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Augsburger Puppenkiste - Bill Bo und seine Kumpane

Lighthouse Home Entertainment, 2005

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"Bill Bo und seine Bande ziehen lang schon durch die Lande. Und weil man sie nicht fangen kann, hängt keiner am Galgen dran." Mit diesen Zeilen beginnt das Titellied des Klassikers der Augsburger Puppenkiste aus dem Jahr 1968. Bill Bo und seine Kumpane - entsprungen dem gleichnamigen Roman 3522168895 von Josef Göhlen - verbreiten zu Zeiten des 30-jährigen Krieges Angst und Schrecken auf ihren Raubzügen. Dabei sind die räuberischen Gesellen eigentlich gar nicht so Furcht einflössend, wenn man sie näher in Augenschein nimmt: Da ist Bill Bo, der zu herrlichen Wutausbrüchen neigende Hauptmann der Bande, der schlaue Kill Waas, der sehnsuchtsvolle Ungar und die ständig miteinander streitenden Hein und Xelcher. Im Wirtshaus ?Zum friedlichen Esel? plant die Bande den Überfall auf Burg Dingelstein. Aber sie haben nicht mit Ding-Ding, der Tochter des Grafen von Dingelstein, und ihren Freunden, dem Reiher Wally und dem Eichkater Willi gerechnet. Durch eine kluge List gelingt es den Dingelsteinern zunächst, den Angriff abzuwehren. Doch so schnell geben die Räuber nicht auf: Sie verkleiden sich als Landsknechte und melden sich als Freiwillige zum Schutz der Burg. "Bombengranatenelementplitzplotzdonnerwettersakramentnochmal!"

Wenn sich die Türen der Augsburger Puppenkiste öffnen, schlagen auch heute noch die Herzen höher: Selten ist es einem Kinderprogramm gelungen, kleine und große Kinder (sprich: die Erwachsenen) gleichermaßen vor dem Bildschirm zu fesseln. Auch im 21. Jahrhundert ist die Faszination, die von der 1948 eröffneten Puppenkiste ausgeht, ungebrochen. Die kreative Phantasie der Macher sowie die wundervollen Geschichten, die sie mit den zauberhaften Marionetten erzählen, sind ein unvergleichlicher Schatz jeder Kindheit. In Bill Bo haben sich die Puppenspieler quasi selbst ein kleines Denkmal gesetzt: Um sich zu tarnen, stehlen die Räuber falsche Bärte und Kulissen aus dem Planwagen der Wanderbühne Öhmichel ? in Anspielung auf die Oehmichens, die Gründerfamilie der Puppenkiste. Der vierteilige Puppenklassiker ist zwar ohne Altersbeschränkung freigegeben und die rauflustigen und fluchenden Räuber sollten auch auf kleinere Kinder nicht allzu beängstigend wirken. Aber die Geschichte mit ihren Listen und Täuschungsmanövern könnte für jüngere Kinder noch zu komplex sein und zu Verständnisproblemen führen. Empfohlen ab fünf Jahren. -- Birgit Schwenger


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... Potzblitz

Keiner flucht so schön wie Bill Bo. Ich kann mich auch heute noch an den liebevoll gestalteten Figuren ergötzen, Kilwas, der Schlaue; der Ungar mit der "schönen blauen Donau"....Schön, wie der zusammengewürfelte Haufen, mit den unterschiedlichen Dialekten versucht, gemeinsam einen Plan zu verfolgen und dann reingelegt werden. Wie immer eine schöne Geschichte mit Happy End Garantie. Geeignet für alle Alterstufen. Hier kann die ganze Familie zusammen genießen, die Kinder begeistern sich zum ersten Mal (besonders über Bill Bos legendären Fluch), die Eltern und Großeltern schwelgen in Erinnerngen. Mehr davon!


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Immer wieder schön,...

Die Geschichte handelt von Bill Bo und seiner Bande, die plündernd und raubend durchs Land zieht.

1. DER PLAN Erstausstrahlung: 27.10.68
Die Bande fällt in das Wirtshaus ?Zum friedlichen Esel? ein und schmiedet dort einen Plan. Sie wollen die Burg Dingelstein, die gegenüber dem Wirtshaus im Fluss auf einer kleinen Insel liegt, erobern. Die Räuber aber haben nicht mit der Tochter des Burgbesitzers, Ding-Ding, dem Reiher Wally und dem Eichkater Willi gerechnet.

2. DER ANGRIFF Erstausstrahlung: 03.11.68
Bill Bo und seine Bande planen den großen Angriff auf die Burg Dingelstein. Aber Ding-Ding hat mit Hilfe des Reihers Wally und des Eichkaters Willi von dem Plan erfahren und organisiert auf der Burg den Widerstand.

3. DIE LIST Erstausstrahlung: 17.11.68
Die Räuber haben sich verkleidet in die Stadt Allheim eingeschlichen, damit niemand sie erkennen kann. Im Brauhaus der Stadt gibt es - wie könnte es anders sein - mit Landsknechten und Musketieren des Herzoglich-Bayerischen Regiments heftigen Streit. Immer noch hat Bill Bo seinen Plan, die Burg Dingelstein zu erobern, nicht aufgegeben.

4. IN DER FALLE Erstausstrahlung: 24.11.68
Bill Bo und seiner Bande ist es gelungen, in die Burg Dingelstein einzudringen. Aber bevor es ihnen gelingt, sich dort für immer festzusetzen, fällt den Freunden Ding-Ding, dem Reiher und dem Eichkater eine List ein, mit der sie Bill Bo in eine Falle locken können. Das Herzoglich-Bayerische Regiment in Allheim kommt ihnen dabei zur Hilfe.

