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  Der fremde Vater. Der Sohn des Kanzlerspions Guillaume erinnert sich | Pierre Boom, Gerhard Haase- Hindenberg
 
 
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Der fremde Vater. Der Sohn des Kanzlerspions Guillaume erinnert sich
Pierre Boom, Gerhard Haase- Hindenberg

Aufbau-Verlag, 2004 - 415 Seiten

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1974 war Pierre Boom, der damals noch Guillaume hieß, 17 Jahre alt und Sohn eines scheinbar ganz normalen Ehepaares. Immerhin: Der Vater hatte es beruflich recht weit gebracht, saß zwar nicht selbst unmittelbar an den Schalthebeln der Macht, aber als persönlicher Referent des Bundeskanzlers ganz nah dran. Sogar den Urlaub hatte man gemeinsam mit der Familie Brandt verbracht. Doch dann, aus heiterem Himmel, stand eines Morgens die Wohnung voller Polizisten.

Ein Dutzend Beamte hat das Bundeskriminalamt aufgefahren, um Pierres Eltern wegen des dringenden Tatverdachts der Spionage festzunehmen. Es bleibt nicht bei dem für den Sohn völlig abwegigen Verdacht. Im Gegenteil: Es stellt sich schnell heraus, dass es sich bei dem Ehepaar Guillaume um ein Agentenpaar in Diensten des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR handelt, dessen BRD-Polit-Karriere von langer Hand geplant und vorbereitet worden ist. Die beiden werden wegen schweren Landesverrats zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt, und Pierre Guillaume steht plötzlich ganz alleine da. 1975 gibt er dem Drängen der DDR-Regierung nach und übersiedelt nach Ost-Berlin.

Zwar hat er Gelegenheit, die Eltern im Westen hin und wieder im Gefängnis zu besuchen, doch über das Thema Spionage darf dabei nicht gesprochen werden. 1981 werden die Guillaumes im Austauschverfahren in die DDR entlassen. Der Sohn hofft, nun endlich Antworten auf die viele Fragen zu bekommen, die er sich seit der Verhaftung seiner Eltern immer und immer wieder gestellt hat. War er selbst etwa nur ein Teil einer kalkulierten Spionage-Operation? Doch die Eltern verweigern sich jedem Gespräch über ihre Agentenvergangenheit und sie lassen sich scheiden. Die vielen Fragen des Sohnes bleiben ungeklärt. Bei den Ansätzen zu Gesprächen über die politische Gegenwart tun sich Abgründe einer pathologischen Verblendung des Vaters auf.

1988 stellt Pierre einen Ausreiseantrag in die Bundesrepublik Deutschland. Günter Guillaume stirbt 1995 und nimmt die Antworten, die er seinem Sohn schuldig geblieben ist, mit ins Grab. Die Arbeit an Der fremde Vater ist dessen Versuch, das Trauma seines Lebens irgendwie zu bewältigen. Mit der Hilfe von Gerhard Haase-Hindenburg ist daraus ein unbedingt lesenswertes Zeugnis der Zeitgeschichte geworden. --Andreas Vierecke


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Informativ und spannend

... zu lesen. Ich habe beim Lesen den Eindruck gewonnnen, daß Pierre Boom aufrichtig und und so objektiv wie es bei einer betroffenen Person sein kann, eine außerordentliche Lebensgeschichte erzählt. Viele Hintergründe über Abläufe und Vorgänge in der ehemaligen DDR aber auch in der BRD kommen an den Tag. Viele meiner persönlichen Fragen wurden beantwortet.

Das Buch ist spannend geschrieben. So macht geschichtliche Aufarbeitung Spaß!


Eine menschliche Schilderung der Dinge, die zum Brandt- Rücktritt geführt hat- und die Gefühle eines enttäuschten Sohnes

Mich hat dieses Buch sehr begeistert! Geschehene Zeitgeschichte hautnah erzählt vom Sohn des Kanzler- Spions!
Fabelhaft gelingt es Boom, seine kindlichen Erinnerungen darzulegen und die "Perversität und die Hinterhältigkeit" des DDR- Regimes zu beschreiben.
Die Vorstellung, die ganze Famillie und besonders der eigene Vater führen ein Doppelleben als DDR IM, von dem selbst der eigene Sohn letztlich nichts merkt und noch schlimmer, am Ende sogar in die größten menschlichen Konflikte gerät, erschüttert einen Menschen.

Sehr gut geschriebenes Buch( aus 3 versch. "Zeitzonen" ):

a) Pierre?s Schilderungen im "Jetzt"
b) Seine Gedanken zur damaligen Zeit
c) die " normale Erzählung"

Diese Erzähl- Form verleihen dem Buch zusätzliche Reizpunkte und bietet dem Leser die Chance, noch tiefer ins Buch hinein zu geraten und sich fesseln zu lassen!

Sehr lohnenswert!


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