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Reclam Universal-Bibliothek, Nr.38, Don Karlos, Infant von Spanien
Friedrich von Schiller

Reclam, Ditzingen, 1986 - 221 Seiten

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Don Carlos

Das Drama "Don Carlos" von Friedrich Schiller, handelt von Intrigen und Konflikten am spanischen Hof um 1787. Es ist ein wichtiges Werk Schillers, welches zwischen den Epochen des Sturm und Drang und der Klassik entstand. Die Hauptfiguren sind alle adelig, hier wird die Seite der Klassik vertreten. Carlos, der Kronprinz Spaniens, leidet unter der Ehe seines Vaters, König Phlipipp 2., mit Elisabeth von Valois, welche ursprünglich ihm versprochen war. Aus diesem Grund ist diese Beziehung zwischen Vater und Sohn sehr distanziert. Philipp traut seinem Sohn nicht und verlässt sich auf seine Grande, zB Herzog von Alba. Marquis von Posa, Jugendfreund Carlos', kehrt nach langer Zeit aus den Niederlanden zurück und erinnert Carlos an ihre früheren Ziele und Ideale ((Gedanken-) Freiheit) und versucht ihn davon zu überzeugen an diesen festzuhalten und diese durchzusetzen.
Das Thema an sich ist interessant, durch die altmodische Sprache und den vielen Konflikten, die sehr schwer zu überblicken sind, ist es sehr anstrengend, das Buch zu lesen und sich dafür zu begeistern.
Für Hobbyleser ist dieses Buch nicht zu empfehlen, denn es nimmt viel Zeit in Anspruch sich einen Überblick (ohne Lektürenschlüssel) zu verschaffen.


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Don Karlos

Im Folgenden werde ich mich auf das Drama ?Don Karlos? von Friedrich Schiller, welches 1787 erschienen ist, beziehen. Es handelt sich hierbei um eine Ausgabe aus dem Schroedelverlag.
Zur historischen Einordnung kann ich nicht viel sagen, außer dass es kurz vor der Französischen Revolution geschrieben wurde, aber damit nichts zu tun hat, da das Ganze in Spanien spielt.
Das Drama thematisiert einige Liebesbeziehungen, Intrigen, sowie die Machtverhältnisse am spanischen Hof. Philipp der Zweite ist mit Elisabeth verheiratet, hat aber eine Affäre mit der Prinzessin von Eboli. Elisabeth hat ebenfalls Gefühle für eine andere Person, nämlich für Philipps Sohn Karlos. Eigentlich hätte er sie heiraten sollen, doch Philipp verlobte sich mit ihr. Karlos liebt Elisabeth trotzdem noch, sodass viele Konflikte entstehen.
Ein Hauptkonflikt des Dramas ist der Vater-Sohn-Konflikt, da Philipp in der Rolle des Königs gefangen ist und deshalb kein Vater für seinen Sohn ist bzw. sein kann. Karlos leidet sehr darunter, nicht geliebt zu werden und fühlt sich unverstanden und machtlos, zumal er seinen Vater darum gebeten hat, nach Flandern gehen zu dürfen, der seine Bitte aber abgelehnt hat mit der Begründung, Herzog von Alba wäre dieses Amt schon versprochen.
Ein weiterer Konflikt ist der zwischen Elisabeth und Karlos. Beide haben Gefühle füreinander, können ihre Liebe aber nicht ausleben, da sie sozusagen in der Moral gefangen sind. Karlos gibt ihr seine ganze Liebe, doch sie fordert ihn auf, seine Energie in seine politischen Ziele zu investieren.
Des Weiteren gibt es sogar Probleme zwischen Karlos und Posa, seinem Jugendfreund.
Posa ist Karlos` bester Freund, aber benutzt ihn als Werkzeug, um seine Ideale zu verwirklichen, nämlich Flandern von der Unterdrückung Spaniens zu befreien. Posa gibt sich außerdem als Vertrauter des Königs aus, hintergeht aber auch diesen.
Auf der einen Seite würde ich dieses Drama weiterempfehlen, da es trotz der alten Sprache noch aktuell ist. Es gibt immer noch Konflikte zwischen Vater und Sohn, Lieben, die eigentlich keine Chance haben oder Freunde, die sich für andere aufopfern. Außerdem steht Karlos für die wirklich wichtigen Dinge des Lebens wie Liebe und Freundschaft und er hat den Mut, sie zu leben, egal was die Anderen von ihm denken. Er träumt von einer besseren Welt- einer Welt, in der es noch die perfekte Liebe gibt, wo Freundschaft mehr wert ist als Geld oder Macht, einer Welt, in der jeder einen freien Willen hat du in der sich jeder selbst verwirklichen kann. Das ist das Gute an diesem Buch.
Auf der anderen Seite würde ich es aber nicht weiterempfehlen, da es besonders am Anfang schwer zu verstehen ist. Es ist sehr langatmig und wegen den ganzen Intrigen und Beziehungen sehr verwirrend. Zudem ist die Sprache sehr alt, die Personen reden alle ziemlich geschwollen, was ein großer Nachteil für den Leser ist.
Aber wenn sich Schüler Dramen aussuchen dürften, die sie für die Schule lesen müssten, ist Don Karlos eine gute Wahl, da es trotz der Sprache und allen Verwirrungen recht gut zu verstehen ist, wenn man sich ein bisschen intensiver damit beschäftigt.

