Früher war mehr Strand: Hinterhältige Reisegeschichten | Daniel Kampa
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früher war mehr stra...
Früher war mehr Strand: Hinterhältige Reisegeschichten
Daniel Kampa
Diogenes
, 2007 - 320 Seiten
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Reisen Sie?
Wenn Slawomir Mrozek vom Reisebegleiter im "Nachtexpress" erzählt, sich Mister Allwissend" doch als Gentleman entpuppt, so sind das kleine Meisterwerke. Andere Geschichten lassen dich ein wenig ratlos zurück, das gesamte Buch kann tatsächlich als das gesehen werden, was es ja auch ist: Perfekte kurzweilige Reise-
Strand
- Ausflugs- Erholungslektüre.
Jedenfalls ist man im Kopf unterwegs, und da kann auch ein kleiner Ausflug zur Weltreise werden, genauso umgekehrt.
Und wenn dann die ungewollte Gemeinschaftsbahnfahrt auch noch zum Finden des Paradieses führt, dann ist das große Literatur, auch wenn man wissen sollte, dass einem der Reiseleiter immer dazwischen kommt.
Und auch diese Art der (Nicht)Raucherdiskussion gibt es:
"Rauchen Sie?"
"Danke, nein."
"Sie müssen wissen, ich kann Rauch nicht ausstehen."
"Sie können beruhigt sein, ich rauche nicht."
"Aber vielleicht rauchen Sie und gewöhnen es sich jetzt nur ab. Mitten in der Nacht bekommen Sie Lust, und können sich nicht beherrschen."
Nein, ich habe nie geraucht."
Die Stimme verstummte. Ich zog die Socken aus.
"Aber vielleicht fangen Sie an?"
(.....)
Der Diogenes Verlag will also dem Leser einige seiner Autoren näher bringen.
Gelungen!
Ich reise!
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Herrliche Sammlung von Reisegeschichten zum Schmunzeln
Wie in jeder Sammlung verschiedener Geschichten gefallen manche Geschichten
mehr
und manche weniger.
Der absolute Mehrwert dieser Sammlung liegt jedoch im Urlaubsgefühl, das durch Buchumschlag und -titel vermittelt wird, und den Leser so auf einen locker flockigen Lesespass einstimmt. Dies und das Kennenlernen bekannter und weniger bekannter Autoren bereiten unter dem Strich einen Lesespass mit vergnüglichen Stunden.
Fünf Sterne!
Der sommerliche Urlaubs-Lese-Spaß für jung und alt
Wenn Autoreninnen oder Autoren eine Reise tun, dann können sie was erzählen und zu unser aller Glück haben Literaten anscheinend ein Faible fürs Reisen: so dürfen wir u.a. mit F. Scott Fitzgerald auf eine raue Überfahrt über den stürmischen Atlantik gehen, teilen wir mit Urs Widmer allerlei Hotelerfahrungen und planen mit Martin Suter die Ferien. Zudem reisen wir mit Doris Dörrie bzw. Bernhard Schlink durch die USA, schmuggeln mit Loriot kiloweise Haschisch, lernen mit Meir Shalev viel zu nette und daher nervige Gastgeber kennen und flirten mit Julian Barnes auf Teufel komm raus!
Dieser Band ist in bester Tradition der Diogenes-"
Früher
war
mehr
..."-Reihe erschienen und alles dreht sich wieder um kleine oder größere Katastrophen, die das Leben bei Reisen so mit sich bringen kann. Diese Anthologie enthält wie die beiden Weihnachtsvorgänger skurriles, menschenverachtendes, humoristisches und boshaftes genauso wie derbes, menschliches, tragisches und skandalöses.
Alle Episoden sind mit lockerer Feder geschrieben und bestechen durch ihre plastische Sprache. Egal ob man sich selbst auf einer Urlaubsreise befindet oder sich einfach zu Hause gemütlich bei einem Glas Rotwein auf der Couch oder dem Liegestuhl dem "dolce farniente" hingibt: diese Anthologie vereinigt die creme de la creme der deutschsprachigen und internationalen Literatur, man sollte (darf!) sie sich einfach nicht entgehen lassen!
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Reiselust und Reisefrust
?Reisen ist einfach furchtbar?, schrieb John Irving und getreu diesem Motto versammelt der Band verschiedene Kurzgeschichten bekannter Autoren. Wenn Ingrid Nolls Figuren auf Reisen gehen, kann man als Leser davon ausgehen, dass nur eine lebend zurückkommt. So auch in dieser Geschichte. F. Scotts Fitzgeralds rauhe Atlantiküberfahrt wirbelt so einiges durcheinander, was nicht nur am Sturm liegt, oder doch? Slawomir Mrozek weiß sich im Nachtexpress kaum
mehr
zu helfen, um in Ruhe schlafen zu können. Urs Widmers versammelt in Hotels erlebte Grässlichkeiten und erweckt Erinnerungen aller hotelerfahrenen Leser. John Irving trifft einen Bären und einen Mann der Träume erzählt in der Pension Grillparzer. Berlin hasst Elke Heidenreich oder
war
es umgekehrt? Loriot schmuggelt Hasch. Und das sind nur einige der im Buch versammelten Autoren.
Das Buch ist ein beachtliches Potpourri bekannter deutschsprachiger und internationaler Autoren. Wie immer bei einer Anthologie kann man davon ausgehen, dass dem Leser einige Geschichten mehr, andere weniger gefallen. Von gerade mal zwei bis achtundvierzig Seiten ist jede Länge vertreten. Da gibt es Melancholisches, Ungewöhnliches, Skurriles und Böses. Und wie immer eben Unterhaltsames und Langweiliges. Die Vielfalt jedoch ist für einen Urlaub recht beachtlich. Schließlich hat man viele Autoren, aber nur ein Buch im Gepäck. Und letztlich sollte jeder nach der Lektüre des Buches erkennen, dass Urlaub und Reisen völlig überbewertet werden, dass es zu Hause am Schönsten ist, und dass
früher
eindeutig mehr
Strand
war. Fallen also das Ende des Buches und das Ende der Reise zusammen, umso besser.
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