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  Unschuld und Unheil | Robert R. McCammon
 
 
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Unschuld und Unheil
Robert R. McCammon

Area, 2004 - 797 Seiten

Kundenbewertung:(5 Bewertungen)
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Berührend und mit großer Leidenschaft geschrieben - wo ist die Kindheit hin?

Ssso, innerhalb von 3 Tagen das knapp 800-seitige Buch ausgelesen; wobei ich die letzten beiden Tage von morgens bis abends (etwas übertrieben, ok) drangesessen bin, kaum in der Lage es mal aus der Hand zu legen. Vorab sei gesagt, es ist eines der besten Bücher, das ich jemals gelesen hab. Gunther hat ja schon angemerkt, dass es besser als ES sei. Nun, das ist schwer zu sagen, beide haben ihre Qualitäten und sind schwer vergleichbar - da völlig unterschiedlich (obwohl beide Coming of Age-Romane mit Horroreinschlag sind). Mir persönlich gefällt UNSCHULD UND UNHEIL tatsächlich noch ein Tick besser als ES.
Schon lange hat mich keine Geschichte mehr so gefesselt, wie die um den 12 jährigen Cory Mackenson und was er im Jahre 1964 erlebte. Am Ende, wenn wir uns in der Gegenwart befinden und Cory erzählt, fühlt man sich an die letzte Folge der Serie "Wunderbare Jahre" erinnert (und nicht nur dann!). Bis dahin werden wir Freuden und Schicksalsschläge Cory's teilen, wir - die Leser - werden so nah am Geschehen sein, dass die Stadt Zephyr geradezu greifbar scheint.
Die 60er in den USA: Zeiten des Milchmanns, der Monster-Mania um Lon Chaney, Bela Lugosi, Peter Cushing und Christopher Lee, die Beginne des Vietnam Kriegs, das Aufkommen des Ku-Klux-Klans und dem ersten großen Hit der Beach Boys "I get around". Anhand solcher Elemente "zaubert" uns McCammon in diese Zeit, was das Lesen umso angenehmer macht.

Neben solchen Dingen wie der ersten Liebe (ok, das nur gaaanz am Rande), dem Jugend-Baseball-Team, dem ersten Zelten im dunklen Wald und dem Gedanken auszureißen, weil man sich von den Eltern ungerecht behandelt fühlt, bietet dieses außergewöhnliche Buch auch eine astreine "Whodunnit"-Mordgeschichte, die gegen Ende richtig in Fahrt kommt und geradezu dramatische Züge annimmt (ok, manche werden sagen, da sind mit McCammon ein wenig die Gäule durchgegangen und ich könnte es verstehen).

Die Charaktere sind allesamt glaubwürdig und wie aus dem Leben gegriffen: Die ungeliebten Schwarzen, die braven Bürger, die sich als Rassisten entpuppen, der Schul-Bully, der Schwächling, der immer gehänselt wird usw..
McCammon gelingt es sogar eine Brücke in den wilden Westen zu schlagen, als eine der (ziemlich alten) Figuren in einem Friseurladen erzählt, er habe einst Wyatt Earp das Leben gerettet. Gerade diese Figur soll im Verlauf der Geschichte für die ein oder andere schöne und amüsante Szene gut sein..
Wem der Film STAND BY ME gefallen hat, der wird dieses Buch lieben! Ebenso wie den Korea-Knaller ONCE UPON A TIME IN HIGH SCHOOL!

Ich bin immer noch baff und weiß gerade nicht, was ich noch weiter schreiben soll. Inhaltlich will ich nichts verraten, das wäre schade drum. Ich kann nur JEDEM empfehlen, dieses Buch so schnell wie möglich zu lesen. Und: ganz ehrlich...am Ende kamen mir ein wenig die Tränen Crying or Very sad Wink

Ich denke, ich werde einiges lesen von McCammon. Als nächstes DURCHGEDREHT, dann BLUTDURSTIG und auch DIE SCHWARZE PYRAMIDE hört sich saugeil an. Was für ein Autor, was für ein Geschichtenerzähler..schnallt euch an!


