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  Zwei Fremde im Zug | Patricia Highsmith
 
 
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Zwei Fremde im Zug
Patricia Highsmith

Diogenes, 2003 - 447 Seiten

Kundenbewertung:(5 Bewertungen)
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Es gibt wenige Autoren, deren Erstlingsroman bereits ihr ganzes späteres Schaffen in nuce enthält. Chandlers Der große Schlaf vielleicht. Oder Günther Grass' Die Blechtrommel. Auch Zwei Fremde im Zug zeichnet sich bereits durch all jene Vorzüge aus, die Patricia Highsmith in ihrem späteren Werk zur Schärfe eines Rasiermessers schleifen wird.

Die Ausgangssituation ist so einfach wie genial: Der junge Architekt Guy Haines wird von einem aufdringlichen Mitreisenden im Zug angesprochen und lässt sich zu einem Abendessen in dessen Erste-Klasse-Abteil überreden. Alkohol macht ihn redselig und er erzählt, dass seine Frau sich gegen die Scheidung wehrt, die er sich so sehnlich wünscht. Im Gegenzug muss er sich endlose Geschichten über das so schreckliche Leben des reichen Bruno Charles anhören, der seiner Mutter verfallen ist und seinen Vater hasst.

Immer wieder versucht Haines, sich zu verabschieden, andererseits kann er sich Charles' vulgärem Charme auch nicht entziehen. Dieser kommt schließlich auf die Idee, ihre beiden Probleme ließen sich doch wechselseitig lösen: Sie müssten nur den Störenfried im Leben des Anderen aus dem Weg räumen -- ein perfekter Mord ohne nachweisbares Motiv und mit wasserdichtem Alibi. Haines winkt angewidert ab und läuft davon. Noch ahnt er nicht, dass er diesen Mann nicht zum letzten Mal gesehen hat.

Allein mit diesem Einfall hat sich Patricia Highsmith einen Ehrenplatz unter den Thriller-Autoren gesichert. Alfred Hitchcock bekam das Buch 1950 kurz nach Erscheinen in die Hände und kaufte sofort die Rechte. In seiner Verfilmung fehlt allerdings der gesamte ethische und ästhetische Diskurs, der den Roman nicht nur zu einem spannenden, sondern auch zu einem tiefschürfenden Leseerlebnis macht. Guy Haines ist eine vielschichtige Figur, die an ihrer eigenen sexuellen und moralischen Orientierungslosigkeit verzweifelt -- einer Orientierungslosigkeit, die von der gesamtgesellschaftlichen Scheinheiligkeit fast zwangsweise verursacht wird. --Hannes Riffel


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Mit Nadelstreifen und Hut

Dieser Erstling der Autorin spielt in den fünfziger Jahren, ist also allein von der Atmosphäre her nicht mit modernen Romanen zu vergleichen. Da treffen sich zwei junge Männer im Zug, der eine ein vielversprechender Architekt, der andere ein reicher Tunichtgut. Dieser verzogene Bengel möchte seinen Vater lieber tot als lebendig sehen, und auch der Architekt wünscht seine von ihm getrennt lebende Ehefrau zum Teufel. Der junge Lebemann schlägt einen Mord über Kreuz vor: meuchelst du meinen, erledige ich deinen. Der Architekt ist einerseits angewidert, andererseits fasziniert. Als er die Nachricht erhält, seine Ehefrau sei ermordet worden, wird die Sache pikant...

Man kann nicht alle Gedankengänge der Beteiligten nachvollziehen und sieht in den meisten Situationen Männer in Trenchcoats und Hüten, schwarz-weiß und meist in regnerischer Nacht vor sich. Doch die damals noch sehr junge Autorin versteht es meisterhaft, sich in die Gefühlswelt des überrumpelten Architekten einzudenken. Allerdings ist der Schluss für meinen Geschmack etwas blöd geraten.


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Ich kümmere mich darum

Wäre es nicht schön, so leicht seine Probleme zu lösen? Man steigt in einen Zug, trifft einen Unbekannten und der schlägt vor, einem ein Problem abzunehmen. Schwierig daran ist nur, daß es sich bei der Problemlösung ausgerechnet um Mord handelt. Daß das Abkommen, das die beiden Männer miteinander schließen, darauf beruht, sich das perfekte Alibi zu verschaffen, indem man den Mord, den man selber begehen will, einen anderen verüben läßt.

Patricia Highsmith hat mit diesem Roman den Durchbruch geschafft. Er wurde sogar von Hitchcock verfilmt. Sie hat ihn wieder und wieder überarbeitet, bis er veröffentlicht wurde. Er hat nichts von seiner Faszination verloren, was an der Tiefe liegt, mit der die Autorin ihre Protagonisten ausstattet. Das eine schlechte Gewissen, Unvermögen, sich über Skrupel hinwegzusetzen, bringt den anderen zu Fall. Ein wunderbares Kammerspiel, in dem gezeigt wird, wie man zum Mörder werden kann, wenn man nicht auf sich aufpaßt.


