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  Die Göttliche Komödie. Übersetzt von Hermann Gmelin, mit Anmerkungen und einem Nachwort von Rudolf Baehr. ...
 
 
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Die Göttliche Komödie. Übersetzt von Hermann Gmelin, mit Anmerkungen und einem Nachwort von Rudolf Baehr. ...
Dante Alighieri, Hermann Gmelin, ...

Reclam, Ditzingen, 1986 - 565 Seiten

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Drei Dinge prägten Werk und Leben Dante Alighieris (1265-1321): Seine mittelalterliche Universalbildung beim Enzyklopädisten Bruno Latini, die nach der Verbannung geschürte Haßliebe zu seiner Geburtsstadt Florenz und die entrückende Verehrung der schönen Beatrice Portinari, die sich durch ihren frühen Tod mit 24 Jahren zur Stilisierung nachgerade anempfahl. In den 100 Gesängen seiner im Exil verfassten Göttlichen Komödie (1307-1321) hat der Dichter über sie alle zu Gericht gesessen: Im 26. Höllengesang etwa findet sich eine erbitterte Schmährede auf die Heimatmetropole, und Latini muß bei den Sodomiten schmoren. Die himmlische Geliebte jedoch darf den verschämten Dichter im Paradies empfangen und mit ihm zu den Sternen, Planeten und Trabanten schweben. "Und Beatrice sah mich an voll Glut", heißt es im wundervollen Mondcanto, "die aus den hehren Augen blitzte wider, / Daß meine Kraft, besiegt, verließ der Mut, / Und fast verlor ich mich, die Augen nieder".

Am Ende dieser schwindelerregenden Jenseitsreise säumten nahezu 600 Seelen des politischen, literarischen und mythologischen Lebens Dantes Weg, darunter Judas, Odysseus, Petrus und Bernard von Clairvaux. Zuvor aber hatte der Dichter als Figur des eigenen Epos gemeinsam mit seinem Führer, dem römischen Lieblingsdichter Vergil, Hölle (Inferno) und Fegefeuer (Purgato-rio) zu durchwandern: "Dort wirst Du hören der Verzweiflung Pein / Und sehn, wie sich der Vorzeit Geister quälen, / so daß sie nach dem zweiten Tode schrein". Dante hat sich die Architektur des Jenseits mit seinen 27 Stufen trichter- und terrassenförmig vorgestellt, um seinen unausweichlichen Sog zu illustrieren. Aber eigentlich ist der Strudel der Sprache der wahre Held des Buchs, der uns hineinzieht in die 14 233 bedeutendsten Verse der italienischen Literatur, ja in eines der größten Epen der Weltliteratur überhaupt.

Goethe fühlte sich nicht wohl im "Moderduft aus Dantes Hölle", und Arno Schmidt gar sah im Inferno des Buchs Konzentrationslagerphantasien literarisch lodern. Die meisten Dichter aber dachten anders, und die Anfangserzählung von Samuell Beckett erster Prosaveröffentlichung Mehr Flügel als Prügel (1934) mit ihrem ironischen Titel Dante und der Hummer beginnt mit einem fesselnden Lektüreerlebnis der direkt dem Purgatorium entstiegenen Hauptfigur: "Es war Vormittag, und Belaqua hatte sich im ersten Mondcanto festgelesen. Bis zum Hals steckte er drin, er konnte weder vor noch zurück". Vor sieben Jahren etwa ging es mir beim Lesen ähnlich.--Thomas Köster


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Herausforderungen gibt es immer wieder(eigentlich 3,5 Sterne)

