Differenziert in die beiden Teile ?Mit dem Gutachter eine Sprache sprechen" und ?Qualitätssicherung" gibt die Autorin eigene Erfahrungen, theoriegeleitetes Arbeiten und gesetzliche Vorschriften wieder. Mit letzterem Punkt beginnt die Autorin ihre Ausführungen. Es werden einige (wichtige) Paragraphen vorgestellt und um Kommentare der Autorin ergänzt. Dies führt bereits an dieser Stelle zu einem besseren Verständnis und räumt mit Unklarheiten auf, die bei der Anwendung bestehender Paragraphen entstehen könnten. Nach einer kurzen Übersicht zu Zahlen und Fakten der Pflegeversicherung wird zur Thematik der Begutachtung übergeleitet. Es wird beschrieben, welche Verrichtungen und welcher Hilfebedarf erforderlich sind, damit es zu einer Pflegestufe kommt. Es folgen diverse weitere Punkte, wie die Berücksichtigung Demenzkranker Menschen oder Faktoren, welche sich als Erschwerend oder Erleichternd bei der Pflege/Versorgung darstellen. Es schließt sich ein Überblick über das Formulargutachten an, dessen sich die Gutachter des MDK bedienen. Dieser erste Teil schließt mit den Optionen des Wiederspruchs und der Klage, wenn das angestrebte Ergebnis, respektive der tatsächliche Pflegeaufwand, sich nicht in der Pflegestufe nach vollzogener Begutachtung wiederfindet.
Es schließt sich der bereits erwähnte zweite Teil zum Thema ?Qualitätssicherung" an. Dieser beginnt mit einem Kapitel zum Prüfverfahren und geht über die Darstellung des Prüfkatalogs, den Dimensionen der Qualität nach Donebedian (Struktur-, Prozess-, Ergebnisqualität) zur Frage von Prüfungsanlass und -ablauf. Das folgende sechste Kapitel beschäftigt sich kurz mit dem Begriff der Qualität allgemein und stellt einige der geläufigsten Qualitätssicherungs- bzw. -managementmodelle vor. Genannt seien an dieser Stelle lediglich die DIN EN ISO-Reihe, TQM oder das Null-Fehler-Prinzip. Nach dieser Bestimmung der Begriffe differenziert die Autorin in interne und externe Qualitätssicherung, stellt dabei eine große Zahl von Modellen und Maßnahmen vor und gibt sowohl positive als auch negative Aspekte dessen wieder. Bevor das Buch mit einigen Auszügen aus dem Pflege-Qualitätssicherungsgesetz (PQsG) endet, führt die Autorin noch ein Kapitel auf, welches sich mit den häufigsten Mängeln und Kritikpunkten des MDK beschäftigt. Als Beispiel seien hier Pflegeschäden durch mangelhafte Dokumentation aufgeführt. Als interessanter Punkt soll an dieser Stelle noch die Personalstatistik des MDK erwähnt werden, aus der ersichtlich wird, das zweieinhalb mal so viele Ärzte wie Pflegefachkräfte beim MDK tätig sind. Dies möchte ich durch einen Gedanken ergänzen: ?Zur Prüfung der Pflegebedürftigkeit eines Menschen wird eine Institution namens Medizinischer Dienst der Krankenkassen (mit Betonung auf medizinisch) herangezogen, der überwiegend Ärzte und Ärztinnen als Gutachter beschäftigt." Dies soll keine Kritik an die Ärzteschaft sein, sondern lediglich darauf hinweisen, welcher Aspekt und welche Sichtweise bei den Begutachtungen und Prüfungen stärker berücksichtigt werden. Jede Pflegefachkraft ist sich aber bewusst, das Pflege mehr ist als medizinische Diagnostik.
Das die Autorin ein Mensch der Praxis mit fundierten pflegewissenschaftlich und - theoretischen Kenntnissen ist, stellt dieses Buch hervorragend dar. Frau König beschreibt stringent von Anfang bis Ende in nachvollziehbarer Weise die Problematik, welche sich bei Begutachtungen und Prüfungen ergeben, stellt Auswege vor und verweist auf die entsprechenden Rechtsquellen. Der Umgang mit neuen Medien, wie dem Internet, wird durch ein Buch wie dieses gefördert, da die Autorin an diversen Stellen auf dieses verweist. Zusammenfassend bleibt nur zu sagen, das dieses Buch jeder Führungskraft in der Pflege anzuraten ist. Durch den einfachen und logischen Schreibstil bietet es aber auch für Pflegefachkräfte und möglicherweise auch Angehörige eine sehr gute Hilfe bei der Problematik der Einstufung in eine Pflegestufe.Rezensiert von Andreas Neves da Costa