Lorena Schütz



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"Don Karlos" - Konflikte über das Königreich!

"Don Karlos" von Friedrich Schiller beschreibt die Situation im 16. Jahrhundert in Spanien. F. Schiller wurde die Aufgabe gegeben, ein Stück zu schreiben, was theatertauglich und zudem eine dramatische Folge hat. Schiller nahm die Aufgabe sehr ernst und beschloss sich, ein Fünf-Akt-Drama zu gestalten, welches die verschiedenen Konflikte in einem Königreich beherbergt. Auch die Situation in einem Königreich läuft schon fast wie die Tage, die jeder andere Mensch auch mit sich zu ziehen hat. Demnach werden in "Don Karlos" die Konflikte Liebe, Freundschaft, Familie, Kirche und Gesellschaft beschrieben. Diese Konflikte entstehen nicht alle nacheinander, sondern finden alle gleichzeitig statt. Die ehemale Affäre zwischen Don Karlos und der jetzigen Gattin des König Philipps gibt der Situation und den verschiedenen Konflikten das, was das Drama braucht.
Die Sprache des Buches ist sehr schwierig und ziemlich alt deutsch geschrieben. Wer das Buch verstehen möchte sollte sich nebenbei auch den Lektüreschlüssel mitbestellen.


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Don Carlos

Das dramatische Gedicht "Don Carlos" von Friedrich Schiller aus dem Jahre 1787 handelt von Liebe und Intriegen am spanischen Hof. Der Hauptkonflikt ist der Vater-Sohn- Konflikt zwischen dem spanischen König (Philipp 2) und dessen Infant (Don Carlos). Dieser Konflikt beschreibt auch den zeittypischen Konflikt zwischen den Sturm- und Drängern und den Traditionalisten. Das Verhältnis von Vater und Sohn ist gestört seit frühster Kindheit Carlos', und erreichte den Höhepunkt, als Philipp, die Carlos versprochene Elisabeth, heiratet. Carlos kann ihm das nicht verzeihen, doch als er seinen Jugendfreund, den Marquis von Posa, trifft, redet er das Erste Mal offen über die Liebe zu seiner Stiefmutter. Posa sieht die Möglichkeit seine Ideale, Freiheit, Gleichheit und Büderlichkeit (für Flandern), zu verwirklichen, und verhilft Carlos deswegen zu einem Treffen, und somit zum fortlaufenden Kontakt ,mit seiner Stiefmutter. Viele offene Augen und Ohren verfolgen gespannt, was am Hof geschieht und versuchen dies ausschließlich zu ihrem Vorteil zu nutzen...
Das Buch ist nicht immer einfach zu lesen, da es aus dem 18. Jahrhundert stammt. Doch kann man die angesprochenen Aspekte (Liebe, Streit und Intriegen) immer noch auf die heutige Zeit beziehen.
Trotz einiger Verständnisschwierigkeiten der komplexen Handlung würden wir das Buch für die Deutschkurse der Oberstufe weiterempfehlen, da es nicht nur fiktiv ist, sondern einige der Personen früher gelebt haben.
Ob man dieses Buch auch privat liest, ist Geschmackssache...:-)
Verfasst von: Annika Dickel und Annika Koerdt ( D LK Anne-Frank-Gymnasium)


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"Jedwede Tugend/ Ist fleckenfrei - bis auf den Augenblick/ Der Probe" (Z. 3554ff.).