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Rezension: Zwei Fremde Im Zug (Patricia Highsmith)

Guy Haines, ein aufstrebender Architekt, ist auf dem Weg nach Metcalf, seiner Heimatstadt, um dort die Scheidung mit seiner noch-Ehefrau Miriam durchzubringen. Während die von Guy getrennt lebende und von einem anderen Mann geschwängerte Frau in Metcalf Guy erwartet, kann Guy nur an seine Arbeit und auch ans eine neue Liebe Anne denken, die er baldsmöglich heiraten will, nachdem die Scheidung von Guy und Miriam offiziell ist. Auf dem Weg nach Metcalf macht Guy im Zug eine überaus interessante Begegnung, die sein späteres Schicksal noch prägen sollte.
Er lernt Charles Anthony Bruno, einen verwöhnten Sohn eines Industriellen, kennen, der sofort zu Beginn eine starke Sympathie für Guy empfindet. Nach einem Gespräch in Brunos eigenem Abteil macht Bruno in seinem angetrunkenen Zustand Guy einen unglaublichen Vorschlag: ein Mord über Kreuz.
Charles will Miriam umbringen, wodurch Guys Scheidungsproblem gelöst wäre, während Guy Charles' verhassten Vater töten soll. Der Clou an der ganzen Sache ist das perfekte Alibi beider Akteure, die sich erst seit kurzem kennen und kein Motiv für den jeweiligen Mord hätten. Guys Moralvorstellungen lassen ihn jedoch nicht zu dieser verrückten Idee verleiten und er verlässt fluchtartig das Abteil.
Einige Zeit später wird Miriam dann tatsächlich ermordet, was in Guy umso größere Gewissensbisse hervorruft. Noch hinzu kommt nun, dass Charles Guy andauernd verfolgt, ihn anruft und Guy immer weiter unter Druck setzt. Schließlich ist auch Guy klar, wer der Mörder seiner Ex-Frau ist. Charles bedrängt und erpresst ihn immer weiter und fordert letztendlich Guy seine Schuld zu begleichen: Der Mord an Charles' Vater.
Der aus der Hitchcock-Verfilmung bereits bekannte Roman von Patricia Highsmith ist mehr als nur ein Kriminalroman. Die Vielschichtigkeit des Romans wirft unter anderem die Frage auf, ob jeder einen Mord begehen könnte, wenn man dazu erpresst würde, und regt dadurch den Leser zum Nachdenken. Dieses Buch, welches sofort Bestsellerstatus erreichte, führt den Leser mit weitestgehend spannenden Passagen durch die Story und konnte Unmengen von Leserschaften überzeugen und begeistern.


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2 Fremde

Buchrezension: Zwei Fremde im Zug ( Patricia Highsmith )

Patricia Highsmith's " Zwei Fremde im Zug " erschien zuerst im Jahre 1950, es strebte sofort Bestseller Status an und veranlasste einen der größten Filmemacher, Alfred Hitchcock, dazu einen Kriminalfilm aus der intelligenten Story zu schaffen.
Dieser Film erschien ein Jahr später.
Highsmith's aufgeweckte Lesergruppe, der es nicht an Realismus fehlt, kriegt einen einfachen aber durchaus sehr cleveren Plot vorgelegt, der es ermöglicht über das geschriebene hinauszudenken.

Highsmith's Buch konzentriert sich auf zwei junge Männer in ihren Zwanzigern, Charlie Bruno und Guy Haines. Charlie Bruno ist ein wohlhabender New Yorker, der es jedoch versteht durch seine Alkoholsucht erheblichen Ärger zu verursachen. Somit schließt sich die Lücke als er in einem Zug auf Guy Haines trifft, Guy hat sich von einem Texanischen Mittelstandkind hoch zu einem wichtigen Architekten gekämpft. Strebsam versucht Guy einer der besten Architekten Amerikas zu werden, bevor er sein dreißigstes Lebensjahr erreicht hat.

