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Huber spannt aus: Und andere Geschichten aus der Business Class
Martin Suter

Diogenes, 2006 - 192 Seiten

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Suters Geschichten in Huber spannt aus handeln von den Helden des Managements. Sie handeln von Männern, die Winterberg heißen oder Obermann oder Gantenbein (!). Von Männern, die Zielkonflikte und Schlafmanko haben, die Synergieeffekte mehr als ihre Ehefrauen lieben und denen beim Karrieremachen das Zufallsprinzip zur Hilfe kommt. Von Männern, für die Vokabeln wie ?Lohntransparenz?, ?Entscheidungsträger? oder ?After Work? keine Fremdwörter sind (obwohl für sie nach der Arbeit immer vor der Arbeit ist) und die nach der Trennung ?in gegenseitigem Einvernehmen? weich in die finanzielle Hängematte fallen. Kurz: Suters Geschichten handeln von Männern, die wir nie kennen lernen wollten, obwohl sie uns das Fernsehen ständig präsentiert. Und von Männern, über deren Schwächen, Dummheit und lächerliches Katastrophentum wir liebend gerne schmunzeln.

Suters ?Geschichten aus der Welt des Managements? -- eigentlich Kolumnen aus der Schweizer Weltwoche, zu denen neben Huber spannt aus auch die beiden Bände Business Class gehören -- sind brillante Lifestyle-Miniaturen, Prosa-Häppchen für den Konsum zwischen Prosecco und 5-Sterne-Catering, von der Länge her genau richtig für die Strecke im Aufzug von der Tiefgarage II in die Vorstandsetage im 41. Stock -- oder in die eigene Penthouse-Wohnung, je nachdem. Aber für diese Zielgruppe hat Suter, im früheren Leben Werbetexter und ?Creative Director? seine Texte ja überhaupt nicht geschrieben. Er hat sie geschrieben für alle, die immer schon einmal wissen wollten, wie es zugeht in den hehren Sphären der Oberen Zehntausend, die sich die Schecks ihrer Abfindungen selbst ausstellen dürfen und sich den Draht zur Basis dadurch behalten zu haben glauben, dass sie in der Öffentlichkeit Bier statt Prosecco trinken (den es dann allerdings zuhause gibt). Er hat sie geschrieben für alle Geknechteten, die trotzdem froh sein wollen, niemals Karriere gemacht zu haben. Und er hat sie geschrieben für Leser, die einfach Spaß haben an unterhaltsamer, satirischer, blendend geschriebener Literatur. --Thomas Köster


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Eben wie im richtigen Leben

Bin auch hier wieder amüsiert über die präzise Beobachtungsgabe des Autors, oder ist das alles nur seine Phantasie? Die skurilen Geschichten aus der business-class können sich so wirklich abgespielt haben, auch wenn nahe an der Grenze zur Absurdität. Klasse Unterhaltung! Gut, dass man die einzelnen kurzen Geschichten nicht alle unmittelbar hintereinander lesen muss. Aber eigentlich kann man nach der ersten gar nicht mehr aufhören ...


Gewinnwarnungen, die Upper Middle Class und ein Apero hinterher.

Huber spannt aus, das sind Kolumnen Martin Suters aus den Jahren 2001 bis 2003. Erschienen in der Weltwoche Zürich. Jetzt zusammengefasst in diesem Band des Diogenes Verlages. Die schnelle Lektüre für zwischendurch. Die Geschichten sind zwei bis drei Seiten lang, unterhaltsam und witzig. Zugeschnitten ist der gesamte Stoff für die Bereiche von der Chefetage des Mittelstandsunternehmens bis zur Upper Middle Class des Globalplayers. Oder so ähnlich, jedenfalls...

Martin Suter kann schreiben. Darüber braucht man keine großen Worte mehr verlieren. Er gehört zu den erfolgreichsten deutschsprachigen Autoren. Huber spannt aus, zeigt dabei, genau wie Richtig leben mit Geri Weibel, dass Suters literarisches Schaffen zwei Gesichter hat. Zum Einen gibt es die Fingerübungen der Kolumne, die kurzen, prägnanten Beschreibungen bestimmter menschlicher Handlungen, zumeist in ganz dicht gesteckten Lebenssituationen. Da ist Suter stark. Zum Zweiten gibt es die Welt von Suters Romanen. Wer in die hineingeraten ist, dem werden Suters Kolumnen vielleicht nicht mehr ganz so gut gefallen, denn sein Romanniveau spielt, jedenfalls meiner Meinung nach, noch in einer wesentlich höheren Liga.