Vor 38 Jahren wurde diese vierteilige Aufführung des Oemischen Theaters, bekannt unter dem Namen ?Augsburger Puppenkiste?, erstmals im Fernsehen ausgestrahlt.
Im Oktober 2004 gelangte diese Produktion des Hessischen Rundfunks auf DVD. Mittlerweile sind über zwanzig der Marionetten-Stücke erschienen und wurden ein großer Erfolg. Nicht Kinder, die anvisierte Zielgruppe, sondern Erwachsene, meist in höherem Alter, traten als Käufer in Erscheinung. Und zwar offensichtlich nicht, um sie ins Kinderzimmer zu tragen, sondern selbst in den Genuss dieser eigenen Kindheitserinnerung zu gelangen.
Die Augsburger Puppenkiste wurde zum Kult. Und Kultobjekte sind bekanntlich schwer zu kritisieren. Sie entziehen sich der normalen Betrachtung und erreichen einen Zustand der Unantastbarkeit. So findet man viele Rezensionen dieser DVDs, zahlreiche Inhaltsangaben, aber fast keine Kritik, also eine kritische Würdigung der dramaturgischen Umsetzung eines Stückes Literatur in die Form eines Puppentheaters, das ausdrücklich produziert wurde für Kinder im Vorschulalter und den ersten Schuljahren.
Kult zu kritisieren ist zweitens immer ein Verrat an der idealisierten Materie ? sie ist erhaben über die Kritik, weil sie emotional besetzt ist und Schmähungen nicht wahrnimmt ? oder wahrnehmen will. Dennoch möchte ich den Versuch wagen, diese Folge zu kritisieren, pädagogisch zu bewerten und einzuordnen.
Zunächst einmal muss man beachten, dass 1968 wenige Fernseher, natürlich schwarzweiß, Verbreitung gefunden hatten (das Farbfernsehen wurde erst am 21. August 1967 eingeführt). Drei Fernsehsender waren am Start (das ZDF seit 1963) und die Sehbeteiligung erreichte naturgemäß hohe Werte. Die Augsburger Puppenkiste war damals schon sehr bekannt und ihre Folgen, die in der Vorweihnachtszeit gesendet wurden, waren bereits ?Straßenfeger?.
Die Sendung verzichtete bewusst auf jede Art von Schnitt und Effekten, es wurde ein Puppentheater gezeigt, eine Bühne und verschiedene, liebevoll handgemachte Kulissen. Darauf agierten die Marionetten.
Diese Marionetten, deren Fäden jederzeit sichtbar waren, wurden aus dem Off von Stimmen begleitet, die die Geschichte erzählten und einzelne Charakter sprachen. Die Stimmen waren von Anfang an sehr gut ausgewählt und sehr sympathisch. Ebenso waren die handgeschnitzten und rustikalen Puppen nett anzusehen und liebenswert in Szene gesetzt.
Die Sätze waren einfach und schlicht, auch für Vorschulkinder leicht zu verstehen. Die Geschichte, in vier Episoden von etwa zwanzig Minuten Länge aufgeteilt und mit kurzen Zusammenfassungen an den Anfängen der späteren Folgen versehen, waren schlicht und folgten einem einfachen roten Faden, wenn auch die Zuschauer, die nur die neueren Folgen (ab etwa 1980) kennen, überrascht sein werden über die Dramatik, die die alten Geschichten auszeichnet.
Vom pädagogischen Standpunkt aus erreicht das Puppentheater mit einfachen Mitteln ihre Zielgruppe. Weder zu simpel, noch zu kompliziert, weder zu naiv, noch zu welterfahren agieren die Puppenhelden in einfachen Geschichten und an einfachen Orten. Die Kinder kennen jederzeit ihre Hauptfiguren, können sich mit ihnen identifizieren und lieben dieses Puppentheater: so nachhaltig, dass die Kinder noch zwanzig Jahre später die DVDs dieser alten Folgen kaufen ? und das ist Beweis genug für die nachhaltige Wirkung dieses Puppentheaters.
Zu kritisieren ist in diesem Abenteuer die anfängliche Heroisierung der Gaunerbande. Erst als sich die Räuber gegen die liebeswerten Tiere, die das Schloss bewohnen, wenden, werden sie zu Übeltätern abgestempelt. Des Weiteren vermag die Geschichte als solche heute nicht mehr zu fesseln, weder den erwachsenen Zuschauer, der mit verklärtem Blick in die Vergangenheit seiner Kindheit zu schauen versucht, noch das heutige Kind, das mit den schlichten Geschichten wenig anzufangen weiß.
Dies jedoch ist der Wert der Augsburger Puppenkiste heute: Wer sich auf diese Geschichten einlässt und mit den Superhelden und Actionfiguren vergleicht, die das Kinderfernsehen heute bevölkern, wer seinen Kindern die Zeit gibt, sich mit dieser Art Geschichten auseinander zu setzen, wird feststellen, dass ? auch wenn es eine Zeit lang dauert ? die Kinder sich mehr dieser Aufführungen wünschen (was dem Erwachsenen, der alle Folgen sein Eigen nennen will, entgegenkommt) und ganz zufrieden mit diesen unaufgeregten Geschichten sind.

Fazit: Diese Folge lohnt sich für Kinder und Erwachsene. Am besten sieht man sich die Folgen zusammen an und freut sich über den Spaß, den der andere dabei hat.


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