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  Lasset die Kinder zu mir kommen: Commisario Brunettis sechzehnter Fall | Donna Leon
 
 
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Lasset die Kinder zu mir kommen: Commisario Brunettis sechzehnter Fall
Donna Leon

Diogenes, 2008

Kundenbewertung:(3 Bewertungen)
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Lasset die Kinder zu mir kommen Commisario Brunettis sechzeh


Bedauernswerter Spalt zwischen den aktuellen sozialen und politischen Themen und dem statischen Leben der Protagonisten

Wenn man auf gnadenlose Spannung aus ist, auf spektakuläre Fälle mit Action und Thrill, dann sollte man schon seit langem nicht mehr zu Donna Leons Büchern greifen. Was andere Rezensenten vielleicht als langweilige, sich hinziehende Handlung kritisieren, ist bei Donna Leon und ihrem Venediger Commissario Guido Brunetti einfach das schlichte Leben, das sich Tag für Tag oft ohne große Unterschiede dahinzieht, wo sich in einer stabilen Ehe und Familie nicht jedes Jahr etwas dramatisch verändert und wo die Kriminalfälle unspektakulär und dennoch nicht alltäglich sind.

Was man allerdings zunehmend langweilig finden mag, ist die Tatsache, dass die Protagonisten der Bücher, der Commissario und seine Familie, sein Chef Patta, die nach wie vor wie mit einem Kunstleben ohne Alltag ausgestattete Signorina Elettra und sein sympathischer Kollege Vianello so gar nicht reifen. Es scheint, als hielte Donna Leon sie seit einem Jahrzehnt auf dem gleichen Alter und ließe nur die Geschichten, die sie erfindet, jeweils ganz aktuell sein. Viele Krimiautoren tun das, aber es macht die zu Anfang noch lebendigen Figuren mit jedem Buch mehr statisch und sie agieren ohne jede Veränderung. Und die gibt es schon. Das mag jeder einsehen, wenn er sein eigenes Leben der letzten zehn Jahre Revue passieren lässt.

Die Geschichte, um die es geht, reißt das neuen Buch von Donna Leon wieder einmal heraus. Brunetti wird in seinem neuen "Doppelfall" mit der auch in der Realität immer dubioser werdenden Machenschaften von Kinderhändlern und Leihmüttergeschäften mit Frauen aus dem Ostblock konfrontiert und kommt gleichzeitig einem groß angelegten Betrugsmanöver von Apothekern auf die Spur. Doch der Apotheker, um den es hauptsächlich geht, hat noch ganz andere Macken, mit denen er, scheinheilig und vor seinem Gott in Reinen, Menschenleben zerstört, indem er vor sich selbst vorgibt, sie zu retten vor dem Bösen und der ewigen Verdammnis.

Donna Leons Bücher sind eine Lektüre für die Fans. Menschen, die diese Figur Brunetti lieb gewonnen haben, und denen es überhaupt nichts aus macht, dass er weder zu altern scheint, noch größere Lebenskrisen kennt. Ja, vielleicht ist es genau das, was ihn so anziehend macht.

Doch es bleibt der bedauernswerte Spalt zwischen den sehr aktuellen und drängenden sozialen und politischen Themen, die Leon immer wieder anschneidet und behandelt, und dem statischen, fast wächsernen Leben seiner Protagonisten.



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Ein weiterer spannender Venedig-Krimi - Wunderbar vorgetragen

Dies ist Commissario Brunettis 16. Fall. Seine Ermittlungen sind oft weder spektakulär noch actiongeladen, sondern vor allem ungewöhnlich. Und sie zeigen auch einmal die beschauliche Seite der vom Tourismus geplagten Stadt im Wasser. Diesmal beschäftigen Brunetti gleich zwei Fälle.

Auf der einen Seite ein organisierter Arzneimittelbetrug, an dessen Drahtzieher er nicht herankommt. Und auf der anderen Seite ein Fall von Kinderhandel, in dem unerwünschte Babys mittelloser Osteuropäerinnen an reiche kinderlose Italiener verkauft werden. Ist es moralisch vertretbar, auf illegalen Wegen an ein Kind zu kommen, wenn normale Adoptionen überaus schwierig sind? Und darf man das Kind der neuen Familie einfach wieder entreißen, sobald die Sache schief geht und ein Fall für die Justiz wird?

Ein sensibles Thema in einer Zeit, in der die Geburtenrate in den westeuropäischen Ländern immer weiter zurückgeht..

Donna Leon ist ein weiterer spannender Venedig-Krimi mit Commissario Brunetti gelungen. Und Jochen Striebeck liest ihn mit der Beschaulichkeit und dem Scharfsinn, die nur ein Commissario Brunetti ausstrahlen kann. Wunderbar vorgetragen schon allein bei der Beschreibung der kulinarischen Köstlichkeiten Venedigs läuft einem das Wasser im Mund zusammen. Sehr schön.


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