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  Ein perfekter Freund | Martin Suter
 
 
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ein perfekter freund

Ein perfekter Freund
Martin Suter

Diogenes, 2003 - 352 Seiten

Kundenbewertung:(68 Bewertungen)
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Welch ein Erwachen! Kaum Gefühl im Gesicht, keine Ahnung, wo man ist. Und die Frau, die sich so rührend um einen kümmert, soll die eigene Freundin sein? Der Journalist Fabio Rossi hat einen Gedächtnisverlust erlitten. Irgendjemand hat ihm kräftig auf den Schädel gehauen. 50 Tage fehlen ihm seitdem. Und in diesen paar Tagen habe er sein Leben komplett umgekrempelt, habe Wohnung und Partnerin gewechselt, sei überhaupt nicht mehr der, der er einst wahr. Und das nicht zu seinem Vorteil. Als Journalist begibt er sich nun auf Recherche in eigener Sache und rekonstruiert die letzten Tage vor dem Black-out.

Martin Suter hat die Geschichte raffiniert konstruiert und taucht die Leser immer wieder in widersprüchliche Gefühle. Ist Rossi nun wirklich der moralisch überlegene Journalist, hat ihm sein Kumpel den Scoop um BSE in Schokostängeln geklaut? Warum ist die frisch gebackene Witwe des Forschers so glücklich -- und plötzlich auch finanziell gut gepolstert? Rossi stand -- und steht nun wieder -- kurz vor der Enthüllung eines riesigen Skandals, als er die Macht der Lebensmittelkonzerne zu spüren bekommt. Ihr Angebot ist eines, das man nicht ablehnen sollte.

Martin Suters Romane sind fehlerlos. Die Sprache ist präzis, manchmal von einer fast unheimlichen Trockenheit. Und vor allem ist Ein perfekter Freund höchst spannend -- und nebenbei auch noch lehrreich. Dass der Humor bei Suter nicht zu kurz kommt, vor allem der schwarze, kennt man. Und auch da liefert er höchst amüsante Müsterchen, die beispielsweise die Techniken des Gedächtnistrainings betreffen. So in dem Stil, wenn die Marlen plötzlich Lilli heißt. --Martin Walker


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Nette Geschichte, aber kein Highlight!

Na ja, die Geschichte an sich ist ja nun wirklich nicht neu, und auch bezüglich der Auflösung am Schluss nicht sonderlich originell. Insgesamt erscheinen die Zusammenhänge rückblickend doch eher etwas konstruiert und wenig nachvollziehbar. Aber egal, unterhalten wird man trotzdem. Bei diesem Buch handelt es sich sicherlich um kein Highlight der Spannungsliteratur, tatsächlich hält sich der Spannungsbogen doch eher in Bodennähe auf, gleichwohl ist die Geschichte und die Art, wie sie erzählt wird aber durchaus kurzweilig und unterhaltsam. Aber wirklich spannend oder dramatisch ist die Story zu keinem Zeitpunkt.

Der Leser Sebastian Koch liefert ebenfalls keine überragende Leistung, aber gibt sich sichtlich Mühe. Es gelingt ihm, die verschiedenen Figuren auch tatsächlich unterschiedlich darzustellen, die Dynamik der Geschichte wird von ihm angemessen umgesetzt. Insgesamt eine durchaus solide Leistung, und dem Stoff angemessen.

FAZIT:
Eine durchaus unterhaltsame und kurzweilige Story, gut vorgetragen und interpretiert. Sowohl inhaltlich (die Story betreffend) als auch leserisch (den Vorleser betreffend) keine überragende Leistung, aber für die nette Unterhaltung auf der Autobahn durchaus geeignet. 3 Sterne.



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irrsinnig spannend

Was würden Sie tun, wenn Sie in einem Krankenhaus wach werden, erfahren, dass sie überfallen und zusammengeschlagen wurden und ein paar Tage bewusstlos waren? Was, wenn Sie sich noch dazu an die letzten 50 Tage Ihres Lebens nicht mehr erinnern können? Wenn Sie dann noch herausfinden, dass Sie sich in dieser Zeit komplett verändert, Ihr Leben gänzlich umgekrempelt haben?
Fabio ist genau dies passiert. Als er im Krankenhaus munter wird besucht ihn eine Frau, die behauptet seine Freundin zu sein. Erst seit kurzem. Die Freundin, an die er sich erinnern kann hat ihn angeblich verlassen. Grund dafür - er hat sie offenbar zweimal mit der Frau an seinem Krankenbett betrogen. Und ist mitlerweile auch bei dieser eingezogen.
Auch sein gern gemachter Job als Journalist ist weg. Er selbst hat ihn gekündigt. Auch daran hat er keine Erinnerungen.
Für Fabio wird so das eigene Leben zu einem Kriminalroman. Was ging da vor? Warum habe ich mich so verändert? Welches Ziel habe ich verfolgt? Und was war die ganz große Sache, an der er angeblich dran war und von der er nicht einmal seinem Kollegen und besten Freund erzählt hatte?
Ein Buch über Verrat und Freundschaft, Misstrauen und Vertrauen, Wut, Zorn, Liebe.