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Von Jungen und Träumen

Cory Mackenson ist 12, als er und sein Vater eines Morgens mitansehen, wie ein Auto in den nahegelegenen See stürzt; auf dem Fahrersitz ein Toter, mit Handschellen ans Lenkrad gefesselt. Der See ist tief und gibt weder das Auto noch die Leiche wieder her, so dass Sheriff Amory die Untersuchungen einstellen muss und das Verbrechen an dem namenlosen Toten ungesühnt bleibt. Dann beginnt Corys Vater Alpträume zu haben, in denen der Tote nach ihm ruft, und außerdem ist da ja noch die geheimnisvolle Gestalt, die Cory am Straßenrand sah ...

So beginnt die Geschichte, die der erwachsene Cory aus der Erinnerung niederschreibt. Der brutale Mord an dem Fremden ist nur eines der Ereignisse, die Zephyr, Alabama, im Jahr 1964 aufrütteln. Die Rassentrennung wird in Frage gestellt, der Fluss tritt über die Ufer und ein Kriegsverbrecher wird überführt. Doch Cory und seine Freunde beschäftigen zunächst andere Dinge, sie müssen sich der Attacken der Branlin Brüder erwehren, die Schikanen frustrierter Lehrer über sich ergehen lassen und versuchen, von ihren Eltern endlich die Erlaubnis für den lange ersehnten Zeltausflug zu erhalten.

Robert McCammons "Unschuld und Unheil" (org. "Boy's Life") ist ein ruhiges Buch, in dem nur ab und zu Spannung aufkommt, dann aber richtig und mit unvorhersehbaren Resultaten. Cory, der Erzähler, ist noch jung genug, um uns an der Magie der Kindheit teilhaben zu lassen, gleichzeitig aber alt genug, um die Sorgen der Erwachsenen zu verstehen und durch seine eigene Sicht gefiltert wiederzugeben. "Unschuld und Unheil" erinnert an Dan Simmons "Sommer der Nacht", Joe Lansdales "The Bottoms" (erscheint demnächst als "Die Wälder am Fluss") und auch an Harper Lees "Wer die Nachtigall stört". In allen diesen Büchern wird die Kleinstadtidylle durch ein Verbrechen erschüttert und werden die Kinder gezwungen, sich mehr mit der Welt der Erwachsenen zu beschäftigen. In allen genannten Fällen gelingt das sehr gut. Simmons' Buch ist sicherlich mehr dem Horror-Genre zuzuordnen, während "Unschuld und Unheil" diese Elemente auf ein Minimum beschränkt. Es bleibt dem Leser überlassen, darüber zu urteilen, ob die verschiedenen Monster und Geister im Kontext des Buches real oder Corys lebhafter Phantasie entsprungen sind. Eine Tatsache, die angesichts McCammons Ruf als Horrorautor doch überrascht. Daher ist das vorliegende Buch auch für Leser zu empfehlen, die normalerweise nicht zu den Büchern des Autors greifen würden.


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Ein wunderbares Buch

Dass diese wunderbare Geschichte ums Erwachsenwerden mit dem Bram-Stoker-Award ausgezeichnet wurde, ist voll und ganz verdient. Allerdings ist es zu einfach, dieses Buch zu kategorisieren und klischeemäßig in die Schublade "Horror/Thriller" zu stopfen - dafür ist es - trotz äußerst spannendem Kriminalfall und unheimlichen Elementen - viel zu tiefsinnig und verwoben.
Lest dieses Buch - es wird Euch verzaubern...


