empfehlenswert!!!


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Bewährtes Konzept übernommen und leicht verändert

Vom gleichen Verlag liegen bereits zwei literarische Führer zu den Themen Hotels und Bahnhöfe vor. Und in meinen Besprechungen dieser wunderschönen Bücher äusserte ich den Wunsch, die Herausgeberin Liz Künzli möge noch oft von ihren Reise- und Leseerlebnissen berichten. Der Stab für die nächste Etappe wurde nun offenbar Florian Beckerhoff überreicht. Ob er oder der Verlag für das modifizierte Konzept verantwortlich ist, weiss ich nicht. Aber für zwingend notwendig halte ich die Änderungen nicht, auch wenn ich Farbe gerne habe. Den abgebildeten kolorierten Postkarten aus alter Zeit bekommen Farben zwar gut. Aber Fotografien in Schwarz-Weiss blau und braun einzufärben halte ich für eine Layout-Mode, die Abbildungen unnötig verfremdet und keinen Mehrwert bietet, weder ästhetisch, noch semantisch. Wenig zwingend finde ich auch die Änderungen bei der Typografie. Ausser dass auch Titel sowie einzelne Abschnitte blau eingefärbt wurden, entschloss man sich für einen grösseren Font. Der dadurch bedingte Platzanspruch und längere Textausschnitte verringern die Schauplätze. Doch ich hätte lieber mehr Schiffshäfen als grössere Buchstaben und ausführlichere Zitate. Kurz: Mich vermochte das neue Konzept nicht so zu begeistern, wie es Verlag und Herausgeber wohl wünschen. Aber da mich Idee und Umsetzung noch immer überzeugen, verzichte ich auf einen Abzug bei der Bewertung.

Florian Beckerhoff führt seine Leser an 23 Schauplätze. Wieso er im Untertitel nicht mehr von literarischem Führer, sondern von einer literarischen Kreuzfahrt spricht, ist mir allerdings ein Rätsel. Doch genug mit Kritik. Dieses Buch macht einfach grossen Spass und regt an. Da ich Häfen liebe, werde ich es künftig trotz erheblicher Einschränkungen beim Gepäck auf meine Motorradreisen mitnehmen. Denn die vermittelten Ein- und Ansichten ändern Blickwinkel und ermöglichen andere Zugänge. Das Buch eignet sich aber auch hervorragend für eine Karl May Position. Man genehmige sich ein gutes Glas Wein, ein paar kulinarische Besonderheiten, suche seinen Lieblingsplatz auf und lasse sich von Bildern und Texten an fremde Orte führen. Viel Vergnügen.

Mein Fazit: Nachdem uns Lis Künzli auf literarische Reisen in Hotels und Bahnhöfe mitnahm, ermuntert uns der neuer Herausgeber Florian Beckerhoff zum Besuch von Hafenanlagen aller Art. Ob real oder nur im Lesesessel, ist unwichtig. Beides macht Spass. Die konzeptionellen Änderungen sind allerdings aus meiner Sicht nicht zwingend notwendig.





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