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Sun Koh, der Erbe von Atlantis und andere deutsche Supermänner: Paul Alfred Müller, alias Lok Myler, alias ...
Heinz J. Galle

SSI, 2003 - 416 Seiten

Kundenbewertung:(4 Bewertungen)
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Ein gehobener Schatz!

Wer innerhalb der letzten 40 Jahre im deutschen Sprachraum aufgewachsen ist und seine Prägung erfahren hat, ist mit dem Begriff "Science Fiction" wie selbstverständlich vertraut. Als Inbegriff des Weltraum-Serienhelden ist ihm (zunehmend auch "ihr") der 1961 literarisch geborene und "unsterbliche" Perry Rhodan, der "Erbe des Universums", bekannt. Nur wenige wissen aber noch, dass es in den 1930-er Jahren einen Vorläufer gegeben hat, nämlich Sun Koh, den "Erben von Atlantis", erdacht von dem deutschen Schriftsteller Paul Alfred Müller (1901-1970), der unter Pseudonymen wie "Freder van Holk" und "Lok Myler" ein umfangreiches Werk geschaffen hat.
Zwar sprach man zu seiner Zeit noch nicht von Science Fiction, sondern von "utopisch-phantastischen", "utopisch-technischen" oder einfach Zukunftsromanen. Und auf diesem Gebiet war Müller nicht nur über Jahrzehnte sehr produktiv (in den 1950-er Jahren wurde er u. a. als "zweiter Hans Dominik" bezeichnet), sondern wirkte auch anregend auf die Folgegeneration: Walter Ernsting, unter dem Pseudonym "Clark Darlton" Mitbegründer der Perry Rhodan-Serie und "Vater des deutschen Science Fiction-Fandoms", hat mehrfach bekannt, wie sehr ihn die Serienfigur des Sun Koh beeindruckt und inspiriert hat. Und doch ist Freder van Holks Sun Koh heute fast ebenso vergessen wie sein geistiger Vater.
Um so erfreulicher ist es, dass der bekannte Sammler und Romanheft-Experte Heinz J. Galle (er ist u. a. Verfasser des Standardwerks "Volksbücher und Heftromane, 1999) uns Paul Alfred Müller und sein Werk - insbesondere den Serienhelden Sun Koh und seine Welt - äußerst sachkundig und plastisch nahe bringt: Auf über 400 Seiten mit mehreren hundert Abbildungen erleben wir das literarische Werden und Wirken eines in vielfacher Hinsicht bemerkenswerten Mannes. Heinz J. Galle versteht es meisterhaft, sein gleichermaßen breites wie tiefes Wissen in lebendiger Weise einzusetzen, ohne dabei belehrend zu wirken. Im Gegenteil - es bereitet Vergnügen, ihm auf dem Weg durch Müllers Leben, mit allen Höhen und Tiefen, zu folgen. Und immer wieder gewährt der Autor uns "Seitenblicke" in Nischen und Nebenpfade (Müller war lange Zeit Anhänger der "Hohlwelttheorie", was sich in seinen Werken niederschlug), in Rahmenbedingungen der Zeit, in Ursachen und Wechselwirkungen.
Für lange Winterabende und verregnete Wochenenden garantiert das Kompendium angenehme "Schmökerstunden": Immer wieder entdeckt man neue Zusammenhänge, blättert zurück, staunt über die Leistungen unserer "Vorfahren". Das auf gutem Papier gedruckte und solide gebundene Buch mit seinen qualitativ hervorragenden Abbildungen (sämtliche Sun Koh-Titelbilder der Erstausgabe werden wiedergegeben!) ist ein wahrer Schatz, ein Buch, das man nicht nur einmal durchliest, sondern mehrmals in die Hand nimmt. Heinz Galle als "Schatzgräber" gebührt Dank und Anerkennung. Hoffen wir, dass er auch noch andere literarische Schätze an's Licht holt!