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Spannender und kurzweiliger Roman, aber nicht der ganz große Wurf

Fabio ist 33 Jahre alt und Journalist. Als er eines Tages im Krankenhaus erwacht, stellt er fest, dass die Frau, die ihn besucht und ihn küsst, ihm völlig unbekannt ist. Die Frau, für die er Gefühle hat, hat ihn verlassen, wegen seiner Affäre mit dieser Fremden. Fabio ist als Journalist einer großen Sache auf der Spur gewesen und hat wohl in diesem Zusammenhang einen Schlag auf den Hinterkopf bekomnen. Er hat die letzten 50 Tage vergessen. Doch sein ehemaliges soziales Umfeld will mit ihm nicht mehr viel zu tun haben, denn in diesen 50 Tagen habe er sich schlecht benommen und sei ihnen Fremd geworden. Parallel zu seinem körperlichen (Physiotherapie) und geistigen (Neurologie) Aufbauprogramm, recherchiert Fabio sich selbst und eben dieser großen Sache, an die er ebenfalls keine Erinnerung mehr hat, hinterher.

Martin Suter ist mit Ein perfekter Freund ein sehr kurzweiliger und lesenswerter Roman gelungen, allerdings nicht der ganz große Wurf, denn die Krimihandlung, die hinter allem steckt, kommt doch arg reißerisch und konstruiert daher. Amnesie-Geschichten gibt es immer mal wieder, und meistens (wie auch in diesem Fall) ist es spannend zu verfolgen, wie die Protagonisten sich selbst wieder finden müssen. Wer Geschichten dieser Art mag, findet in "Ein perfekter Freund" durchaus eine der besseren, die durch eine klare, stellenweise sehr humorvolle Sprache besticht und die Grundspannung von der ersten bis zur letzten Seite aufrecht hält.


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Gut recherchiert, schön erzählt, doch ziemlich konstruiert

"Ein perfekter Freund" ist ein typischer Suter-Roman, der vor allem durch die folgenden Stärken besticht: a) ein wunderschöne, aber unaufdringliche Sprache, die sowohl literarisch wertvoll als auch leicht lesbar, unterhaltsam ist. b) Eine pointierte Schilderung der PR-Szene und der intreganten Seite der Wirtschaftswelt, c) Suters Interesse für Themen wie Amnesie, Persönlichkeitsveränderungen und Neuropsychologie und d) seine Fähigkeit den Leser durch Suspense bei der Stange zu halten.

Dennoch war ich vom "perfekten Freund" ein wenig enttäuscht, da er sich allzu oft in Nebenhandlungen verliert, die für die Auflösung letztlich nicht relevant sind. Weiters habe ich bis zum Schluß nicht nachvollziehen können, warum dieser "Fabio, den alle vergessen wollen wirklich so schlimm war, warum seine Nebenfreundin Marlen eine Tussi sein soll und seine Ex-Freundin Norina so gut sein soll. Dass Fabio und Lukas früher eine intensive Männerfreundschaft verband, kann man wohl lesen, allerdings schafft es Suter nicht dieses Band emotional plausibel zu erzählen. Was ist die Rolle der Stripperinnen, die in Fabios Leben treten-eine Metapher für die "böse Welt?"...naja...Und vor allem: was steht nun wirklich in diesem Prionen-Artikel, der posthum veröffentlicht wird und was passiert dann...

Naja, ich möchte nicht zu kritisch sein. Aber nach der Lektüre von Small World hatte ich schon die Hoffnung, dass dieser Roman ähnlich spannend, lehrreich und schlüssig ist. Das hat sich leider nicht erfüllt.

In diesem Sinne: eine gute Urlaubslektüre, die zweifelsohne Page-Turner Qualitäten aufweist. Allerdings liegt "Ein perfekter Freund" qualitativ meilenweit hinter ?"Small World" zurück.


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Intelligente Story, klasse vorgelesen.

Nach dem Genuß des Hörbuchs Lila, Lila habe ich mir den Namen Martin Suter gemerkt. Ein deutschsprachiger Autor, der irgendwo zwischen Mainstream und Avantgarde schreibt. Eine klar durchstrukturierte Story wird von Beobachtungen und Philosophischen Ansätzen begleitet, die einem das Zuhören zu einer wahren Freude machen. Ein perfekter Freund hat mich in dieser Hinsicht ebenfalls nicht enttäuscht.

Fabio Rossi erwacht im Krankenhaus. Er kann die letzten 50 Tage seines Lebens nicht rekonstruieren. Rossi ist Reporter. Er glaubt, dass er einer großen Sache auf der Spur war, weiß aber nicht mehr, worum es dabei ging. Er stellt überrascht fest, dass er eine neue Freundin hat und seine ehemaligen Freunde sich von ihm abgewandt haben. Dafür hat er wieder Kontakt zu Menschen, die er jahrelang nicht gesehen hat. Allein Lucas Jäger, sein Freund und Mitarbeiter ist noch ein zentraler Punkt in Fabios Leben. Aber Lucas ist plötzlich mit Fabios großer Liebe Norina zusammen. Irgendetwas stimmt da nicht und Fabio versucht, das heraus zu bekommen. Dabei macht er überraschende Entdeckungen und nach und nach verfestigt sich der Verdacht, dass Lucas ihn betrogen hat. Fabio ahnt allerdings nicht, dass er noch nicht einmal an der Oberfläche seiner fehlenden 50 Tage gekratzt hat. Das ändert sich jedoch ziemlich schnell, als er den Einstieg in seine ehemaligen Recherchen wieder findet. Was dann passiert, hätte weder Fabio noch der geneigt Leser jemals geahnt.

Suter schreibt klar, präzise und mitreißend. Sein detailsicheren Schilderungen sind lebhaft, spannend und machen Freude auf mehr. Wenn so eine Story dann noch von einem Sebastian Koch in Hochform gelesen wird, dann braucht uns um den deutschsprachigen Roman nicht Bange zu sein. Hörbücher dieser Klasse werden ihre Zuhörer in jedem Fall finden. Ich freue mich schon jetzt auf den nächsten Suter, am liebsten wieder von Sebastian Koch gelesen.


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reviews: page 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10



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