Allerdings lässt sich über Geschmack bekannterweise trefflich streiten. Für Suters Kurzprosafans ist Huber spannt aus ein Leckerbissen. Da wird ein Release verschickt, Buisenes Verteiler werden herausgegeben und es wird zielorientiert und strukturiert geführt. Manager scheinen, entgegen landläufiger Meinung, auch Menschen zu sein. Allerdings ziemlich seltsame Ausgaben ihrer Spezies. Da ist der Platz im Hintern des Chefs ein ebenso erstrebenswertes Ziel, wie die Spitze der Börsennotierung. Der Ausblick auf den Ruhestand verschafft einem schlaflose Nächte und es ist extrem belastend, festzustellen, dass man unersetzlich ist. So hat jeder seine Sorgen und Martin Suter erzählt uns von ihnen. Hören sie einfach zu, auch wenn sie kein Manager sind. Wer weiß, vielleicht schaffen sie ja zumindest noch den Sprung zum Kleinaktionär.


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Hoher Wiedererkennungseffekt

Diese Sammlung kurzer Episoden aus dem Urlaubsleben der Wirtschaftslenker, das augenscheinlich nicht minder stressbeladen ist wie deren beruflicher Alltag, ist von der ersten bis zur letzten Seite eine überaus unterhaltsame Lektüre.

Mit sezierendem Scharfblick und pointierter, glasklarer Sprache legt Suter all die vielen kleinen Eitelkeiten und absurden Mechanismen des modernen Bürokosmos offen.

Aber nicht selten bleibt einem das Lachen im Halse stecken; nur zu häufig stellt sich ein Wiedererkennen ein. Gut, wenn es sich dabei um einen Bekannten, Kollegen oder Vorgesetzten handelt. Aber nicht selten fühlt man sich auch ein klein wenig selbst ertappt.

Ein Muß für alle, die im Management arbeiten, gearbeitet haben, noch arbeiten wollen oder es schon immer besser gewusst haben.



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Kurzgeschichten aus der Scheinwelt der Anglizismen

Die sog. "Business Class" - scheint nicht erst seit der sog. "Heuschreckendebatten" bevölkert von eitlen Machern, welche meist ungestraft den Anspruch auf Unfehlbarkeit erheben dürfen, um ganz nebenbei ihnen anvertrautes Geld und in ihrer Abhängigkeit stehende Existenzen zu vernichten.

Martin Suters Kurzgeschichten, selten länger als 3-4 Seiten, spielen in den Vorzimmern und Schaltzentralen der Wirtschaft. Der Autor schildert Episoden aus einem Teil unserer Gesellschaft, dem Teil, welchen wir längst als tragende Säule anerkannt haben, dem Teil, in dem man offenbar mit jeder erreichten Büroetage die ursprüngliche Bodenhaftung verliert und der Wirklichkeit innerhalb weniger "Fahrstuhlsekunden" entrückt, um sich und seine schwerwiegenden Fehler letztlich hinter harmlos und somit immer noch dynamisch klingenden Anglizismen zu verstecken...

Suter treibt jede seiner Geschichten gekonnt auf die Spitze, meist innerhalb der letzten zwei Sätze, jedoch ohne dabei zu übertreiben, denn die Schlagzeilen diverser Wirtschaftszeitungen unterstreichen (leider) in regelmäßigen Abständen den Wahrheitsgehalt der hier beschriebenen Situationen...

Dieser Band, "Huber spannt aus und andere Geschichten aus der Business Class", hat mich so überzeugt, ich habe mir schon zur Hälfte des Buches hin weiteren Lesestoff aus der spitzen Feder Suters besorgt.






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Manager sind auch nur Menschen!

Ich habe es im Stau gelesen, pro Geschichte 5 min und danach fast immer jemand gefunden, auf den eine dieser Miniaturen zutreffen würde. Oft leider auch auf mich. Dabei spießt Martin Suter nur kurz auf, lässt danach immer den Menschen hinter dem so unentbehrlichen Manager und Workaholic erkennen. Die Ideen sind bösartig und helfend zugleich: ich bin sicher, viele der sog. Top-Manager erkennen sich wieder und fühlen, dass es anderen genau so geht.

Das Schönste an diesem Buch sind seine wunderbar sezierten Filetstückchen der menschlichen Seele. Harte Männer voller Entscheidungs- und Führungsstress reagieren ganz normal wie Du und ich, sie suchen ihre Entscheidungsregeln so zufällig und verdreht, wie wir das alle tun. Nach außen aber bleibt alles sorgfältig verschlossen und voller Power des unnahbaren, fast göttlich sicheren Entscheiders.

Man trifft die Schlagsahne dieser selbstsicheren Buben (und auch Mädchen) vor allem bei Sabine Christiansen. Statt Sabine Christiansen dieses Buch zu lesen, ist eine der besten Empfehlungen, die ich habe.


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