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Ein spannendes und interessantes Buch -nicht nur für Fans

Wer nach dem 1. und vor dem 2. Weltkrieg (welche Zeitspanne an sich bereits eine geschichtliche Umbruchsituation kennzeichnet) die damals so genannten ?Zukunftsromane" las, die mit dem Namen Hans Dominik markiert sind, schaute wirklich in eine anscheinend vorgeprägte Zukunft. Dass sie dann ganz anders war als erträumt, ist eine Tragik in sich selbst.
Paul Alfred Müller, in seiner pseudonymen Autorengestalt?Lok Myler" bot von Dominik unterschiedene Themen und Darstellungsformen an, die nicht unter Zukunftsroman zu rubrizieren waren und noch sind. Man könnte sie ?wissenschaftlich fundiertes Unterhaltungsschrifttum" nennen. Müllers Genie (es darf heute so genannt werden) schöpfte aus einem Born von Wissen, Können, Ahnen und Träumen, das Erstaunen erregt. Obwohl z.B. seine Geschichten um Sun Koh, den Erben von Atlantis, was vages Zeitkolorit und technische Errungenschaften angeht, etwas ?ahead of the time" waren, hat er nicht über eine denkbare Zukunft geschrieben. Er schrieb über des Menschen Verstand, Herz und Seele und sein Schicksal! Ein ?archetypisches Ewigkeitsthema" sozusagen.
Das wurde damals nicht so klar erkannt wie heute. Müller hat auf keinen Fall die Schmähung als Trivialautor oder Kitschier verdient. Die Springflut von sogenannter Science fiction, die uns Heutigen den Atem nimmt und den Verstand versülzt, hat uns auch den Zugang zur Welt von Lok Myler verstellt. Hinter der Fassade von Abenteuer, Heldentum und technischen Gimmicks spielte sich das ewige Menschheitsdrama ab.
Müllers Schreibstil war dem durchaus angemessen, er hat gut geschrieben und keine stilistischen Versatzstücke und Worthülsen verwendet (wie sie heute bis zum Erbrechen sogar in der angeblich ?gehobenen Literatur!" zu finden sind) und - das sei ausdrücklich gepriesen! - er war nicht ?politisch korrekt!". Das bedeutet, er hat nicht gelogen, verdreht, getäuscht und die Leute an der Nase herumgeführt. Er war von dem überzeugt, was er schrieb und hat seinen Überzeugungen klaren Ausdruck verliehen. Es ist lächerlich, ihm heute anzukreiden, er habe ?Hefte" verfasst. Das hat Charles Dickens auch getan!
Heinz J. Galle hat mit seinem Buch eine der Müllers vergleichbare Leistung vollbracht. Er bietet dem Leser eine hochwillkommene Fülle von biographischem Material über den Menschen und Techniker Müller, über sein bewundernswert umfangreiches Werk und dessen Entstehungsgeschichte und Schicksal über fast das Jahrhundert hinweg und dazu noch ein Quellenwerk, das bisher nicht existierte. Galle hat etwas zur Geschichte der deutschen Literatur beigetragen - auch wenn dazu eigentlich berufene mutmaßliche Fachleute darüber die Nase rümpfen. Es war höchste Zeit, die dumme Einteilung in E- und U-Literatur beiseite zu lassen und ein schriftstellerisches Werk zu würdigen, das ganze Generationen beeinflusst und sogar geprägt hat.
Galles Buch ist reich illustriert, eine lobenswerte Leistung des Verlages und es ist glänzend geschrieben: Flott, modern, detailreich, aber nie langweilig und es bietet dem, der gern über Welt, Leben und Menschen nachdenkt, großen Stoff.
Der Rezensent bekennt gern, in seiner Jugend Maienblüte selbst ein begeisterter Leser der Sun-Koh-Bücher gewesen zu sein, deshalb hat ihn Heinz J. Galles Buch nicht nur interessiert, sondern mitgerissen. Wenn es nur gelänge, die Sun-Koh-Reihe als Reprint in der Originalform, ohne die verfälschenden Zensureingriffe, wieder aufzulegen, würde das ein bedeutender Dienst für kultur- und literargeschichtlich Interessierte sein. Das Reprint der Originale und Heinz J. Galles herausragendes Buch zusammen - ein Traum!
Volker Stutzer


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Kurzweilig und spannend zu lesende Biographie

1983 war es, da erschien in der Edition Corsar des Verlages Thomas Ostwald als Band 7 der Texte zur Heftromangeschichte ein kleines gelbes Buch. Zwanzig Jahre später, nach einigen Verzögerungen ist es nun endlich soweit, das Werk liegt vor.
Keine Neuauflage ist es geworden, viel mehr legen die beiden Autoren ein gänzlich neues Buch vor!