Der literarische Dichter hat die einmalige Chance, eine Reise durch die drei Stufen des Jenseits. Er besingt in 34, 33, 33 Gesängen zu je drei Strophen den vorgefundenen Zustand und lässt zahllose Seelen zu Wort kommen, einige mehr, andere weniger bekannt. Zuletzt, im Paradies, wird er vom unbeschreiblichen Licht erfüllt. So viel zum Inhalt. Es gibt nicht wenige Übersetzungen der "Comedia Divina" und ganz gleich, welche man für sich aussucht und wo die Formulierungsfehler zu Verständnisproblemen führen können, so ist die "Göttliche Komödie" immer eine Herausforderung an den Leser. Das Alter der Sprache(immerhin 700 Jahre)und die adäquate Wiedergabe machen es dem heutigen potentiellen Leser schwer, wie gebildet er auch sein mag, wirklich allem zu folgen und zwingt an manchen Stellen zum Wiederlesen. Anders als "Gargantua und Pantagruel"(zugegeben, das Buch ist jünger) besitzt die "Göttliche Komödie" wenig "Unterhaltungswert" und eignet sich auch deshalb nicht für jedermann(abgesehen davon tut es das Rabelais'sche Werk auch nicht), so dass ich dieses Buch nur folgender Zielgruppe wirklich empfehlen kann: Geduldige, Gebildete, Geprüfte!


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Meisterwerk der Weltliteratur in prächtigem Gewand, mit zahl- und hilfreichen Erläuterungen

Die göttliche Komödie von Dante Alighieri, ins Deutsche übertragen und ausschweifend kommentiert von Ida und Walther von Warthburg, versehen mit 48 Illustrationen von Gustave Doré

Zitat: (Inschrift auf dem Höllentor)

Durch mich geht man zur Stadt der Schmerzen ein;
durch mich geht man hinein zur ewgen Qual;
durch mich geht man zu den Verlorenen.

Gerechtigkeit bewegte meinen Schöpfer;
erschaffen hat mich Gottes ewge Allmacht,
die höchste Weisheit und die erste Liebe.

Denn vor mir ward kein einzig Ding erschaffen
als Ewiges, und ewig werd' ich dauern;
ihr, die ihr herkommt, lasset alle Hoffnung.


Zum Osterfest des Jahres 1300 irrt Dante durch die Welt, bedrängt von Sinneslust, Hochmut und Habsucht, sein Leben steht nicht im rechten Licht. Doch ihm wird durch die Fürsprache seiner seit frühster Jugend angebeteten, mittlerweile verstorbenen und in den Himmel versetzten Beatrice die Gnade zuteil, die ihn auf den rechten Weg führen soll.
Zu diesem Zweck erscheint Dante der römische Dichter Vergil, der vom Himmel gesandt Dante auf seinem Weg durch Inferno (Hölle) und Purgatorio (Läuterungsberg = Fegefeuer) bis hin zum Paradiso begleiten und leiten soll.