Unter normalen Umständen hätten diese beiden zwei verschiedenen Charaktere wohl nie zusammen gefunden, das Schicksal jedoch führt den extrovertierten Bruno mit dem eher introvertierten Haines zusammen, welcher nicht unhöflich erscheinen will.
Als Bruno erfährt das Guy eine schwere Scheidungssituation mit seiner Ehefrau Miriam zu bewältigen hat, macht Bruno ihm im betrunkenen Zustand den Vorschlag von einem Mord. Bruno erzählt ihm, mit seinem wissen aus mistery Romanen, das sie beide einen perfekten Mord begehen könnten in dem sie beide völlig Fremde umbringen würden, niemand könnte sie mit dem Mord in Verbindung bringen da es kein Motiv für die Tat geben würde.
Bruno möchte Guy dazu bringen seinen Vater umzubringen, welcher zwischen ihm und dem Familienreichtum steht. Der Grund für den Hass auf seinen Vater ist auch mit seiner sehr ungewöhnlich engen Beziehung zu seiner Mutter in Verbindung zu bringen.

Haines verlässt den Zug als Bruno seinen Alkoholrausch ausschläft und denkt dass er nie wieder etwas von ihm zu hören bekommt. Doch das tut er und zwar unter sehr bebängstlichen Begebenheiten.
Highsmith hat eine Begabung das Genre Kriminalroman mit einem guten Plot in Verbindung zu bringen. Durch ihre psychologischen Inhalte und dem hin und her wechseln der Handlungsorte wird der Leser in das Buch mit einbezogen.
Highsmith schafft es die Leserschafft zum nachdenken über Leben und Tod anzuregen und Urteile zu fällen wie man selbst damit umzugehen hat, und wie die Autoritäten mit der Gesellschaft in Verbindung stehen.
Die Autorin stellt die Frage ob nicht in jedem Leser/in ein kleiner Haines oder ein kleiner Bruno steckt.

Dennis Stiepermann


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Zwei Fremde im Zug

"Zwei Fremde im Zug" ist ein Kriminalroman von Patricia Highsmith, der sich mit den Abgründen der menschlichen Psyche beschäftigt. Zwei Männer treffen sich im Zug, der eine Guy Haines, ein junger Architekt aus Metcalf mit einer erfolgsversprechenden Zukunft und der andere Charles Bruno, Sohn einer reicher und angesehener Eltern, der auf der Suche nach dem perfekten Komplizen zu sein scheint.
Guy ist auf dem Weg nach Metcalf, seiner Heimatstadt, wo er die Scheidung von seiner Frau Miriam einleiten will. Mit ihr ist er schon seit zwei von drei Ehejahren nicht mehr zusammen, da Miriam ihn durch die ständigen Affären mit anderen Männern vertrieben hatte.
Bruno, der wie es scheint zúfällig im Zug den Platz gegenüber von Guy wählte, versucht diesen in ein Gespräch zu verwickeln. Widerwillig gibt Guy persönliche Details von sich preis, sodass Bruno sich ein Bild von ihm und der Situation machen kann in der er sich befindet. So spürt Bruno zum Beispiel die Wut und die Abneigung die Guy gegenüber seiner Frau empfindet, die zu allem Überfluss in jener Zeit noch ein Kind von einem anderen Mann erwartet.Charles Bruno nutzt die Gelegenheit um Guy die ideale Lösung seines Problems zu unterbreiten.
Er schlägt einen Mord über Kreuz vor. Er selbst tötet Miriam und Guy Charles Vater, den er abgrundtief hasst. Die beiden hätten kein Motiv, sogesehen der perfekte Mord.
Guy ist angewidert von diesem unmoralischen Gedanken und distanziert sich von Charles.
Dennoch verbindet die beiden Männer etwas, was nicht genau zu definieren ist. Ob eine homasexuelle Verbindung besteht wird nicht deutlich, obwohl Bruno eine große Abneigung gegenüber allen Frauen außer seiner Mutter zeigt. Guy hingegen ist bereits in einer neuen Beziehung und scheint keine sexuellen Gedanken gegenüber Charles zu haben. Er fühlt sich sowohl abgestoßen von dem Gedanken einen Mord begehen zu können,mehr ist er aber fasziniert von dem Menschen, der diesen Gedanken hegt.
Solch eine Person hatte er zuvor noch niemals kennengelernt und nie für möglich gehalten eine gewisse Sympatie für einen angehenden Mörder zu emfinden. Denn eins ist sicher, wenn Guy, Bruno nicht hilft den Plan durchzuführen wird es ein anderer tun.
Der Roman zeigt den Gewissenskonflikt eines Mannes, der auf dem besten Weg dahin ist ein erfolgreiches und erfüllte Leben zu führen. Allein seine Ehefrau könnte ihn noch daran hindern und so findet sich die absurde Idee an den perfekten Mord ständig in Guys Gedanken wieder. Die Autorin nimmt sich psychologische Tricks zur Hilfe um den Leser zu schockieren,zu manipulieren und letztendlich mit dem Verlauf des Romans zu beeindrucken. Sie zeigt die Wandelbarkeit eines Menschen und dessen Psyche und lässt die Leser über eigene Skrupel und Moralvorstellungen nachdenken.
a.graumann


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