Wenn sich die Türen der Augsburger Puppenkiste öffnen, schlagen auch heute noch die Herzen höher: Selten ist es einem Kinderprogramm gelungen, kleine und große Kinder (sprich: die Erwachsenen) gleichermaßen vor dem Bildschirm zu fesseln. Auch im 21. Jahrhundert ist die Faszination, die von der 1948 eröffneten Puppenkiste ausgeht, ungebrochen. Die kreative Phantasie der Macher sowie die wundervollen Geschichten, die sie mit den zauberhaften Marionetten erzählen, sind ein unvergleichlicher Schatz jeder Kindheit. In Bill Bo haben sich die Puppenspieler quasi selbst ein kleines Denkmal gesetzt: Um sich zu tarnen, stehlen die Räuber falsche Bärte und Kulissen aus dem Planwagen der Wanderbühne Öhmichel ? in Anspielung auf die Oehmichens, die Gründerfamilie der Puppenkiste. Der vierteilige Puppenklassiker ist zwar ohne Altersbeschränkung freigegeben und die rauflustigen und fluchenden Räuber sollten auch auf kleinere Kinder nicht allzu beängstigend wirken. Aber die Geschichte mit ihren Listen und Täuschungsmanövern könnte für jüngere Kinder noch zu komplex sein und zu Verständnisproblemen führen. Empfohlen ab fünf Jahren. -- Birgit Schwenger