Ein wunderbares Buch über die Magie der Kindheit

Offenbar gibt es unter Schriftstellern so etwas wie eine stille Vereinbarung, wonach die besten Horror-Schriftsteller auch die besten Kindheits-Erinnerungen bzw. Jugend-Geschichten schreiben dürfen. Anders kann ich mir es jedenfalls nicht erklären - und die Erzählungen von solchen Ikonen wie Ray Bradbury ("Something wicked this way comes"), Dean R. Koontz ("Zwielicht") oder Stephen King ("The Stand") unterstreichen diese Tatsache auf beeindruckende Art und Weise.
Mit Robert R. McCammon gesellt sich schließlich eine weitere Horror-Ikone zu dem Trio. Daneben beweisst "Boy's Life" (so der Originaltitel) ausserdem wie sehr man den Autor noch immer in unseren Breitengraden unterschätzt, denn neben seinem unbestreitbaren Talent für originelle und großartige Horror-Stories hat McCammon außerdem einen exzellenten Schreibstil und glänzt mit einem Einfallsreichtum, um den ihn so mancher Autor beneiden würde.
Die Hauptperson in "Unschuld und Unheil" ist der zehnjährige Cory Meckenson, der behütet von seinen Eltern in der Kleinstadt Zephyr im Alabama des Jahres 1964 aufwächst. Doch sein sorgenfreies Leben ändert sich schlagartig, nachdem er zusammen mit seinem Vater Zeuge wird, wie ein Auto im Fluss versinkt - zusammen mit einem unbekannten Toten. Fortan werden Vater und Sohn immer wieder von dem Ereignis eingeholt, während Cory gleichzeitig mit dem Erwachsenwerden konfrontiert wird - der Liebe, dem Haß, dem Glauben und - natürlich - auch dem Tod ...
Eins ist ganz deutlich - einen Großteil seiner Geschichte machen McCammons autobiographischen Erinnerungen an die eigene Jugend aus - u.a. die Filme, die er gesehen und die Bücher, die er gelesen hat. Zusätzlich baut er in seine Geschichte unvergessliche Charaktäre und magische Momente ein - so kann dass Fahrrad eines Jungen schon mal ein Eigenleben bekommen und längst ausgestorbene Tiere aus der Urzeit aus dem Zirkus ausbrechen, ganz zu schweigen von der Voodoo-Lady, die am anderen Ende der Stadt lebt - und setzt damit der Kindheit im allgemeinen dass mit Abstand schönste Denkmal dass man bislang in der modernen Literatur finden konnte. "Unschuld und Unheil" lässt wirklich NIEMANDEN kalt und dürfte sowohl Horror-Fans als auch Mainstream-Leser gleichzeitig in seinen Bann ziehen. Ich jedenfalls hätte an so mancher Stelle Rotz und Wasser heulen können ...
Bleibt nur noch mein Tip an alle Deutsch-Lehrer dieser Welt, "Unschuld und Unheil" UNBEDINGT ins Lernprogramm aufzunehmen (die Schüler werden dafür mehr als dankbar sein) und die Hoffnung, dass möglicherweise eines Tages ein talentierter Regisseur diesen wunderschönen Roman in ebenso schöne Bilder umwandelt.
Haben Sie gehört, Mr. Spielberg?


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Zauberhaftes Zephyr

Ein Buch zum Mitfiebern, Mitzittern, Mitleiden - kurz: Ein Buch zum Miterleben. Dem Autor gelingt es, vor dem inneren Auge des Lesers eine eigene kleine Welt entstehen zu lassen: Eine amerikanische Kleinstadt in den 60ern mit ihrem typischen Flair. Ein Kind dieser Zeit, seine Familie und Freunde, seine Freuden, seine Sorgen und Ängste. Mit viel Liebe zum anschaulichen Detail gezeichnete Personen. Und natürlich eine Mordgeschichte, die zwar sparsam, aber stetig am Köcheln gehalten wird, bis zum unausweichlichen dramatischen, aber nicht überladenen Finale. Ein Buch, das den Leser Zephyr und seine Menschen sehen, hören, fühlen, riechen, schmecken lässt, bis er nach gut 800 Seiten mit dem Gefühl zurückbleibt, ein paar gute Freunde zurücklassen zu müssen.

Unmöglich, diesem zauberhaften Buch weniger als 5 Sterne zu geben!


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