Was für ein Durcheinander der Gefühlsverirrungen! Don Karlos, der Kronprinz von Spanien, liebt die Gemahlin seines Vaters, des Königs, was den jungfräulichen Thronfolger in die Stimmung versetzt, jedwede Konsequenzen ertragen bereit zu sein: "Ein Augenblick, gelebt im Paradise,/ Wird nicht zu teuer mit dem Tod gebüßt" (Z. 639f.). Don Karlos wiederum wird von der Prinzessin von Eboli angehimmelt, die aber ihrerseits ein Verhältnis mit dem König selbst unterhält. Perfekte Bedingungen also, um eine klassische Tragödie auf die Bühne zu bringen. Doch der heimliche Star des Stücks ist der Marquis de Posa, seit Kindertagen ein Freund des Prinzen, der sich ein Ziel gesetzt hat: Freiheit, die Freiheit Flanderns von spanischer Besatzung.

Und dazu ist er bereit, die hehren moralischen Maßstäbe, die er an die Welt anlegt, selbst zu brechen. Er arrangiert ein Treffen des Prinzen mit seiner geliebten Stiefmutter und verpflichtet ihn im Gegenzug, den König um den Oberbefehl über die spanischen Truppen in Flandern zu bitten, um sich dann auf die Seite Flandern zu schlagen. Dieser Wunsch beunruhigt auch die Vertreter der alten Ordnung in der Umgebung des Königs. So wundert sich Domingo, der Beichtvater des Königs: "Er denkt!/ Sein Kopf entbrennt von einer seltsamen/ Schimäre - er verehrt den Menschen - Herzog, ob er zu unserem König taugt?" (Z. 2021ff.) Es entwickelt sich ein komplexes Netz aus Intrigen, in dem sich politische und persönliche, idealistische und pragmatische Motive miteinander vermengen.

Höhepunkt des Stücks ist das Gespräch zwischen Posa und dem König im 10. Aufzug des 3. Aktes. Der König, unwissend von den wahren Zielen des Marquis, ist auf diesen ob seiner Bescheidenheit aufmerksam geworden und möchte ihn persönlich kennen lernen. Posa sieht darin die Chance seines Lebens: "Was der König/ Mit mir auch wollen mag, gleichviel! - Ich weiß,/ Was ich mit dem König soll - Und wär's/ Auch eine Feuerflocke Wahrheit nur,/ In des Despoten Seele kühn geworfen -/ Wie fruchtbar in der Vorsicht Hand!" (Z. 2966ff.) Im Gespräch treffen nun die Vertreter zweier völlig verschiedener Weltanschauungen aufeinander. Der Marquis ist durchdrungen von einem positiven Menschenbild: "Der Mensch ist mehr als Sie von ihm gehalten" (Z. 3188) entgegnet er dem König, bevor er zu seiner legendären Forderung ausholt, die ihren Platz im Olymp der deutschen Literaturgeschichte sicher hat: "Ein Federzug von dieser Hand, und neu/ Geschaffen wird die Erde. Geben Sie/ Gedankenfreiheit-" (Z. 3214ff.). Der König ist zwar beeindruckt, doch schon seine unmittelbare Reaktion verrät, was er vom Marquis hält: "Sonderbarer Schwärmer!" (3116), um dann sein Bild des Menschen zu offenbaren: "Ihr werdet anders denken, kennet Ihr/Den Menschen erst, wie ich" (Z. 3293f.).

Am Ende des Stücks hat der Großinquisitor, die Verkörperung der alten Ordnung, seinen furchterregenden Auftritt und ruft den schwankenden König zur Ordnung: "Gib die Gewissen frei von deinen Reichen,/ Wenn du in deinen Ketten gehst" (Z. 5191f.), schimpft er, um kurz darauf in geradezu Eichmannscher Manier zu sagen: "Wozu Menschen? Menschen sind/ Für Sie nur Zahlen, weiter nichts" (Z. 5225f.). Gegen diesen machtpolitischen Realismus hat der freiheitsliebende Idealismus keine Chance.

Fazit: "Don Karlos" erschien 1787, zwei Jahre vor Ausbruch der Französischen Revolution. Schiller gelang es, in der Figur des Marquis de Posa die zwei Seiten der Revolution zu antizipieren. Einerseits der Idealismus der bürgerlichen Träger der Revolution, andererseits aber auch die Bereitschaft zum Zwecke der Durchsetzung der eigenen Ziele, Kompromisse mit den eigenen Werten und Idealen zu schließen, eine Einstellung die Robespierre 1794 mit der Formulierung "Despotismus der Freiheit" bezeichnete. Was bleibt, ist ein ewig aktueller Klassiker der deutschen Literatur. Empfohlen sei an dieser Stelle auch die 2006 erschienene Biografie über Schiller und sein Werk Friedrich Schiller: Oder Die Erfindung des Deutschen Idealismus von Rüdiger Safranski, die mich erst dazu gebracht hat, mich an die Werke des Dichters zu wagen.



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