Auf 1200 Seiten, in 100 Gesängen mit 14,400 Versen erstreckt sich dieses zentrale Epos der Christenheit, das jeder Beschreibung trotzt und spottet - Übergang von Mittelalter zur Renaissance, in sich geschlossener Katechismus der (römisch-katholischen) Christenheit, Quell der italienischen Sprache (Dantes Entscheidung, in seinem florentischen Dialekt zu schreiben machte diese Sprache erst zur beherrschenden Schriftsprache eines an Dialekten reichen Landes), eindrucksvoller Einblick in das mittelalterliche Denken, umfassende Schau aller großen Gestalten der klassisch-antiken wie christlichen Mythen und Historie sowie (damals) brandaktuelles politisches Werk, persönliches Glaubensbekenntnis, ein sprachlich wie gedanklich beeindruckendes Meisterwerk - all das und noch viel mehr ist dieses Buch, das sich Vergleichen mit der Aeneis oder der Ilias nicht zu scheuen braucht.
Selbst wenn man mit dem Christentum nichts (mehr) am Hut hat, ist es für einen historisch interessierten Menschen ein wahrer Augenöffner, die Glaubens- und Moralvorstellungen der damaligen Zeit kennenzulernen (cf. die Unterteilung der Hölle in zehn Kreise je nach Schwere und Art des Vergehens, die unterschiedlichen Terassen des Läuterungsberges, die himmlichen Sphären des Paradiso). Darüber hinaus gibt es wohl kein Werk der Menschheitsgeschichte, das in sich eine Art Weltgericht und Zusammenstellung der gesamten vor ihr liegenden Geschichte beinhaltet - von Adam über die Helden des trojanischen Krieges, die mythischen Götter Griechenlands, die römischen Kaiser, die Märtyrer des Christentums bis zu den damals herrschenden Fürsten des spätmittelalterlichen Italiens kommt jeder vor, wird jeder gerichtet, der im Denken dieser Zeit Rang und Namen hatte, oft an unerwarteter Stelle (der listenreiche Odysseus wurde in die Hölle gesteckt, Brutus der Verräter wird gar von Satanos höchstpersönlich gefressen, Cato dagegen darf (als Heide!) den Zugang zum Purgatorio bewachen). Und gleichzeitig haben wir es mit einem hochpolitischen Werk zu tun, das die damaligen Zustände des Papsttumes und der verfallenden Sitten geißelt und auf baldige Einigung und Ordnung hofft und pocht.
Nicht unerwähnt bleiben sollte die Leistung der Übersetzer/Kommentatoren Ida und Walther von Warthburg, die sowohl das Lesen des Textes zum sprachlichen Genuss machten, als auch durch ihre extensiven, sprachlich ebenfalls wunderbaren Kommentare vieles, was sonst undurchschaubar geblieben wäre, erhellten und einen spannenden Einblick in die damalige Lebensweise, Politik aber auch in Mythen- und Glaubenswelt des Christentums bieten.

Ein wahrliches Meisterwerk der Weltliteratur, mit dem sich wohl nur wenige messen können...


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Bedeutendes abendländisches Kultur-Dokument

Der Dichter Dante Alighieri begibt sich am Karfreitag 1300 durch alle drei Bereiche des christlichen Jenseits. Den Anfang bildet eine Höllenfahrt, wobei sich die Parallele zu mittelalterlichen Folterkammern und - zeitlich später - zu KZ- und Archipel Gulag -Schilderungen unmittelbar aufdrängt. - Dann folgt das Fegefeuer als Bußort - verbunden mit allerlei Quälereien und Verzichten, damit die Seele noch geläutert werde und dann doch in den Himmel eingehen kann. In beiden Bereichen wird Dante von dem römischen Dichter Vergil begleitet. Die dritte und vollkommenste Station stellt dann der Himmel dar - Dantes frühverstorbene Jugendliebe Beatrice übernimmt nun die Führung durch die sieben Planetensphären, angefangen vom Mond-Himmel bis hin zum Saturn-Himmel - angeordnet nach der babylonischen Planeten-Reihenfolge und die Grundlage für das spätantik-mittelalterliche Kosmos-Modell, das auf dem Neuplatonismus besierte und auch für die Astrologie die Basis bildete.
Hat sich die Welt seit damals wirklich so sehr verändert? Himmel und Hölle gibt es noch immer, ganz unten und weit oben sind Gegensätze, die auch heute gelten. Ein wenig hybrid wirkt in diesem Zusammenhang freilich der Zug Dantes, daß er seine Sym- und Antipathien seinen unmittelbaren Zeitgenossen gegenüber(abhängig von ihrer Partei-Zugehörigkeit) mit einfließen ließ - wer mag schon entscheiden, wer den Himmel oder die Hölle verdient hat? Schließlich war auch Dante nur ein Mensch, und seine Jenseitsvorstellungen verraten menschliche Vorstellungen und Bewertungen und entsprechen darüber hinaus der spätmittelalterlichen Theologie, die von Angst, Sünde und Strafe geprägt war. Den HIMMEL und die HÖLLE gibt es schon auf Erden, doch hängt er davon ab, was ein Mensch dem anderen antun bzw. für ihn Gutes tun kann. - Von den Wertungen und Zuordnungen abgesehen ist die Göttliche Komödie ein bedeutendes abendländisches Kultur-Dokument und sollte daher in seiner Bedeutung und Tragweite nicht unterschätzt werden.


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