Buch: Luft-Züge. Die Geschichte der Rohrpost in Berlin und anderswo. | Ingmar Arnold
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luft-züge. die gesch...
Luft-Züge. Die Geschichte der Rohrpost in Berlin und anderswo.
Ingmar Arnold
Gesellschaft für Verkehrspolitik und Eisenbahnwesen e. V.
, 2000 - 136 Seiten
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Ein vergessener Kommunikationsweg
Die
Geschichte
der Kommunikation in
Berlin
ist vielfältig. Aktuelle Stichworte sind Internet, SMS, demnächst UMTS, keiner weiß was noch folgt. Dafür wissen wir aber, was es schon gab: Briefe, Telegramme, Telefon. Doch eines der einst wichtigsten Kommunikationsmittel in unserer Stadt ist fast vergessen: Die
Rohrpost
. Für diejenigen, die schon zu Kriegszeiten gelebt haben, war sie ein selbstverständlicher Teil der Beförderung für Schriftstücken, so wie wir heute eine eMail schreiben oder einen Brief in den Kasten werfen. Die 91 Rohrpostämter Berlins beförderten unzählige Millionen Sendungen. Trotzdem ist heute davon so gut wie nichts mehr erhalten, selbst aus der Erinnerung der älteren Leute ist sie fast verschwunden. Für Ingmar Arnold vom Verein "Berliner Unterwelten" war dies ein Grund, sich intensiver mit der Geschichte der Rohrpost weltweit und speziell in Berlin zu beschäftigen. Sein Buch "
Luft
-
Züge
", erschienen im Verlag GVE, beleuchtet die Entwicklung dieser heute merkwürdig erscheinenden Form der Postbeförderung, und nicht nur der: Es gab sogar eine Rohrpost zum Personentransport! Mit zahlreichen Abbildungen und unzähligen Daten und Fakten angereichert erzählt der Autor trotzdem spannend die Geschichte von den ersten Versuchen einer "atmosphärischen Bahn" 1861 in England bis zur Teilung des Berliner Rohrpostnetzes im Jahre 1951 in Ost und West. Gewissenhaft und interessant werden die einzelnen Stationen in der Entwicklung diese riesigen unterirdischen Anlage nachgezeichnet, das in seiner Hochzeit eine Ausdehnung von 400 Kilometern erreichte. Arnold beschreibt sowohl das Prinzip der technische Rohrpost, als auch die zahlreichen Schwierigkeiten beim Bau der Anlage. Stets war das Stadtrohrpostnetz bedroht: Ob es Wasser in den Leitungen war oder der Wunsch der jeweiligen Machthaber, den Inhalt der transportierten Sendungen zu kontrollieren. Spätestens 1951, als das Gesamt-Berliner Netz getrennt wurde, war das Ende dieses stadtweiten Kommunikations-Netzes eingeläutet. Zahlreiche Kriegszerstörungen hatten es schon minimiert, nun kam noch die Spaltung dazu. Auch Reparaturen gestalteten sich schwierig, da das Netz ja zum Großteil unterirdisch verlief. "
Luft-Züge
" ist ein Buch, das sowohl den interessierten Laien als auch derjenigen anspricht, der etwas mehr Ahnung von der Materie hat. Denn neben den vielen historischen Fotos hat Ingmar Arnold viele technische und statistische Daten aufgelistet, wie z.B. die einzelnen Rohrpostlinien inkl. Streckenlänge und Fahrzeit. Durch die grafische Dokumentation lässt sich auch das Wachsen des Netzes parallel zur Ausbreitung der Stadt nachvollziehen. Viele in dem Buch angesprochenen Orte sind heute noch erhalten. Wer beispielsweise in der Oranienburger Straße in Mitte an der Synagoge steht, befindet sich direkt gegenüber des ehemaligen Haupt-Rohrpostamt der Stadt. Hier war das Innere des "Spinnennetzes", von hier aus gingen die Hauptleitungen in andere Stadtteil bzw. Gemeinden, wie nach Charlottenburg in die Goethestraße oder zum Flughafen Tempelhof. Lüft-Züge ist ein spannendes Buch, das seine knapp 30 Mark auf jeden Fall wert ist.
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