Kleine Blattschneiderameisen -- daumengroß. Ein Buckelwal, der seinen Hals senkrecht aus dem Wasser reckt, zum Greifen nah. Giraffen, die von ihren bizarr geformten Schattenbrüdern begleitet werden. Paviane, die aufrecht durch einen Fluss waten. Man kann sich nicht sattsehen an diesen Bildern. Glutrot erlischt die Abendsonne am blaugrünen Korallenriff. Sahnig-weiß erstrecken sich die Schneemassen in der Antarktis und lassen ein Eisbärenjunges wie einen kleinen goldgelben Tupfer erscheinen.
Es ist eine Freude, dieses herrliche Buch anzuschauen. Doch der begleitende Text reißt uns aus unserer sorglosen Betrachtung heraus. Zu Recht. Der Amurleopard, der nach Beute suchend durch den Schnee stapft, ist einer von geschätzten 40 noch lebenden seiner Art. Der Äthiopische Wolf kann nur noch in abgelegenen Hochlandregionen Abessiniens überleben. Immer unerbittlicher, zerstörender und unwiederbringlich vernichtend greift der Mensch in die Natur ein. Der ausführliche und sehr anschauliche Begleittext schildert die Schönheit auf unserem Planet Erde. Er macht aber auch deutlich, wie bedroht diese ist.
Wenn die Faszination, die dieses außerordentlich gelungene Werk zweifelsohne auf den Betrachter ausübt, ihn auch dazu veranlassen würde, sich gegen diese Bedrohung einzusetzen, wäre uns allen ein großes Stück geholfen. -- Anne Hauschild