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  Die Zwangsjacke | Jack London, Uschi Gnade
 
 
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Die Zwangsjacke
Jack London, Uschi Gnade

Dielmann, 2003

Kundenbewertung:(2 Bewertungen)
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Fantastischer Sciene Fiction über Seelenwanderung

Als ich das Buch vor vielen Jahren las, wusste ich sofort: Es birgt Sprengstoff. So ist es für mich auch nicht sehr verunderlich, dass es das Buch lange Zeit nicht zu kaufen gab. Vermutung: kein Verleger möchte sich an so etwas heranwagen.
Zum Inhalt des Buches:
Der Professor der Berkeley-Universität für Agrarwirtschaft Darrell Standing hat seinen Kollegen ermordet und sitzt nun lebenslänglich im Gefängnis St. Quentin.
Hart genug scheint allein diese Strafe, doch für Standing kommt es noch schlimmer.
Von einem Mitsträfling wird er beschuldigt, mit Hilfe von Dynamit einen Ausbruchsversuch geplant zu haben. Der Mithäftling hat dies erfunden, um frühzeitig aus der Haft entlassen zu werden. Die Gefängnisdirektion versucht nun durch Folter aus Standing heraus zupressen, wo das Dynamit, das überhaupt nicht existiert, versteckt liegt. Darrell wird in Einzel- und Dunkelhaft gequält. Zusätzlich versucht man, ihn durch das Anlegen der schreckenserregenden Folter Zwangsjacke, zum Sprechen zu bringen.
Für Standing besteht die einzige Möglichkeit zu überleben darin, zu lernen wie man sein Bewusstsein von seinem Körper abspaltet. Als Standing diese Methode beherrscht, wird er zum "Sternenwanderer" (Originaltitel "The Starrover"), der sich in seinen früheren Leben wiederfindet und dadurch die Unsterblichkeit der Seele erfährt.
Ein Buch der ganz großen Klasse mit eindringlichen, packenden Beschreibungen der Gefängniswelt, der früheren Leben und Tode Standings.


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Astralwanderung im Strafvollzug

?Die Zwangsjacke", im englischen Original ?The Star Rover", ursprünglich aber von ihm selbst mit dem Arbeitstitel ?The Jacket" versehen, ist ein in vielerlei Hinsicht ungewöhnlicher Jack-London-Roman, zugleich auch einer seiner am wenigsten bekannten. Ungewöhnlich zum einen, weil es ein Spätwerk ist, und dabei trotzdem in der sprachlichen Brillianz des jungen Jack London daher kommt, kaum zu vergleichen mit den aus Geldnot eher nachlässig hingeworfenen, teilweise sogar auf eingekauften Ideen basierenden Schnellschüssen wie ?Hearts of Three (Der Wolf von Wallstreet)" oder das unvollständige ?Assassination Buereau (Das Mordbüro)". Ungewöhnlich auch in der Thematik - ?Reinkarnation und Strafvollzug" und zudem ein nicht-autobiographisches Werk. Hier hat Jack London ausnahmsweise fast ausschließlich recherchiert, die Schilderungen des Strafvollzugs in San Quentin überwiegend auf dem authentischen Bericht des ehemaligen Insassen Ed Morrell und seines Mitinsassen Jake Oppenheimer aufgebaut. Sogar die Namen hat er unverändert übernommen. Gleichzeitig ist es sein letzter Roman, sozusagen sein ?Vermächtnis" und sein engagiertester, denn seine gesellschaftspolitischen Eingriffe fanden überwiegend in essayistischen Schriften oder in Reden statt, weniger in narrativer Form. Jack London lag die Veröffentlichung der ?Zwangsjacke" sehr am Herzen. An den Verleger Roland Phillips schreibt er am 26. März 1914:

?Es ist ein Buch, welches verschiedene Wege einschlägt. Es stellt die Gefängnisbedingungen dar, wie sie sind. Es ist ein Gesetz, heute in diesem Staat, dass ein Mann, der einem anderen auf die Nase gehauen hat, bis zum Tode an Hals und Nacken gehängt werden darf. Es ist Gesetz in Kalifornien. Es ist ebenfalls legal in Kalifornien, einen Mann zu lebenslänglicher Einzelhaft zu verurteilen. Die Gefängnisverwaltungen haben die vollständige Gewalt über einen lebenslänglich Verurteilten. Die Zwangsjacke war in Kalifornien bis und das ganze Jahr 1913 hindurch legal. Ich bin mir Klaren darüber, dass die staatliche Legislative im Herbst 1913 ein Gesetz zum Verbot der weiteren Anwendung der Zwangsjacke verabschiedet hat. Mein Held wurde im Sommer 1913 exekutiert, seine Erfahrungen mit der Zwangjacke datieren aus den Jahren zuvor, als die Zwangjacke noch legal war. Ed Morrell, Donald Lowrie, Jake Oppenheimer - alle diese Männer wurden der Zwangsjacke unterzogen. Ich habe die Härte der Anwendung der Zwangsjacke eher untertrieben. "


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