Angereichert mit aktuellen Interviews mit der Witwe P. A. Müller's und Helmut K. Schmidt's, der als Ive Steen u.A. an Rah Norton mitschrieb, haben sich die Autoren eine Mammutaufgabe vorgenommen - und diese bravourös gemeistert.

Sie beleuchten das Leben und Werk Paul Alfred Müller's, nehmen eine objektive, manchmal auch durchaus kritische Einordnung der Veröffentlichungen eines der erfolgreichsten deutschen Phantastik-Autoren vor.

So gehen sie auf PAMs Engagement der Hohlraum-Theorie ausführlich ein, schildern seine Recyclingfähigkeiten ebenso wie sie besonderes Augenmerk auf die Änderungen der Texte durch die Reichsschrifttumkammer legen. Hier, wie auch später in den Abhandlungen zu den Leihbuchveröffentlichungen machen sie Geschichte lebendig. Es ist faszinierend zu lesen, welche Änderungen Goebbels Schergen in den Sun Koh Romanen der Nachauflage veranlassten, wie die literarische Versorgung der Bevölkerung nach dem Krieg durch die kommerziellen Leihbüchereien gesichert wurde. Diese Kapitel der deutschen Buchlandschaft insbesondere im Bezug auf die so oft zuunrecht verpönte Trivial-Literatur wurde bislang kaum aufgearbeitet. Insoweit betreten die Autoren hier auch Neuland.

Das Ganze liest sich nicht etwa trocken und langatmig, wie so viele Biographien, ganz im Gegenteil. Die Autoren verstehen es, uns mit ihren Berichten gefangen zu nehmen. Vor unseren Augen nimmt eine lebendige Person Gestalt an, sein Werdegang, seine Motivation und schlussendlich auch sein immenser Erfolg werden uns geschildert. Natürlich nimmt sein erfolgreichstes Projekt, die Sun Koh Reihe den meisten Raum ein, aber die Autoren nahmen sich den Platz auch auf seine Einzelromane und anderen Reihen einzugehen. Beigefügt haben sie dem Band eine komplette Bibliographie einschliesslich aller unter Pseudonym erschienen Titel PAMs. Ganz wichtig auch er erwähnen, dass die Autoren einen kompletten Sun Koh Episodenguide, wie es neudeutsch so schön heisst, beigefügt haben. Neben der Abbildung aller (!) Titelbilder der Heftreihe erhält der Leser auch einen kurzen Handlungsabriss mit Nennung der Handlungsorte, Personen, technische Innovationen und wissenschaftlichen Exkurse jedes einzelnen Heftes. Umfangreiche Indexes, unzählige Reproduktionen von Titelbildern und Fotos legen beredt Zeugnis davon ab, was für eine immense Arbeit in diesem Buch steckt. Da versteht man dann, dass sich die Veröffentlichung immer wieder verzögert hat, galt es doch neuen Hinweisen auf weitere, abweichende Publikationen nachzuspüren, Interviews zu machen und einzuarbeiten und die Bilder einzuscannen. Ein Fehldruck des Umschlags führte dann zu einer weiteren Verschiebung, so dass schon Unkerufe laut wurden, ob das seit längerem angekündigte Werk überhaupt erscheinen würde. Von Verlagsseite wurde hier immer wieder zurecht darauf hingewiesen, dass die Qualität der Einhaltung eines festen Termins vorgehen würde. Im Nachhinein gibt das Buch den Verlegern recht. Mit diesem Band wird einem der Pioniere der deutschen Science Fiction ein würdiges und umfassendes Denkmal gesetzt - hoffen wir, dass es auch neues Interesse an den Werken dieses auch heute immer noch lesenswerten Autor's weckt!


