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  Der Teufel von Mailand | Martin Suter
 
 
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der teufel von mailand

Der Teufel von Mailand
Martin Suter

Diogenes, 2007 - 304 Seiten

Kundenbewertung:(66 Bewertungen)
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Der Teufel von Mailand ist geduldig. Weit oben im Schweizer Val Solitaria schenkt er dem Hirtenkind Ursina auf der Alp Dscheta einen fruchtbaren Sommer und damit gut genährte Ziegen. In einer staubigen Kutsche ist er ins Dorf gekommen und hat Ursina ?unvergleichliche Schönheit, ewige Jugend, Reichtum, Glück und ein Schloss mit hundert Fenstern und dreißig Türmen? versprochen -- im Austausch gegen ihre Seele, versteht sich. Ursina willigt trotzdem ein, denn das Kleingedruckte klingt dem pragmatischen Mädchen allzu verführerisch. Er wolle sie erst holen, sagt der Teufel, wenn es im Sommer Herbst werde, Glut im Wasser brenne, es beim zwölften Schlag der Turmuhr tage, der Vogel zum Fisch und das Tier zum Menschen werde. Da kann, glaubt Ursina, nichts passieren.

Und trotzdem, so unwahrscheinlich es auch klingen mag: Irgendwann treten all diese Ereignisse tatsächlich ein und Ursina muss in die Hölle. Wie sich die Rätsel auflösen, weiß die Physiotherapeutin Sonia lange Zeit nicht. Denn zwei Seiten der Sage, die sie zu Schmökern aus dem Bücherschrank für Gäste an ihrem neuen Arbeitsplatz, einem Hotel im Unterengadin, geholt hat, sind herausgerissen.

Aus diesen fehlenden zwei Seiten hat Martin Suter einen ganzen, spannenden Roman gemacht. Denn in Der Teufel von Mailand spielt irgend jemand aus Sonias Umfeld die alte Sage nach. Eigentlich ist die junge Frau hierher gekommen, um die gescheiterte Ehe mit dem reichen Banker Frédéric Forster zu vergessen -- jetzt beginnt ein Alptraum, der schlimmer als die Scheidung ist. Nach einer Vergiftung verliert ein Baum im Sommer seine Blätter, Leuchtstäbe glühen im Hotelpool, jemand manipuliert die Kirchenuhr und Sonias Wellensittich Pavarotti landet im Aquarium. Sind es die mürrischen Dorfbewohner, die ihre Gegend touristenfrei halten und die Physiotherapeutin samt ihrer schönen Chefin vertreiben wollen? Oder hat ganz jemand anders ein Motiv? Und wer ist der geheimnisvolle Fremde, auf dessen dreckigen Wagen im Staub ?der Teufel von Mailand? geschrieben steht? Das alles wird bis zum fulminanten, wahrhaft diabolischen Finale nicht ganz klar. So hält Der Teufel von Mailand bis zum Schluss die Spannung. Vielleicht sogar Suters bestes Buch. --Stefan Kellerer


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Solide Spannung mit eindrucksvoller Atmosphäre

"Der Teufel von Mailand" ist nach "Der perfekte Freund" und "Die dunkle Seite des Mondes" der dritte Roman, den ich von Martin Suter gelesen habe. Es geht darin um eine geschiedene Pysiotherapeutin, die eine Stelle in einem abgelegenen Alpen-Wellness-Hotel in der Schweiz übernimmt, um ihrer Vergangenheit zu entfliehen, nachdem ihr Ex-Mann versucht hatte, sie umzubringen und daher in eine Psychiatrie eingeliefert worden war. In dem Hotel, das von einer bildschönen Frau ohne großen wirtschaftlichen Erfolg geleitet wird, ereignen sich seltsame und bedrohliche Begebenheiten, die mit einer alten Teufelssage aus der rätoromanischen Alpenregion in Zusammenhang zu stehen scheinen. Letzten Endes kommt es wie immer bei Suter aber ganz anders, als man denkt.
Sprachlich flüssig und sehr metaphernreich ist dieser Roman formuliert, vor allem das Wetter und die Natur der Hochalpen werden recht eindrucksvoll beschrieben, wobei ab und an hinsichtlich der sprachlichen Bilder des Guten etwas zu viel getan wird.
Die Handlung ist wie immer facettenreich, zielstrebig und stimmig aufgebaut, es werden falsche und richtige Fährten gelegt, die sich zum Teil vorhersehbar, zum Teil aber auch ganz unerwartet auflösen.
Das Ende ist überraschend und spannend, allerdings auch ein wenig routiniert und - bis auf einen scheinbaren Alptraum der Protagonistin - konventionell gestaltet.
Besonders haben mir die mitunter recht witzigen und griffigen Dialoge, die düstere und gewaltige Alpenatmospäre, die plastischen Nebenfiguren und die überzeugende Protagonistin gefallen, die individuell und sehr lebensnah dargestellt ist, wobei wieder Suters Vorliebe zu psychologischen Phänomenen deutlich wird.
Alles in allem spannend und schön zu lesen, allerdings mit Ähnlichkeiten zu den anderen Suter-Romanen.



