Carlo Mari ist es, dem wir dieses Schauspiel verdanken. Er nimmt uns mit in seinen Traum von Afrika. Auf über 300 Seiten im Format von ca. 35 x 28 Zentimetern hat der geniale Fotograf Fotos von Aufenthalten in Kenia und Tansania zusammengestellt. Unwillkürlich zuckt der Betrachter vor dem ganzseitigen Farbfoto zurück, so dicht streckt das Löwenweibchen ihr Gesicht in Richtung Kamera. Eine Vielzahl von kleinformatigen Abbildungen gibt Aufschluss über Bodenstrukturen. Man ist versucht, das rissige Grau bis hin zu dem weich geschwungenen Rotbraun mit dem Finger nachzuzeichnen, so greifbar erscheinen sie. Und beim Aufklappen der Doppelseite erhebt sich ein Meter weiß-schwarz-roter Marabus in die Lüfte. So plastisch, dass man ihr Geschrei zu vernehmen meint.
Kein Zweifel: Mein Traum von Afrika ist ein Bildband der Sonderklasse. Maris Menschenbilder, Tierbilder, Seelenbilder zeugen von der Ehrfurcht gebietenden Schönheit dieses Fleckens, der als Wiege der Menschheit gilt. In den 13 Kapiteleinleitungen stellt Claus-Peter Lieckfeld jeweils die Besonderheiten von Land, Leuten und Lebewesen vor, so dass die nachfolgenden Bilder ganz für sich sprechen können.
Die geschickte Zusammenstellung lässt farbenfrohe Porträtfotos mit Schwarz-Weiß-Aufnahmen kontrastieren. Ungewöhnliche Bildausschnitte und Detailaufnahmen sorgen dafür, dass das Auge des Betrachters aus dem Staunen nicht herauskommt. Ein aufschlussreiches Glossar zu Bevölkerung und Fauna rundet Mein Traum von Afrika ab. Ein Bildband, wie er schöner nicht sein kann. --Anne Hauschild