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Ein interessantes und vielseitiges Buch

Wer nach dem 1. und vor dem 2. Weltkrieg (welche Zeitspanne an sich bereits eine geschichtliche Umbruchsituation kennzeichnet) die damals so genannten ?Zukunftsromane" las, die mit dem Namen Hans Dominik markiert sind, schaute wirklich in eine anscheinend vorgeprägte Zukunft. Dass sie dann ganz anders war als erträumt, ist eine Tragik in sich selbst.
Paul Alfred Müller, in seiner pseudonymen Autorengestalt?Lok Myler" bot von Dominik unterschiedene Themen und Darstellungsformen an, die nicht unter Zukunftsroman zu rubrizieren waren und noch sind. Man könnte sie ?wissenschaftlich fundiertes Unterhaltungsschrifttum" nennen. Müllers Genie (es darf heute so genannt werden) schöpfte aus einem Born von Wissen, Können, Ahnen und Träumen, das Erstaunen erregt. Obwohl z.B. seine Geschichten um Sun Koh, den Erben von Atlantis, was vages Zeitkolorit und technische Errungenschaften angeht, etwas ?ahead of the time" waren, hat er nicht über eine denkbare Zukunft geschrieben. Er schrieb über des Menschen Verstand, Herz und Seele! Ein ?archetypisches Ewigkeitsthema" sozusagen.
Das wurde damals nicht so klar erkannt wie heute. Müller hat auf keinen Fall die Schmähung als Trivialautor oder Kitschier verdient. Die Springflut von sogenannter Science fiction, die uns Heutigen den Atem nimmt und den Verstand versülzt, hat uns auch den Zugang zur Welt von Lok Myler verstellt. Hinter der Fassade von Abenteuer, Heldentum und technischen Gimmicks spielte sich das ewige Menschheitsdrama ab.

Müllers Schreibstil war dem durchaus angemessen, er hat gut geschrieben und keine stilistischen Versatzstücke und Worthülsen verwendet ( wie sie heute bis zum Erbrechen sogar in der angeblich ?gehobenen Literatur!" zu finden sind) und - das sei ausdrücklich gepriesen! - er war nicht ?politisch korrekt!". Das bedeutet, er hat nicht gelogen, verdreht, getäuscht und die Leute an der Nase herumgeführt. Er war von dem überzeugt, was er schrieb und hat seinen Überzeugungen klaren Ausdruck verliehen. Es ist lächerlich, ihm heute anzukreiden, er habe ?Hefte" verfasst. Das hat Charles Dickens auch getan!
Heinz J. Galle hat mit seinem Buch eine der Müllers vergleichbare Leistung vollbracht. Er bietet dem Leser eine hochwillkommene Fülle von biographischem Material über den Menschen und Techniker Müller, über sein bewundernswert umfangreiches Werk und dessen Entstehungsgeschichte und Schicksal über fast das Jahrhundert hinweg und dazu noch ein Quellenwerk, das bisher nicht existierte. Galle hat etwas zur Geschichte der deutschen Literatur beigetragen - auch wenn dazu eigentlich berufene mutmaßliche Fachleute darüber die Nase rümpfen. Es war höchste Zeit, die dumme Einteilung in E- und U-Literatur beiseite zu lassen und ein schriftstellerisches Werk zu würdigen, das ganze Generationen beeinflusst und sogar geprägt hat.
Galles Buch ist reich illustriert, eine lobenswerte Leistung des Verlages und es ist glänzend geschrieben: Flott, modern, detailreich, aber nie langweilig und es bietet dem, der gern über Welt, Leben und Menschen nachdenkt, großen Stoff.
Der Rezensent bekennt gern, in seiner Jugend Maienblüte selbst ein begeisterter Leser der Sun-Koh-Bücher gewesen zu sein, deshalb hat ihn Heinz J. Galles Buch nicht nur interessiert, sondern mitgerissen. Wenn es nur gelänge, die Sun-Koh-Reihe als Reprint in der Originalform, ohne die verfälschenden Zensureingriffe, wieder aufzulegen, würde das ein bedeutender Dienst für kultur- und literargeschichtlich Interessierte sein. Das Reprint der Originale und Heinz J. Galles herausragendes Buch zusammen - ein Traum!
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