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fein zu lesen

Hinsichtlich des Inhalts und der Handlung verweise ich auf die offizielle Beschreibung. M. Suter, dessen Romane ich jetzt alle gelesen habe, versteht es, die Geschichte rund um die Hauptfigur Sonja Frey verständlich, anschaulich, lebendig und immer wieder auch humorvoll zu erzählen. Ich konnte mir vorstellen, wie es in dem kleinen Bergdorf und dem Hotel Gamander aussieht, gleiches gilt für die Protagonisten. Sicher ist das Krankheitsbild von Sonja Frey schwieriger zu erzählen als z.B. im Falle von "Small World" (Alzheimer-Patient). Aber darum geht es nur am Rande.

Häppchenweise serviert M.Suter die Vorgeschichte aus Sonjas Leben - die gescheiterte Ehe und den Terror ihres Ex. Dies alles ist ziemlich unheimlich. Irgendwann ahnt man, in welche Richtung es geht und das Ende ist tatsächlich ein wenig platt.

Aber: ich wurde über 300 Seiten gut unterhalten und habe etwas gelernt ("Hübsche Frauen müssen nicht nett sein, damit man nett zu ihnen ist"). Zweck erfüllt.


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Still und leise

Sonia Frey ist ein bisschen durch den Wind. Sie hat sich von ihrem Mann getrennt, der das aus Selbstbewusstseinsgründen schlecht vertragen hat. Er hat sie verprügelt und, als ein Nachbar zu Hilfe kam, versucht, sie zu erschießen. Man hat ihn daraufhin rechtmäßig eingesperrt. Allerdings könnte sie ihre Anzeige zurückziehen, und er würde freigelassen. Er selbst und seine Familie wirken auf sie ein, dass sie das tun soll. Sonia hat aber aus berechtigtem Grund Angst vor ihrem Exmann und willigt deswegen nicht ein. Stattdessen nimmt sie ein paar ablenkende und beruhigende Drogen und bekommt die eine oder andere Wahnvorstellung, die, wie immer bei Suter, recht eindrücklich beschrieben wird.

Irgendwann beschließt Sonia, alles hinter sich zu lassen und in einem neu renovierten Hotel in einem abgelegenen Dorf im Engadin in ihrem alten Job als Physiotherapeutin zu arbeiten. Dort findet sie ein Buch mit einer alten Sage, aus der zwei Seiten fehlen: die schöne Hirtin Ursina verkauft ihre Seele dem Teufel dafür, dass er sie vor dem Erfrierungs- und Hungertod rettet und ihr ein reiches, glückliches Leben beschert. Ursinas Abholung durch den Teufel wird durch eine Aneinanderreihung von Merkwürdigkeiten angekündigt, die dann leibhaftig im Hotel und im Dorf auch stattfinden: Es wird Herbst im Sommer, ein Vogel wird zum Fisch und so weiter. Niemand nimmt Sonias Befürchtungen ernst, als sie glaubt, dass jemand diese Sage nachstellt, um die schöne Besitzerin des Hotels zu vertreiben. Zum Schluss kommt es natürlich ganz anders...

Suter lässt auf wenig Raum eine eindringlich beklemmende Atmosphäre entstehen, die ihre Spannung praktisch ausschließlich aus der völligen Ungewissheit, wer hier wem etwas wollen könnte und warum, bezieht. Das sorgt für wohliges Gruseln. Die Auflösung ist auch recht gut, allerdings baut sie doch zu sehr auf Zufälligkeiten auf. Die sonst ungeheure Stringenz der Suterschen Romane wie "Small World" oder "Die dunkle Seite des Mondes" fehlt hier etwas. Auch werden die Figuren nicht so plastisch wie sonst. Spass gemacht hat es trotzdem.



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Alm-Suspense

So richtig sympathisch ist sie eigentlich nicht: Physiotherapeutin Sonia - kürzlich geschieden vom gewalttätigen Ehemann - nimmt in Val Grisch, einem Dorf im Engadin eine Stelle in einem eben eröffneten Wellness-Hotel an. Dort ereignen sich alsbald seltsame und bedrohliche Vorkommnisse, die offenbar mit der Sage über die schöne Ursina, die ihre Seele dem Teufel (in diesem Fall dem von Mailand) verschrieb, in Zusammenhang stehen. Sonia fällt von einer Angstpsychose in die andere.
Anfangs nur mäßig interessante Geschichte, der es allerdings durch herzhaft gestaltete Genreszenen gelingt, den Leser am Buch zu halten. Letzterer legt den etwas nervigen Roman daher nicht zur Seite, sondern liest weiter, weil er den Ausgang wissen möchte. Die Auflösung ist zugegebenermaßen geschickt und auch angemessen spannend komponiert. Irgendwo in der Schweizer Bergdorfidylle lauert das Böse, das nicht nur ob der blendend und durchaus metaphorisch beschriebenen Alm- und Gebirgslandschaft beklommen macht.
Alles in allem recht gut geschriebene Beklemmungsgeschichte ohne Anspruch auf Logik und Glaubwürdigkeit. Sprachlich einwandfrei mit hintergründigem Humor und einem Schuss Bosheit, allerdings auch kein wahres Versäumnis, den Roman nicht gelesen zu haben.


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reviews: page 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10



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