Die Genussformel: Kulinarische Physik | Werner Gruber
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Die Genussformel: Kulinarische Physik
Werner Gruber
Ecowin Verlag
, 2008 - 304 Seiten
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Werner Gruber in Aktion - Ein Erlebnis!
Ich war vergangene Woche bei der Buchpräsentation im Thalia Wien und konnte dort Werner Gruber live erleben. Der Mann ist wirklich ein Erlebnis: Er schafft es, auf witzige und anschauliche Art einem Laien die
Physik
näher zu bringen. Und ganz nebenbei kocht er sogar noch dazu.
Das Buch ist wirklich empfehlenswert: Gut geschrieben, lehrreiche Hintergrundinformationen, anschauliche und witzige Illustrationen. Kein Wunder, dass Kochstar Johanna Maier für "Die
Genussformel
" das Vorwort geschrieben hat.
Werner Gruber in Aktion gibt es unter http://www.youtube.com/watch?v=XRP3K4Kj4Zs zu sehen ;-)
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"Jedes Mal Kochen ein Experiment, jedes Mal Essen eine Messung"
Was könnten
Physik
und Kochen miteinander zu tun haben? Und kann man als Hobbykoch mit physikalischen Erkenntnissen besser Ergebnisse erzielen? Die Frage warum Chilli zweimal brennt und ob ein 3-Minuten-Ei wirklich drei Minuten braucht hat Werner Gruber bereits in seinem Buch "Unglaublich Einfach. Einfach Unglaublich" beantwortet, nun widmet sich der studierte Experimentalphysiker explizit auch seiner persönlichen Leidenschaft, dem Experimentieren in der Küche.
Hollywood und der Physik, sowie ganz alltäglichen Fragen mit physikalischen Hintergrund hat Werner Gruber bisher nachgespürt. Doch der Experimentalphysiker, der schon 1987 für die Entwicklung eines dreidimensionalen Bildschirmes den ersten österreichischen Jugendforscherpreis erhielt und 1999 mit Auszeichnung sein Studium abgeschlossen hat, versteht es Physik auch physikalisch eher uninteressierten näher zu bringen. Dabei gehörten neben Veranstaltungen zur Lehrerfortbildung auch
kulinarische
Physikkurse zu seinem Programm, einen Einblick in diese gibt "Die
Genussformel
".
Im Grunde sollten auch Rezepte die Vorgaben einer Theorie erfüllen, die sich unter Anwendung der gleichen Formel jederzeit wiederholen ließe, doch die Ergebnisse sind selbst bei genauer Befolgung oft sehr verschieden. Werner Gruber weiß warum, denn das Problem mit Rezepten liegt bereits darin, dass unter einem Teelöffel oder einer Messerspitze nicht selten doch unterschiedliche Mengen verstanden werden und bereits ein paar Gramm mehr oder weniger können den Ausgang eines Nachkochversuchs beeinflussen. Dazu kommt, dass auch Küchengeräte, wie der Herd, nicht unbedingt immer die gleichen Einstellungen haben und die Temperaturen bis zu 20 Grad von der Einstellung abweichen können.
Was man sonst noch falsch machen kann, wird von Gruber humorvoll und verständlich erklärt, ohne physikalisches Fachjargon aufzufahren. Zu jedem der essenziellen Kapitel führt der Autor eigene Rezepte an, wie zum perfekten Gulasch, dessen Rezepte zudem eine Übersicht der prominentesten Gulaschsorten (Seite 61-63) darstellt, während er auf den Seiten 185-189 die gängigsten Knödelrezepte zum besten gibt. Dazu kommen noch weit mehr Rezepte zu allerlei Köstlichkeiten, aber auch Empfehlungen zu deren Zubereitung, physikalisches Backgroundwissen, Tipps und Tricks. Dabei empfiehlt der Physiker und Hobbykoch relativ am Anfang sehr klar, dass eine Investition in einen Messerblock nicht schaden kann, denn das richtige Werkzeug zu haben, steigert bereits ungemein die Möglichkeiten und verbessert zugleich die Kochkünste, ist man doch besser gewappnet. Beim Salz hingegen kann man ruhig zur billigsten Ware greifen, denn rein qualitativ gibt es hier, laut Gruber, keine realen Unterschiede.
Das Beste hebt sich Werner Gruber allerdings für den Schluss auf, wo der Experimentalphysiker, mit seiner Kollegin Natasha Riahi, einer theoretischen Physikerin, tatsächlich eine Genussformel erstellt hat. Ideal ergänzt wird auch dieses Buch Grubers wieder durch Zeichnungen Thomas Wizanys, welche den lockeren und verständlichen Stil des Autors noch verdeutlichen. Im Anhang findet sich zusätzlich ein kleines Kochlexikon, eine Übersetzung österreichischer Begriffe ins Deutsche, sowie eine Tabelle mit den wichtigsten Temperaturen und Maßeinheiten.
Fazit:
Von der Physik kann man auch in der Küche nur profitieren, Werner Gruber belegt warum und räumt gleichzeitig mit einigen der größten Missverständnisse beim Kochen auf.
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