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  Die Transsibirische Eisenbahn - Von Moskau nach Peking | Kathleen Hahnemann
 
 
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Die Transsibirische Eisenbahn - Von Moskau nach Peking
Kathleen Hahnemann

Komet Verlag GmbH, 2003 - 192 Seiten

Kundenbewertung:(2 Bewertungen)
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sehr schönes buch

Ein wunderschönes Buch mit beeindruckenden Bildern und interessanten Informationen .
Es gibt viel über die Geschichte , die Natur und vor allem über die Menschen die mit der Transsib 'leben' zu lesen .


Starlight Express in Transsibirien

Es ist gut, dass sich Kathleen Hahnemann nicht ausschließlich in der Beschreibung ihres selbsterlebten Abenteuers, der transkontinentalen Zugreise von Moskau nach Wladiwostok verliert, sondern ihren Episoden erst mal einen kurzen historischen Abriss auf "Die Geschichte der längsten Eisenbahnlinie der Welt" voranstellt; genauer gesagt: vom Co-Autoren Jürgen Braun voranstellen lässt. Das stimmt auf die nachfolgende Reise ein und gibt manche Information zu Planung und Vorbereitung dieses Meisterwerks russischen Pionier- und Ingenieurgeistes zu damals noch zaristischen Zeiten, zur Bauphase und zu Hindernissen und Problemen, die sich während der Umsetzung in unwirtlichsten Gegenden unseres Planeten ergaben, zu den ersten Jahren nach Fertigstellung sowie zu den Höhen und Tiefen der nächsten hundert Jahre dieser Eisenbahngeschichte.

Die eigentliche Reise ist in zwölf Kapitel [mit einem Bonus-Track "Durch die Mongolei nach Peking" (sonst würde ja der Buchtitel nicht stimmen)] eingeteilt, die chronologisch der Reiseroute entsprechen und im Wesentlichen nach den Landschaften bzw. den Hauptbahnhöfen der großen sibirischen Städte betitelt sind.

Hahnemanns Schreibstil ist sachlich-unliterarisch. Sie erlebt den Roten Platz in Moskau mit einem authentischen Moskau-Gefühl (woher kennt sie das?) und ist von dessen nächtlicher Illumination wohl sichtlich beeindruckt: "Alles, was beleuchtet werden kann, wird rot angestrahlt." Auch im Lenin-Mausoleum erlebt sie "einen blutrot beleuchteten", jedoch "schwarz glänzenden Raum." Erschrocken ist die Autorin "über die verwahrloste Umgebung" beim Kosmonauten-Monument (am Mira-Prospekt), wo Treppen "von Glasscherben und Müll überquellen" und "Jugendcliquen, die Bier trinken und einen Ghettoblaster bis zur Erschöpfung quälen" verstreut auf dem Gelände herumsitzen, "Gras wächst in den Zwischenräumen der Platten, die den Platz bedecken." Nach soviel Rot und Tristesse freuen wir uns auf den Beginn der eigentlichen Reise.

In Jaroslawl sind wir, so die schreibende Reiseführerin, noch auf europäischem Boden. Doch schon in Jekaterinburg, der - wie wir erfahren - viertgrößten Stadt Russlands (bekanntester Sohn der Stadt: Boris Jelzin), werden wir auf Asien und das hier beginnende Sibirien eingestimmt. Nach kleinen Werbungen für Kafkas "Beim Bau der Chinesischen Mauer" und Gerd Ruges "Sibirisches Tagebuch", werden wir in eingefügten nur zwei Seiten von Christian Sepp, einem weiteren die Autorin unterstützenden Geschichtslehrer, kurz, prägnant und exzellent über das "Ende der Romanows" informiert. [Es war in Jekaterinburg, wo am 17. Juli 1918 die letzte Zarenfamilie ihr "grausiges Ende" fand.]

Wir kommen nach Omsk, wohin in den Fünfziger Jahren des 19. Jahrhunderts der Schriftsteller Fjodor Dostojewski verbannt worden war. Nach Omsk kommt Tomsk, wobei uns Kathleen Hahnemann schon vorher Nowosibirsk, die sog. Neue Stadt Sibiriens, "in einem strahlenden Herbstmorgen" vorstellte. Keine Sibirienreise ohne Irkutsk, die "touristisch relativ gut erschlossene" "sibirische Hochburg für Bildung und Kultur." Lang und breit - und angesichts seiner ökologischen Bedeutung deshalb auch hier und jetzt mit keiner Silbe zu kritisieren - wird uns der Baikalsee nahegebracht, seine Schönheit und Natur, aber auch seine Wichtigkeit bei der Erhaltung derselben. "Nach 72 Haltestellen - wenn man den direkten Zug von Moskau nimmt -" kommt man schließlich an der russischen Pazifikküste an, in Wladiwostok. Kathleen Hahnemanns Reise dauerte - nach einem bereits angedeuteten Abstecher nach China und in die Mongolei - ein klein wenig länger.

Die Fotos - das Buch ist ja schließlich, zumindest halbwegs, auch ein Bildband - stammen von allen möglichen Archiven bzw. Fotografinnen und Fotografen, jedoch (leider!), wenn man den Bildnachweisen glauben darf, kein einziges von der Autorin selbst. Die schönsten sind die mit Menschen und die mit Zügen. Highlights: Die Schaffnerin, Provodniza genannt, in Jaroslawl (von Peter Eichenberger), die Birkenwälder in der russischen Taiga (von Andreas Hub) sowie die zwei netten Russinnen in "Mittagspause im Park" (ebenfalls von Andreas Hub).

Praktische Reisetipps ergänzen das Buch, das deswegen trotzdem kein Reiseführer ist.


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