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  Im Land der zornigen Winde | Amelie Schenk, Galsan Tschinag
 
 
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Im Land der zornigen Winde
Amelie Schenk, Galsan Tschinag

Unionsverlag, 1999 - 240 Seiten

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Galsan Tschinags Heimat liegt in der Mongolei, bei einem der neun Nomadenstämme, den Tuwas. Er hat viele Jahre in Deutschland gelebt, wurde hier ausgebildet und ist bei uns durch seine auf deutsch geschriebenen Romane Der blaue Himmel und Die graue Erde bekannt geworden. Spektakulär, wie er im Jahre 1995 als Stammesoberhaupt die Tuwas, die unter Zwang umgesiedelt worden waren, zweitausend Kilometer durch die Steppe ins Stammland zurückgeführt hat.

Sein persönlichstes Buch ist sicherlich Im Land der zornigen Winde, das er zusammen mit der Ethnologin Amélie Schenk geschrieben hat. Beide Autoren haben jeweils in der Heimat des anderen gelebt, sind Grenzgänger und können zumindest ansatzweise das andere Denken des Partners verstehen.

Tschinag, der bei seinem Stamm die Stellung eines Schamanen innehat, wobei die dichterische Inspiration der schamanischen sehr ähnlich ist, erzählt über seine Kindheit und Jugend bei den Tuwas. Wie er es genossen hat mit seiner Familie als Nomade unterwegs zu sein, ein karges, aber damals nie armes Leben. Von der ungeheuren Vielfalt und dem Reichtum der Alltagskultur der Tuwas, davon berichtet Tschinag. Ihre enge Beziehung zur Natur, der völlig andere Zeitbegriff, die Rolle der Familie und vor allem die der Kinder, darin unterscheiden sich die Nomaden stark von den Europäern.

Amélie Schenk und Galsan Tschinag haben zusammen den ersten Schritt getan, damit die untergehende nomadische Kultur nicht in Vergessenheit gerät und eine fruchtbare Wanderung zwischen Ost und West begonnen. --Manuela Haselberger


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faszinerende Einblicke in ein Nomadenvolk

Der Shamane, Schriftsteller und Dichter Galsan Tschinag zeichnet mit dieser Darstellung des Nomadenvolkes ein präzises Bild der Tuwa der Vergangenheit bis zur Gegenwart die am Rande Russlands und der Mongolei leben. Stellvertretend für andere Naturvölker von denen manche heute nicht mehr existieren und solchen die an den Rand der Überlebensmöglichkeiten gedrängt werden, sehe ich dieses Buch als Appell und Aufruf an die westlichen Industriegesellschaften endlich damit aufzuhören andere Kulturen als primitiv und rückständig zu bezeichnen. Ihnen jede Eigenständigkeit abzusprechen und zu versuchen sie in den Kreislauf der Marktwirtschaft voll zu integrieren und sie damit von anderen abhängig zu machen. Ihre Werte und Vorstellungen von Treue, Solidarität, der Gemeinschaft, dem Lebenzyklus und dem Eins-sein mit der Natur auszutauschen gegen Geld, Besitz und individuellem Eigentum der Natur und ihren Ressourcen. Das Russland des 21.Jahrhunderts hat dem Volk der Tuwa fast jegliche Geschichte und Kultur versucht zu zerstören, um wie sie glaubten ihnen den "Fortschritt" zu bringen, was ihnen erfreulicherweise nicht gänzlich gelungen ist. Ich habe es als höchstes Glück und Freude empfunden dass es heute Menschen solcher Kulturen gibt, die auf einfühlsame Weise die Identität ihrer Gesellschaft sowie ihre Fuktionsmechamnismen zu erklären vermögen, wie es der Dichter und Stammesoberhaupt Galsan Tschinag hier tut. Wir "Westler" können nicht mehr zu unseren Wurzeln zurück, doch könnten wir von Stämmen wie der Tuwa, sowie auch der Aborigines, Indianer, afrikanischen Stämmen, asiatischen Völkern und noch vorhandenen sowie bereits ausgerotteten Minderheiten viel lernen, und einiges an Wissen zurückgewinnen welches unser Leben etwas lebenwerter machen würde. Dieses Buch welches ich ein brillantes Werk nennen möchte gibt mir wieder die Hoffnung das unsere nächsten Generationen doch noch an so manchen Flecken unserer wunderbaren Erde so etwas wie unberührte Natur erleben und auf ihr glücklich leben können. Auch die Hoffnung das es in Zukunft noch Menschen geben wird die die Möglichkeit haben werden im Einklang mit der Natur leben zu können. Was wie ich meine, unter anderem auch durch solch wunderbare Bücher möglich gemacht wird.


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Informativ und lehrreich

Ein fantastisches Buch - geschrieben in einem klaren, packenden Stil bietet es Insiderinformationen für jeden, der an der Mongolei und ihrer Kultur interessiert ist. Es ist in sehr persönlichem Stil gehalten und man glaubt, dem Nomaden, dem Tuwa selber gegenüberzusitzen. Neben Einblicken in die Sitten und Bräuche gibt es Informationen über die Glaubenswelt der Tuwa, mit gelegentlichen, durchaus treffenden Seitenhieben auf die überziviliserte Welt, zu der der Leser gewöhnlich gehört. Lohnenswert auch für Nicht-Mongolei-interessierte!



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