Getrieben: Stories aus der weiten wilden Welt | Andreas Altmann
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Getrieben: Stories aus der weiten wilden Welt
Andreas Altmann
Solibro Verlag
, 2005 - 201 Seiten
Kundenbewertung:
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Kauftipp
Getrieben
Da kann ich nur sagen: Overworked and underfucked. So kann's gehen, wenn man den Frauen nichts zu bieten hat. Ich habe mich beim Lesen extrem amüsiert über dieses schlichte Männer-Gemüt und das war es mir wert! Muss man ja nicht weiter ernst nehmen. Es gibt ja auch andere Männer.
bei weitem sein bestes Buch!!!
Jawohl, dieses Buch ist bei weitem Andreas Altman bestes Buch. Es war auch das erste von ihm, auf das ich durch Zufall gestoßen bin. Unterhaltsam, wirklich ein fesselnder, lockerer und humorvoller Schreibstil und Geschichten, die außergewöhnlich sind! Empfehlenswert....
Getrieben
Celeste:
In der ersten Geschichte beschreibt Altmann die gescheiterte Beziehung zur wunderbaren Celeste. Ab dem Zeitpunkt der Geschichte, in dem Altmann in die körperliche Impotenz schlittert, ist seine Sprache toll und mitreißend. Hier kann der Leser schöne Passagen über die Begegnung des Autors mit sich selber entdecken. Dieser Weg der befreienden Selbsterkenntnis ist klar und humorvoll beschrieben. Durch die erste Hälfte muss sich der Leser durchbeißen.
Der Clou:
Ein schönes Beispiel angewandter Psychologie. Am besten gefällt mir der Plot: Man sieht doch, dass Ideen - hier ist es ein Versicherungsbetrug - in Etappen entwickelt werden. Eine erste Idee nicht gleich verwerfen ist schon mal gut. Bei Schwierigkeiten offen zu bleiben, ist auch gut und diesem Fall von Erfolg gekrönt.
Der Dieb:
Zu Beginn stellt der Autor fest, dass er ein Dieb sei und lockt den Leser über das Diebesgut zu spekulieren. Bevor eine Antwort erteilt wird, führt Altmann aber erst einmal durch seine Kindheit und gewährt Einblick in Ursprünge seiner diebischen Ader. Mit der Beschreibung seiner jugendlichen Raubzüge zeigt er, wie Freude und bestimmte Fähigkeiten entstehen können. Er beschreibt Freude an der eigenen Cleverness, Thrill als Motivation und den Mut, sich in Zwangsituationen nicht unterkriegen lassen, sondern sich intelligent, einfallsreich und mutig immer wieder zu befreien versuchen. Als Belohnung dafür wartet "das brausende Gefühl, am Leben zu sein, dieses Sausen der Glückshormone" (toller Ausdruck!)
Mir gefallen auch Passagen wie: "Was für eine schwachsinnige Rationalisierung! Was zählte, war - genau so - das immer wieder begeisterte Hinsehen auf eine rasch wachsende Bibliothek. Ich fing an zu begreifen, dass Bücher als Wächter gegen Schwäche-Anfälle und Feigheiten taugten, als Heilkraut gegen die Schrammen täglicher Bosheiten, als Flammenwerfer gegen die Verwüstungen einer vollkaskoversicherten Windel-Gesellschaft."
Diese Geschichte zieht mich an: Die kalkulierten Machenschaften des Bücherdiebes: Das lehne ich ab und es gefällt mir auch nicht. Doch die Leidenschaft, die sich da entwickelt hat, die leuchtet mir ein. Die Haltung, anderen etwas zu stehlen, um sich selber zu bereichern, die findet sich auch in anderen Büchern des Autors. Doch dort stiehlt er Geschichten und beschenkt durch seine Zuhörerschaft die Erzähler selber und später seine Leser.
Das Leben als Dieb hat Altmann Gott sei Dank hinter sich gelassen.
Die Geschichte ist eine sprachlich versierte Schilderung eines Weges, auf dem Frechheit, Lebendigkeit, Skrupellosigkeit zum Einsatz kommen. Altmanns Durchhaltevermögen und seine Sturheit führten wieder zurück. Das Ziel ist wieder eine Befreiung, doch nicht die Befreiung von Leidenschaft. Zu der bekennt sich der Autor ganz vehement.
Am Ende der Geschichte ist er mir am sympathischsten: Zu wissen, wie man sich gegen die Enge wehren kann, ohne skrupellos zu sein. Das gefällt mir.
Dies sind drei von 22 Geschichten. Mir gefallen nicht alle davon, aber alle sind lesenswert.
Im Vergleich zu anderen Büchern spart der Autor in diesem bei der Nennung von Zitaten. Deshalb füge ich noch ein schönes an: "Die Wahrheit ist immer konkret." Es stammt von Bertolt Brecht und passt zum vorliegenden Buch. Denn Altmann schreibt nicht schulmeisterlich. Er schreibt konkret.
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Er bringt es!
Und vor allem über die Sprache! Andreas Altmann hat eine wunderbare Art, sich und sein Leben, bzw. seine Erfahrungen auszudrücken. Fast zärtlich und behutsam wandern die Augen des Lesers über seine Worte, die sich zu atemberaubenden Sätzen formen. Wäre dieses Buch in anderer Schreibweise verfasst worden, aber mit dem gleichen Inhalt, so könnte man meinen, es sei ein "Schundbuch". Geht es doch auch um diverse "Randthemen" dieser Gesellschaft wie Vergewaltigung, homosexuelle Körpervereinigung und sogar Sex mit Tieren.
Ja, ich gestehe. Die Geschichten, in denen Altmann über Frauen, Liebe und Sex in den verschiedensten Formen schreibt, haben mir am besten gefallen. Eben weil der Schreibstil so außergewöhnlich toll ist, dass man kaum merkt, dass er über Sex schreibt und man dennoch fasziniert davon ist!
Zudem hat mich seine Liebe zu Büchern, Buchstaben und Worten beeindruckt. Steht sie meiner eigenen Leidenschaft dazu doch in einem sehr engen Verhältnis gegenüber. Auch hier habe ich jedes einzelne, wunderbar überlegte Wort, genossen.
Obwohl das Buch in kleinere Kurzgeschichten unterteilt ist, hat man doch das Gefühl, eine Art Roman zu lesen. Denn in jeder Geschichten lernen wir ja den Autor besser kennen, bis er uns letztendlich ans Herz wächst und man sich fragt "Was erlebt er wohl sonst noch alles?"
Ich muss sagen, dass ich Bücher mag, die "anders" sind und das ist dieses auf jeden Fall. Denn welcher Autor würde in einem Vorwort schreiben, dass er dem "falschen" Leser von diesem Buch abraten möchte? Bei mir hat es genau das Gegenteil bewirkt, denn ich dachte "Pöh... er will mir abraten? Jetzt erst recht!" Eine gelungene Idee, die neugierig auf das Buch macht!
Getrieben
.... vom Leben.... schrieb Altmann dieses Buch... lassen auch Sie sich von ihm treiben.
Bin begeistert!
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